"Worscht" und "Gummern": Die WNOZ-Redaktion hat die Wahl
Wahlabende können in Medienhäusern lang werden. Deswegen gibt es auch bei der WNOZ ein kleines Büfett für das leibliche Wohl. Ein Blick hinter die Kulissen.
Weinheim/Odenwald. Sie hat einen ins Zartviolette spielenden Grauton, ist von einer federleichten Aspik-Schicht überzogen, und wenn man die Hausmacher Leberwurst aufs Brot streicht, schmiegt sie sich mit leichtem Schmatzen ans Messer. Die „Lewwerworscht“ ist Teil des Odenwälder Büfetts, mit dem wir uns die Wahlsonntage vergolden.
Ein Fürther Kollege, an diesem Tag besonders sehnsüchtig erwartet, schleppt Berge von Wurstdosen, Gläsern mit „Gummern“ und Kochkäsebehältern in die Redaktion, und kaum wird die erste Büchse geöffnet, verteilen sich nach der Geruchsexplosion die Duftmoleküle auch in den hintersten Winkeln des Großraumbüros.
Für die Fleischverächter ist das kein Grund zum Feiern, und mancher rümpfte schon die Nase, als er am „Nach-Wahl-Montag“ zur Arbeit kam, wo es noch immer roch wie in einer Fleischerei. Alle anderen sind begeistert. Weshalb es auch selten Probleme gibt, Freiwillige für den Sonntagsdienst zu finden.
Tradition gewachsen
„Mir mache des schun ewisch“, sagt der Kollege, nach dem Ursprung des Brauchs gefragt. Vor 20 Jahren war der Cousin seines Schwiegervaters für die Köstlichkeiten zuständig. Nun fährt er aus anderer, berufener Quelle viel Traditionelles auf, darunter ein wunderbares Bauernbrot mit dicker Kruste.
Wer es nicht weiß, „Gummern“ sind Gewürzgürkchen, die zur Blutwurst ebenso gut wie zum Schwartenmagen passen. Es hat ja jeder seine Lieblingssorte, und so bleibt der dicke Ring Lyoner nicht lange unangetastet – wir haben im wahrsten Sinne des Wortes die Wahl. Eine Kollegin fragt sich, warum ihr Sättigungsgefühl ausgerechnet an diesem Tag aussetzt, bevor sie noch einmal eine dicke Schicht Hausmacher mit Senf aufs Brot schmiert. Na ja, ist ja auch „Worscht“.