Erstes Weinheimer Literaturfestival und Buchmesse ziehen 3500 Besucher an
Mit einem beeindruckenden Gesamtergebnis von rund 3500 Besuchern schloss das erste Weinheimer Literaturfestival, gekrönt von einer zweitägigen Buchmesse am Wochenende. Die Veranstaltung, organisiert vom Verein 'Literaturfestival Weinheim', bot den Gästen einen Vorgeschmack auf die bevorstehende Frankfurter Buchmesse und eine Plattform für literarische Begegnungen und Gespräche.
Am Ende des ersten Weinheimer Literaturfestivals – mit der zweitägigen Buchmesse am Wochenende als krönendem Abschluss – konnte sich der Verein „Literaturfestival Weinheim“ über ein Gesamtergebnis von rund 3500 Besuchern freuen. Vielleicht sahen manche Gäste der Weinheimer Buchmesse beim Bummeln zwischen den Büchertischen der rund neunzig Verlage, Autorenvereinigungen und Self-Publishern einen kleinen Vorgeschmack auf die in wenigen Tagen startende Frankfurter Buchmesse.
Die Preisträger
Die Preisträger von „Wir sind Geschichtenerzähler“: 1. Platz Städtische Kita Mäusenest mit „Fridolin und der Südseeschatz“, 2. Platz Evangelische Kita am Markusturm mit „Muschelmeer“ und 3. Platz Städtische Kita Waid mit „Maili und seine Freunde auf Rettungsmission“ sowie „Frieda, Supereichhörnchen“
Die Preisträger der Ausschreibung zum Thema „Hoffnung“: 1. Platz Marlene Schulz „Die Villa“, 2. Platz Tina Schlegel „Vom Ende aller Tage“ und 3. Platz Silke Sutcliffe „Und manchmal gelingt es“, erschienen im Achter-Verlag „Edition 8 Geschichten“
Ein Ehepaar meinte: „Wir sind nicht hier, um Bücher zu kaufen. Uns geht es darum, mit anderen literaturinteressierten Menschen zu plaudern oder mit Autoren und Verlegern ins Gespräch zu kommen.“ Tatsächlich gibt es beim Schlendern durch die vielfältige Literaturwelt, die sich am Samstag und Sonntag in der Stadthalle, im Foyer und auf der Bühne auftut, viele interessante Begegnungen und Lese-Inspirationen. Anwesende Autoren schildern Anlässe und Stationen ihres Lebens, die hinter ihren Romanen stehen. Oder der Lesefan erfährt den Werdegang eines Buches vom Lektorat und Korrektorat über den Satz bis hin zum Cover. Am Tisch des Verlages mit dem ungewöhnlichen Namen „Kul-ja! Publishing“ wird das amüsant-spannende Buch vom „Pentagon-Huhn“, einer Henne, die der Spionage bezichtigt wird, erzählt. Der Aufforderung „Kommen Sie uns auf die Spur“ der Autorengruppe „Mörderische Schwestern“ folgen viele Besucher. Denn der Krimi erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Immer wieder lässt sich beobachten, wie ganz spontan nach Büchern mit Pistolen oder Blutlachen auf dem Cover gegriffen wird.
Junge Leser werden von den „funtastischen“ Geschichten des Leseratten-Verlages angelockt. „Tauben sprechen Jiddisch“ wird in einem Gedichtband behauptet, den das Hochroth-Verlagskollektiv präsentiert. So wird auch an die Lyrik gedacht, die nach wie vor auf den Büchertischen ein Schattendasein fristet. „Was nie wieder kommt“ von Franz Hedjak oder „Das Selbstmordzimmer“ von Stuart Z. Perkoff sind nur einige Beispiele dafür, dass auch das Gedicht eine nach wie vor wichtige Gattung der Literatur darstellt. Die ganz kleinen Leser werden vom Erzählband bis zum Bilderbuch mit Neuerscheinungen angelockt. Speziell für sie ist auch auf der Bühne ein Lesezelt aufgebaut. Gebannt lauschen die Kinder der Autorin Susanne Benz, die ihre Bilderbuchgeschichte „Emmy, das Schaf“ wie eine Puppenspielerin mit Figuren untermalt. In einer feierlichen Preisverleihung werden die Gewinner des Wettbewerbs „Wir sind Geschichtenerzähler“ ausgezeichnet. Vorausgegangen war eine Aktion der Weinheimer Kindertagesstätten, in denen die Geschichten anhand von Bildern entstanden sind und jetzt in einem eigenen Buch veröffentlicht wurden. Ein weiteres Buch mit acht Erzählungen entstand, in Zusammenarbeit mit dem Achter-Verlag Weinheim, aus einem Schreibwettbewerb für Erwachsene zum Thema „Hoffnung“. Zu den drei besten Werken hielt der Verlagschef und Vorsitzende des Vereins „Literaturfestival Weinheim“, Wolfgang Orians, eine Laudatio.
Als Fazit der ersten Weinheimer Buchmesse ist vor allem ihre enorme Vielfalt zu erwähnen. Für jeden literarischen Geschmack gab es an den Bücherständen ein reichhaltiges Angebot. Hinzu kamen interessante und packende Autoren-Lesungen im Stundentakt. Als eine der größten unter den kleinen Buchmessen schenkte sie den Verlagen aus Deutschland und der Schweiz ein wichtiges Forum. Nicht zuletzt war die Buchmesse ein attraktiver Ort, an dem gemeinsam das geschriebene Wort gefeiert wurde.
Und nicht zum letzten Mal: „Wir machen weiter“, hatte Organisationschef und Verleger Wolfgang Orians schon bei der „Poeten-Party“ im Muddys Club am Samstagabend bekräftigt. Wie genau, wann und in welchem Zeitabstand, das werde das Orga-Team, dem auch Vertreter der Stadt Weinheim angehören, in den nächsten Tagen besprechen und entscheiden.