Weinheim/Region

Bundesbank tauscht immer noch D-Mark um

Auch mehr als 20 Jahre nach dem offiziellen Abschied von der D-Mark schlummern in den deutschen Haushalten noch beträchtliche Restbestände der ehemaligen Währung, die bei der Deutschen Bundesbank „gebührenfrei und ohne betragliche oder zeitliche Begrenzung“ in Euro umgetauscht werden können. So steht es auf der Internetseite der Bundesbank. Das gilt übrigens nicht für Banknoten und Münzen der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR).

Vor 75 Jahren wurde die D-Mark eingeführt. Foto: Pixabay
Vor 75 Jahren wurde die D-Mark eingeführt.

Bei den Banken an der Bergstraße und im Odenwald gibt es nur noch sehr selten Anfragen zum Umtausch von D-Mark in Euro, wie eine kleine Umfrage bei der Volksbank Kurpfalz, der Sparkasse Rhein Neckar Nord und der Sparkasse Starkenburg ergab.

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Nächste Filiale der Bundesbank in Ludwigshafen

Die meisten Kreditinstitute verweisen auch schon seit einigen Jahren auf die nächstgelegene Filiale der Bundesbank, die sich in Ludwigshafen in der Kaiser-Wilhelm-Straße 1-3 befindet und montags bis freitags von 8 bis 13 Uhr geöffnet hat. Eine Terminvereinbarung ist dafür übrigens nicht erforderlich.

Mehr Münzen als Scheine

Der Andrang dürfte sich auch dort seit Jahren in Grenzen halten, wie aus den aktuellen Statistiken der Bundesbank hervorgeht. Dabei befanden sich Ende Mai 2023 immerhin noch 5,7 Milliarden D-Mark in Scheinen und 6,6 Milliarden D-Mark als Münzen im Umlauf. In Summe sind also noch 12,3 Milliarden D-Mark nicht umgetauscht worden; das entspricht beim amtlichen Umtauschkurs, der für einen Euro 1,95583 D-Mark beträgt, immerhin knapp 6,3 Milliarden Euro. Im Schnitt hat also jeder Einwohner Deutschlands knapp 150 D-Mark noch irgendwo herumliegen.

Vor zehn Jahren, also Ende Mai 2013, waren insgesamt noch 13,1 Milliarden D-Mark im Umlauf. Demnach wurden seither immerhin 800 Millionen D-Mark in Euro umgetauscht. Doch das Tempo wird immer langsamer. Auffällig ist, dass seit Mai 2007 der Gesamtwert der Mark- und Pfennigmünzen den Wert der D-Mark-Scheine übersteigt, die noch im Umlauf sind. Ende April 2007 waren es jeweils 7,14 Milliarden D-Mark in Scheinen und Münzen gewesen. Das hat vermutlich damit zu tun, dass Münzen eher gesammelt oder in irgendwelchen Kisten – zusammen mit ausländischen Münzen – schlicht vergessen werden.

Geldmuseum in Heppenheim

Was viele nicht wissen: In der Region gibt es ein Geldmuseum, in dem natürlich auch die Geschichte der D-Mark beleuchtet wird. Das Geldmuseum der Sparkasse Starkenburg befindet sich in Heppenheim, Laudenbacher Tor 4, und hat sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet; der Eintritt ist frei. Wer mehr über die D-Mark erfahren will, findet übrigens viele Informationen auf der Internetseite der Bundesbank (www.bundesbank.de). Dort gibt es in der Rubrik „Bargeld“ zum Beispiel Abbildungen der alten D-Mark-Banknoten (Serie BBK3). Die grünlichgelbe 5-DM-Banknote zierte zum Beispiel die Schriftstellerin Bettina von Arnim, auf dem blauvioletten 10-DM-Schein war der Mathematiker Carl Friedrich Gauß zu sehen, auf dem bläulichgrünen 20-DM-Schein die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, auf der olivbraunen 50-DM-Banknote der Barockbaumeister Balthasar Neumann und auf dem rötlichblauen 100-DM-Schein die Komponistin Clara Schumann. pro