Wie im Western: Hitze, Countrymusik und Pferde in Krumbach
Auf dem Gelände der Familie Heß in Krumbach lassen Paint-Horse-Besitzer aus dem ganzen Land bei der Zuchtschau ihre Stuten und Fohlen bewerten.
Brütende Hitze, Country-Musik und Pferdewiehern – was sich nach dem Beginn eines klassischen Westernfilms anhört, war zusammengefasst die Atmosphäre bei der Zuchtschau des Paint Horse Clubs Germany (PHCG) am vergangenen Wochenende. Schon zum 12. Mal fand diese Veranstaltung für die Regionalgruppe in Hessen auf dem Hof von Familie Hess in Krumbach statt. Ihre dortige Paint Horses Zucht Odenwald bekommt für dieses Ereignis Unterstützung vom Holzfachhandel Grieser, Reitsport Helfrich und dem Obst- und Gemüsegroßhandel Schmitt.
Paint Horses - das ist jene Pferderasse, die selbst Laien gut an ihrer meist auffällig gescheckten Fellfärbung erkennen können. Ihren Ursprung haben sie im American Quarter Horse, einer Rasse, welche sich durch ihren muskulösen Körperbau und eine hohe Lernfähigkeit hervorragend für das Westernreiten eignet.
In Krumbach ging es am Wochenende jedoch nicht um die Reitkunst, sondern um Körperbau, Gangart, Erscheinungsbild und nicht zuletzt die Gesundheit der teilnehmenden Tiere. Insgesamt neun Züchterinnen und Züchter aus ganz Hessen waren für die Bewertung von zwei erfahrenen Preisrichterinnen angereist. Mit dabei waren Stuten, Jährlinge und Fohlen, die nacheinander bewertet wurden.
Ziel: „1 a Premiumfohlen“
Begonnen mit der Stockmaßvermessung und der sogenannten „Asphaltprobe“ – hier wird überprüft, ob die Pferde auch auf festem Untergrund einwandfrei gehen – ging es anschließend auf den Platz. Dort standen neben Erscheinungsbild und Körperbau nochmals die Gangarten Schritt und Trab im Fokus der Betrachtung.
Bei den Stuten ging es an diesem Tag um die Eintragung ins Stutbuch des PHCG. Solche Bücher werden von allen Pferdezuchtverbänden geführt und sind gewissermaßen eine Liste, in der alle Stuten, die im jeweiligen Verband für die Zucht zugelassen wurden, vermerkt sind. Dazu gibt es noch vielfältige Auszeichnungen auf Verbands- und Landesebene, die Züchter für ihre Stuten erreichen können.
Für die Stut- und Hengstfohlen stand an diesem Tag neben der Vorführung der Gangarten auch eine Rundum-Inspektion der körperlichen Proportionen durch die geschulten Augen der Preisrichterinnen an. Der höchste Rang, den es hierbei zu erreichen gab, war die Bewertung „1 a Premiumfohlen“, welche ab der Wertnote 8,0 vergeben wird.
Umfangreiche Vorbereitung
Auf diese Prämierung hoffte auch eine noch junge Züchterin aus dem Kreis Limburg-Weilburg. Sie war mit ihrer Stute und dem Hengstfohlen „Strike Lucky Spike“ angereist. Zwischen ihren Vorführungen gab sie der OZ einen kleinen Einblick in die Vorbereitung für eine solche Zuchtschau: „Das Verladen in den Hänger, das Anfassenlassen, das Gehen am Halfter – das alles üben wir mit Stute und Fohlen schon seit zwei Monaten“, erklärte sie.
Der erste Eindruck von Pferd und Reiter sei zudem auch sehr wichtig. „Bei so vielen weißen Flecken hat man als Paint-Horse-Besitzerin am Tag vor der Schau einiges zu putzen“, sagte sie schmunzelnd. Sie selbst hatte zu diesem Anlass – wie könnte es anders sein – Bluejeans und Cowboyhut gewählt.
Über ihre Motivation, an einer solchen Schau teilzunehmen, sagte sie, dass vor allem die erfahrenen Augen der Preisrichterinnen für sie eine wichtige Rolle spielen. „Der kleine Hengst ist hervorgestochen und wir sind einfach sehr gespannt, wie heute die Prämierung ausfällt“, betonte sie.
Doch nicht nur für Züchter und Pferde war der Tag aufregend. Insbesondere Kinder waren sichtlich angetan von den diversen Eindrücken der Schau und nicht zuletzt den vielen Pferdenasen, die sie zwischen den Auftritten streicheln durften. Die Freiwillige Feuerwehr Krumbach hatte die Bewirtung übernommen und so verbrachten die Gäste auch gerne die Mittagspause zwischen der Prämierung der Jährlinge und Fohlen auf dem Schauplatz. Unter einem der Sonnenschirme oder mit Cowboyhut ließ sich so auch die Augustsonne gut aushalten. mel