Die Weinheimer Kerwe ist eröffnet!
Jetzt wurde der Startschuss gegeben für vier ausgelassene Festtage. Wie der „Woinemer Fünfkampf“ in Konkurrenz zu den Olympischen Spielen tritt.
Es gibt für die Weinheimer nur eine Antwort auf die Frage „Wem is die Kerwe?“, die zur Eröffnung gleich mehrfach vom Balkon des Alten Rathauses gestellt wurde. „Unser!“, schallte es aus Hunderten von Kehlen. Die Weinheimer haben ihre Kerwe vermisst! Jetzt darf nach einem Jahr des Wartens wieder ausgelassen gefeiert werden.
Gefühl von Gastfreundschaft und Heimat
Den Startschuss gaben die Honoratioren auf dem Marktplatz – allen voran Oberbürgermeister Manuel Just, der bei seiner humorvollen Rede Weinheim als liebenswerte Stadt in den Mittelpunkt rückte, „die das besondere Gefühl von Gastfreundschaft und Heimat vermittelt“. Er nannte die Kerwe ein Spiegelbild der lebendigen Stadtgesellschaft, in der Menschen unterschiedlicher Herkunft und verschiedener Generationen zum Feiern zusammenkommen. Mit Blick auf die Olympischen Spiele verwies er auf den „Woinemer Fünfkampf“, in dessen Disziplinen die Weinheimer Meister sind: Heben, Schlucken, Singen, Tanzen und Lachen. Just: „Wenn ich hier auf den Marktplatz blicke, sehe ich einige Aspiranten auf Goldmedaillen.“ Und selbst das Weinheimer Riesenrad glitzert für das stolze Stadtoberhaupt fast schöner als der Pariser Eiffelturm.
Genesungswünsche für Peter Gérard
Just schickte die Hoffnung auf ein friedliches Fest voraus und dankte schon im Vorfeld Feuerwehr und Einsatzkräften. Vermisst wurde am Freitagnachmittag nicht nur vom OB der Vorsitzende des Heimat- und Kerwevereins Alt-Weinheim, Peter Gérard, der aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Eröffnung teilnehmen konnte. Ihm galten die besten Genesungswünsche – auch von Bernd Guthier, der als Zweiter Vorsitzender Gérards Platz auf dem Balkon einnahm. Er begrüßte die zahlreichen Gäste, darunter befreundete Kerwe-, Heimat- und Trachtenvereine. In Reimen freute sich Hemsbachs Kerwepfarrer Nils Drücker über weitere vier Tage Geselligkeit. Er und seine Kerweborschde haben ihr eigenes Fest zwar gerade hinter sich, waren aber schon wieder in Feierlaune. Auch Blütenprinzessin Sabrina II. schwor die Weinheimer auf die Kerwe ein – mit einem dreifach donnernden Ahoi. Ihren Kelch erhob Lützelsachsens Winzerkönigin Danielle I., um auf die Freundschaft, die Heimat und schöne Momente anzustoßen. Und Stefan Kilian, Vorsitzender des Verkehrs- und Heimatvereins Lützelsachsen, wünschte im Namen aller befreundeten Vereine friedliche Tage.
Zur Musik der Stadtkapelle drehte sich die Tanzgruppe von Alt-Weinheim zusammen mit den Tänzern des Griechisch-Deutschen Freundeskreises PHILIA. Nicht fehlen durfte dabei das Kerwepaar: Verena und Michael Schmitt. Sie hatten die Ehre, dem Oberbürgermeister nach dem traditionellen Rundgang den Kerwekuchen und Wein zu überreichen. Am Langen Tisch vor dem Kerwehaus in der Münzgasse herrschte ausgelassene Stimmung – bis das Partyvolk die Altstadt in Beschlag nahm.
Die Weinheimer Kerwe als größtes Volksfest der Bergstraße geht noch bis einschließlich Montag, 12. August. Sie ist eine Mischung aus Brauchtum und Straßenparty.