Der neue Laudenbacher Waldkindergarten ist eingeweiht worden
Zur Einweihung des neuen Projekts kommen 70 Gäste. Im November startet der Betrieb.
„Ein paar Muttis haben eine Idee“ soll etwas despektierlich im Terminkalender des Laudenbacher Bürgermeisters Benjamin Köpfle vor drei Jahren gestanden haben. An das erste Treffen zum Thema Waldkindergarten im Rathaus erinnern sich heute dennoch alle Beteiligten gerne zurück. Ina Heizmann, die zusammen mit Tina Schröder die künftigen „Waldfrösche“ betreuen wird, nahm mit, dass Köpfle dem Anliegen offen gegenübersteht, und der Rathauschef bestätigt gestern: „Sie haben offene Türen bei mir eingerannt.“ Das war der Auftakt zu einem Marathonlauf, der gestern mit der Einweihung des neuen Waldkindergartens auf dem rund 4000 Quadratmeter großen Areal oberhalb des Grillplatzes zu Ende ging.
70 Gäste bei der Einweihung
Zur Feier bei strahlendem Sonnenschein sind rund 70 Gäste gekommen. Die künftigen Kinder mit Eltern, Verwandte der beiden Erzieherinnen, ein Teil jener Helfer, die in den letzten Monaten das verwilderte ehemalige Freizeitgrundstück kindergartentauglich gemacht haben, Gemeinderäte, Vereinsmitglieder und Gönner stoßen mit einem Glas Perlwein auf das Unternehmen an, das im November offiziell an den Start gehen wird. Bürgermeister Köpfle kommt mit dem E-Bike, alle anderen sind gelaufen und mehr oder minder erhitzt, als sie die Steigung hinter sich haben, die die Kinder künftig jeden Morgen laufen werden. „Die haben ja auch noch junge Beine“, ist am Rande zu hören.
20 Kinder können hier betreut werden. Anfänglich werden es aber erst einmal nur sechs sein, weitere folgen aber in den nächsten Monaten. Vielleicht werden es auch noch ein paar mehr zum Start. Renate Schabbach, Vizechefin des Trägervereins Waldkindergarten Laudenbach, erzählt von einigen Nachfragen, die sie nach der Zeitungsveröffentlichung in der vergangenen Woche erhalten habe. Das Terrain ist auf jeden Fall mittlerweile bereitet: Der Bauwagen steht und ist eingerichtet, eine Komposttoilette mit nebenstehenden Handwaschbecken wurde aufgestellt, auf dem Boden sind großflächig Hackschnitzel verteilt und auf Höhe des Bauwagens und weiter oben wurden Sitzrunden aus Baumstümpfen geschaffen, in denen beispielsweise der Morgenkreis stattfinden kann. Erzieherin Tina Schröder nutzt die Einweihung auch gleich, um mit Karl-Heinz Schwab den nächsten Arbeitseinsatz zu besprechen. Schwab hatte bei Fällarbeiten geholfen und soll die Waldfrösche jetzt auch dabei unterstützen, 145 Hainbuchen am oberen Rand des Areals zu pflanzen – eine Auflage der Naturschutzbehörde.
Erzieherin Ina Heizmann erinnert an die vielen Stolpersteine, die es auf dem Weg zur Verwirklichung des neuen Angebots zu überwinden galt. Sie zeigt sich aber auch überwältigt von den vielen positiven Begegnungen und Hilfen, die sie erhalten hätten. „Das hat sehr gut getan.“ Sie sagt allen, die das Projekt unterstützt haben, Dank – vor allem dem Bürgermeister und dem Gemeinderat. „Es ist unglaublich, dass wir hier stehen“, sagt Heizmann – so gerührt, dass sie sich von ihrer Kollegin Schröder die Temposchachtel reichen lassen muss, um die Tränen zu trocknen.
Renate Schabbach verliest ein Grußwort der erkrankten Trägervereinsvorsitzenden Madelaine Kany-Forg. Der neue Kindergarten sei die Sonne, um den sich alles drehe, formuliert diese und erwartet hier ein „Paradies für Kinder“. Auch Erzieherin Tina Schröder freut sich, dass das „Herzensprojekt“ jetzt endlich starten könne und bedankt sich bei den vielen Helfern, die Menschlichkeit gezeigt hätten.
Bürgermeister Köpfle gibt den Dank an die Aktiven gerne zurück. „Wenn sie nicht so leidensfähig und überzeugt gewesen wären, würden wir hier nicht stehen.“ Er erinnert aber auch an die große Hilfsbereitschaft, die der Waldkindergarten erfahren habe und die zeige, welcher große Gemeinschaftsgeist in Laudenbach herrsche. Kerwevereinsvorsitzender Werner Schmalz nahm das wörtlich und überreichte dem Verein zusätzlich zu den 350 Euro, die er beim Spendenlauf schon übergeben hatte, weitere 250 Euro, die sein Verein bei der Kerwe gesammelt und großzügig aufgestockt hatte.