Betrugsmasche in Facebook-Kommentaren: Vorsicht vor Unfall-Links
Auf den ersten Blick klingt es ja spannend, wenn jemand unter einem Beitrag über einen Unfall einen Link zu einem Video teilt. Aber wer darauf klickt, könnte Betrügern ins Netz gehen.
In jüngster Zeit häufen sich auch in den Kommentaren bei WN/OZ Hinweise wie dieser: "Aktuelles Video vor Ort" mit einem entsprechenden Link. Besonders auffällig: Diese Kommentare erscheinen immer unter Beiträgen zu Verkehrs- oder Feuerwehrmeldungen. Klingt ja auf den ersten Blick auch spannend, wenn jemand vermeintlich "brandaktuelle" Bilder oder Videoaufnahmen zu den Geschehnissen hat. Doch Vorsicht: Bei diesen Links handelt es sich fast immer um eine Betrugsmasche.
Verdächtige Links melden
Das Social-Media-Team der WN/OZ reagiert auf Facebook und Instagram so schnell wie möglich, wenn Kommentare mit Fake-Video-Links auftauchen. Der Absender wird dann grundsätzlich blockiert und der Kommentar gelöscht.
Angesichts der Vielzahl von Kommentaren kann es leider trotzdem vorkommen, dass wir einen dieser Betrugsversuche nicht gleich entdecken. In diesen Fällen bitten wir um die Mithilfe aller User. Schreibt uns eine Nachricht oder hinterlasst einen Kommentar, damit wir schnellstmöglich handeln können.
Das Problem betrifft nicht nur die Social-Media-Kanäle von WN/OZ, sondern ist auch der Polizei längst bekannt, wie Hauptkommissar Philipp Kiefner, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mannheim, bestätigt. In den meisten Fällen handle es sich bei den Links um "Clickbait". Die Nutzer sollen durch die vermeintlich sensationellen Inhalte geködert werden, auf den Link im Kommentar zu drücken. Das Ziel: "eine Weiterleitung auf Seiten, die durch das Aufrufen des Links Werbeeinnahmen generieren. Oft führen die Links zu wenig seriösen Seiten, beispielsweise mit pornografischen Inhalten", sagt Kiefner.
Aber in Einzelfällen bestehe auch die Gefahr, dass Schadsoftware heruntergeladen werde. Mitunter werde man auch auf "Phishing-Seiten" weitergeleitet, die zwar "echt" aussieht, aber letztlich eine Fälschung ist. Usern wird beispielsweise suggeriert, sie hätten sich beim Anklicken des Links aus Versehen aus ihrer Social-Media-Plattform abgemeldet und sollten sich nun mit ihren Daten wieder anmelden (und dazu ihr Passwort eintragen). Diese Daten fallen aber in die Hände von Betrügern, die mit den Daten Internetprofile übernehmen.
Was passiert, wenn man auf diese Links klickt?
Was man unternehmen kann, wenn man auf einen solchen Link geklickt hat, hängt davon ab, wohin der Link führt. Bei dem klassischen "Clickbait" oder auf "Phishing"-Seiten rät Kiefner dazu, nichts anzuklicken und schon gar nicht irgendein Passwort einzugeben, sondern die Seite einfach wieder zu schließen. "Im Zweifel sollte der Betroffene nach der Nutzung einen vollständigen Virencheck durchführen", empfiehlt der Hauptkommissar.
Generell rät die Polizei von Selbstversuchen ab, da man nie genau vorhersagen kann, was beim Anklicken eines solchen Links passiert. Grundsätzlich gilt: Ein gesundes Misstrauen ist im Internet und auf Social Media immer angebracht. Zudem sollte man seine Nutzerdaten nur auf Originalseiten eingeben und nicht in plötzlich auftauchenden Dialogboxen. Und ein wirksamer Virenschutz auf dem Rechner sollte ohnehin zur Grundausstattung gehören.
Übrigens: Der Facebook-Mutterkonzern Meta antwortete auf die Anfrage, ob und wie das Unternehmen gegen solche betrügerischen Kommentare vorgeht, nicht.