Kinderschutzbund

Ausstellung in Weinheim Galerie: Wie Kinder ihre Heimat sehen

"Zuhause ist, wo die Wippe steht": 145 Weinheimer Grundschulkinder zeigen in der Galerie ihre Sicht auf Heimat – kreativ, persönlich, bewegend. Die Ausstellung ist noch bis zum 4. Juni in der Weinheim Galerie zu sehen.

Bei der Preisverleihung freuten sich die Kinder über Preise des Kinderschutzbundes. Die Ausstellung ist noch bis zum 4. Juni in der Weinheim Galerie zu sehen. Foto: Kinderschutzbund
Bei der Preisverleihung freuten sich die Kinder über Preise des Kinderschutzbundes. Die Ausstellung ist noch bis zum 4. Juni in der Weinheim Galerie zu sehen.

Weinheim. Wie sehen Kinder „Heimat“, was mögen sie daran besonders, und wie schmeckt Heimat? 145 Kinder aus der Friedrich-Grundschule, der Waldschule und der Apfelbachschule haben auf Einladung des Kinderschutzbundes mit viel Mühe gemalt, geschrieben und zum Teil auch gebastelt. Die Ausstellung zur Kinderaktion „Meine Heimat. Gedanken und Bilder“ ist bis zum 4. Juni in der Weinheim Galerie zu sehen.

WNOZ WhatsApp-Kanal

Die Weinheimer Nachrichten und Odenwälder Zeitung auf WhatsApp! Aktuelle Nachrichten aus deiner Region. Die Top-Themen jeden Mittag frisch auf dem WhatsApp-Kanal.

Impressum

Zur Eröffnung und Preisverleihung gab Gabriele Rottenecker, stellvertretende Vorsitzende des Kinderschutzbundes, den zahlreich erschienenen Kindern und Eltern einen Überblick über die Bilder: Ein gutes Drittel der Kinder zeigt die Gesamtansicht der Stadt, ein oder zwei Burgen oder Details der malerischen Altstadt. Für ein knappes Drittel ist „Heimat“ schlicht „ihr Zuhause“ – sei es ein hohes Haus an einer Straße oder ein kleines mit Garten. Manche Kinder zeigen die unmittelbare Umgebung ihrer Wohnung: die Weschnitzbrücken, den Spielplatz oder die Schule.

Manche Bilder zeigen graue Straßen, andere Kinder zeigen den Strand, das Dorf oder eine Sehenswürdigkeit des Ortes, aus dem die Familie zugezogen ist. Manche Bilder schmücken zwei Flaggen. Auch wenn „Heimat“ in unserer Sprache keinen Plural hat, scheint genau das möglich.

Familie als Anker

Solaris aus der Waldschule malt und beschreibt stolz: „Meine Heimat ist India. Ich bin in India geboren.“ Dass sich Nah und Fern verbinden, dass Wurzeln und Äste zusammengehören, zeigt ihr Lieblingsgericht: Flammkuchen. Und für viele ist „Heimat“ schlicht die Familie. Familie, Freunde, das eigene Zuhause oder sogar das eigene Zimmer sind bei jedem Dritten die Antwort auf die Frage, was sie an ihrer Heimat mögen. Vielleicht ist das der noch größere Anker jenseits des Wohnorts – die innere Heimat.

Durch die Favoriten ziehen sich außerdem die Motive Wald und Natur. Das spiegelt die Bedürfnisse nach Bewegung und danach, in Freiräumen und im eigenen Tempo die Welt zu entdecken. Zusammen mit Spielplätzen, Fußballplatz, Turnhalle oder Schwimmbad findet sich das ebenfalls auf jedem dritten Bild.

Manchmal sind es die großen Dinge, die Kinder an der Heimat lieben. „Alles“, schreiben Mahan und Omeed. Und Levin weiß: „Weinheim ist die schönste Stadt, wo man leben kann“ (alle drei von der Friedrichschule). Bei zwölf Kindern ist es, „dass wir zwei Burgen haben“. Bei einigen ist es ihre Schule. Und manchmal sind es die vermeintlich kleinen Dinge – wie „die Wippe auf dem Schulhof“ bei Marie aus der Apfelbachschule. Die Klasse 4a der Friedrichschule liebt ganz besonders das „Moderne Theater“. Einzelne Nennungen gab es außerdem für typische Dinge wie die Kerwe, den Sommertagszug oder den Dialekt.

Ein Hingucker ist den Viertklässlern der Waldschule gelungen: Sie haben den Häusern der Weinheimer Altstadt lachende oder lustige Gesichter gegeben – wie beim amerikanischen Künstler James Rizzi.

Geld für die Klassenkasse

Rottenecker lobte die kreativen Kinder und dankte den Lehrern, der Weinheim Galerie und dem Team des Kinderschutzbundes. Zusammen mit Peter Scheiber übergab sie zum Abschluss an jede Klasse als Anerkennung 100 Euro für die Klassenkasse.

Ein besonderes Lob der Jury und 150 Euro gingen an die Klassen 4 und 3 der Waldschule sowie an die 2b der Friedrichschule.

Drei Kinder pro Klasse erhielten als Einzelpreise einen Sportrucksack und Malstifte. Aus der Friedrichschule: Maximilian, Marlon und Ida (4a), Narmin, Emma Luise und Tilda (4b), Marleen, Sofiia und Bobby (3a), Nina, Zoey und Yasin (3b), Ann-Sophie, Tijana und Emma (2a), Jonas, Felicitas und Liv (2b); Waldschule: Marja, Emilia und Alessio (Kl. 2), Emily (Kl. 4); Apfelbachschule: Jonas, Lotte und Emma (Kl. 3/4).