Weinheim

Dürreplatzfest als Auftakt des Weinheimer Herbstes

Parallel zum Livemusik-Marathon gibt es eine Graffiti-Aktion hinter der Bühne an der Parkhausmauer.

Musik und Tanz auf der Showbühne. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Musik und Tanz auf der Showbühne.

Zehn Stunden lang Livemusik bei freiem Eintritt hieß es am Samstag beim traditionellen Dürreplatzfest – und das bei hochsommerlichen Temperaturen. Daher war der Dürreplatz um die Mittagszeit zum Auftakt am Samstag beim Auftritt der ersten Band nur mäßig besucht. Schade, denn die Gruppe „The Fireflies“, bestehend aus fünf Musiktherapeuten, die sich während des Studiums an der SRH in Heidelberg kennengelernt haben, verstand es mit ihrer zündenden Mischung aus Pop-, Discosongs und einer großen Portion guter Laune, das Fest der Jugend zu eröffnen.

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"Tunesday Acoustic" hieß das Duo - bestehend aus Simon Gropp (Edingen-Neckarhausen) an der Gitarre und Kai Ibkendanz (ehemals Weinheim, jetzt Birkenau) -, das anschließend mit Liedern wie "Too Close", "Shape Of You", "All Night Long", "Bilder von Dir" und weiteren Hits den Dürreplatz "wachrüttelte". Nahtlos folgte die 2019 gegründete Band „Bonanza-Jackson“ mit ihrer charismatischen Sängerin Jenny Yeboah. Mit ihrer Mischung aus Disco-Funk, Soul und einer karibischen Prise Reggae verstärkte die muntere Gruppe das Sommer-Feeling. Als gegen 16 Uhr „The Paraberries“, eine Band aus Schülern des Heisenberg-Gymnasiums, die Bühne betrat, belebte sich der Dürreplatz allmählich. Die Songs der „Paraberries“ beschreiben Geschichten aus dem Alltag und stammen aus der Feder des Songpoeten und Frontmanns Dominik Maciejewski.

Musik bis in die Nacht: Die Menge wogte am Samstagabend auf dem proppenvollen Dürreplatz. Foto: Stadt Weinheim
Musik bis in die Nacht: Die Menge wogte am Samstagabend auf dem proppenvollen Dürreplatz.

Schweiß und Freibier flossen

Der Schweiß floss an diesem spätsommerlichen Nachmittag auf und vor der Bühne in Strömen. Da kam der Ruf „Oazapft is“ gerade recht. Stadtoberhaupt Manuel Just nahm symbolisch den Anstich eines von der Woinemer Hausbrauerei gesponserten Bierfasses vor. Und dann hieß es „Freibier, solange der Vorrat reicht“. Dazu spielte die Partyband „Exact“ aus Weinheim. Wer die Gruppe schon einmal erlebt hat, kennt ihre Kunst, die Fans mit Klassikern von Chaka Khan bis Stevie Wonder auf die Tanzfläche vor der Bühne zu locken.

Bunt statt nüchtern: Die Außenwand des Parkhauses unterhalb des Dürreplatzes wurde von den Graffiti-Künstlern Makos & Send gestaltet. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Bunt statt nüchtern: Die Außenwand des Parkhauses unterhalb des Dürreplatzes wurde von den Graffiti-Künstlern Makos & Send gestaltet.

Graffiti für mehr Toleranz

Parallel zum Partygeschehen startete auf dem „Roten Platz“ hinter der Bühne eine Graffiti-Aktion. Wegen der großen Hitze beteiligten sich zwar nur wenige Jugendliche an der Spray-Session, doch die nüchterne Außenwand des Parkhauses, die die Firma Contipark bereitwillig für die Aktion zur Verfügung gestellt hatte, erhielt unter Anleitung der Graffiti-Künstler Makos & Send schon nach wenigen Stunden ein völlig neues, künstlerisches Outfit. Sei es das Bild von dem farbigen Hiphopper, der die Sprechblase „Black Lives Matter“ erhielt, oder das Gesicht des jungen Mädchens mit der Aussage „Love Yourself“ – die Bilder transportieren, was die Jugendlichen ausdrücken wollen, nämlich Toleranz, Weltoffenheit und Nächstenliebe, die beim eigenen Ich anfängt.

Martin Wetzel, Geschäftsführer des Stadtjugendringes, und die beiden Streetworker Sarah Wachter und Arik Bär hoffen, dass der bisher ungenutzte Platz mit den roten Pflastersteinen durch die neue Gestaltung zu einem Treffpunkt der Jugend wird. Erfreulich: Von Contipark kam das Signal, künftig weitere Wände für die Graffiti-Kunst zur Verfügung zu stellen.

Wogende Menge am Abend

Spätestens, als dann in den Abendstunden die Soulband „SWEAT“ die Livebühne rockte, standen die Menschen auf dem Dürreplatz dicht gedrängt. Das breite musikalische Spektrum der Musiker von „SWEAT“ vereint die Genres Soul, Funk und Pop. Dazu, dass der Platz schließlich zu einer einzigen wogenden Menge wurde, trugen nicht zuletzt die Stimmakrobaten Marion La Marché und Rino Galiano aus Mannheim bei.

Als i-Tüpfelchen stieß dann noch, spontan aus dem Urlaub eingeflogen, der Vollblutmusiker und Sänger Vince „The Prince“ hinzu, der zur Begeisterung des Publikums mit seiner Falsett-Stimme die Songs der legendären Bee Gees interpretierte. So glich das Dürreplatzfest am Vorabend zum „Weinheimer Herbst“ einem stimmungsvollen Sommernachtsfest.

Gebührender Ausklang

Weiter ging es dann gleich am nächsten Vormittag mit den Tanzgruppen „Made To Move“, „Dance Devils“, „Just Us“ und „Dance Fusion“, ehe Moderator Holger Mattenklott nach einem Gespräch mit Verantwortlichen des Weinheimer Tierheims erneut die Band Exact ankündigen konnte – ein gebührender Ausklang für den Weinheimer Herbst, der die letzten Sommertage noch einmal richtig ausnutzte.

Hinweis: Der Artikel wurde am 12. September bezüglich der Bandmitglieder von "Tunesday Acoustic" korrigiert; wir bitten die Verwechslung zu entschuldigen.