Dietrich-Bonhoeffer-Schule

Es stinkt: Toilette an Weinheimer Gymnasium sorgt für Ärger

Die Stadt stellt 25.000 Euro für die Sanierung bereit. Was es mit dem Geruchsproblem in der Weinheimer Dietrich-Bonhoeffer-Schule auf sich hat.

In der jüngsten Sitzung des Weinheimer Gemeinderates wurde das Geruchsproblem an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule thematisiert. Foto: Fritz Kopetzky
In der jüngsten Sitzung des Weinheimer Gemeinderates wurde das Geruchsproblem an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule thematisiert.

Weinheim. Vandalismus, festgekettete Toilettentüren, Verunreinigungen und bauliche Mängel: Es gibt einige „Duftnoten“, die sich an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule (DBS) zu einem Geruchsproblem vermengten. Die dicke Luft im gymnasialen Teil des Gebäudes stank so vielen Schülern, Lehrern und Co., dass nun die Kommunalpolitik für Durchzug sorgt. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates wurden 25.000 Euro im Haushalt bereitgestellt, um die Wurzel des Problems zu beheben – die Toilette am Haupteingang.

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Katastrophale Zustände

Doch von Beginn: Auf den Tisch gebracht wurde das eher unappetitliche Thema von den Freien Wählern. Bereits bei einer Podiumsdiskussion im vergangenen Sommer sei die Fraktion von den Schülern auf den katastrophalen Zustand in den DBS-Toiletten angesprochen worden, so Vorsitzender Dr. Günter Bäro. „Dieser entspricht in dieser Schule und eventuell weiteren Einrichtungen nicht den erforderlichen Anforderungen und ist eventuell sogar gesundheitsgefährdend“, heißt es in dem entsprechenden Antrag, den die Freien Wähler in den Gemeinderat einbrachten.

In diesem wurde die sukzessive Sanierung der sanitären Anlagen in Weinheimer Schulen gefordert. Kostenpunkt: 200.000 Euro.

Sanierung für 25.000 Euro

Das Rathaus beschwichtigte. „Der Zustand der Toilettenanlagen ist weder katastrophal noch gesundheitsgefährdend“, heißt es zwar einerseits in einer Stellungnahme. Andererseits gab Oberbürgermeister Manuel Just aber an: „Die Geruchsbelästigung in der DBS bereitet der Verwaltung seit vielen Wochen Sorgen.“ Der Vorschlag des Rathauses lautete, zumindest 25.000 Euro in den Haushalt einzustellen, um das Problem dort zu beheben, wo es am größten ist: der Toilettenanlage am Haupteingang der DBS. Der Gemeinderat gab grünes Licht.

Aber was ist in dem WC eigentlich los? Auf Anfrage unserer Redaktion führt Peter Zschippig, städtischer Hochbauleiter, verschiedene Faktoren ins Feld. Zum einen die baulichen Mängel: „Durch eine Kamerabefahrung wurde festgestellt, dass eine Abwasserleitung schadhaft ist. Die Reparatur ist bereits beauftragt.“ Außerdem seien die Anlagen ziemlich alt: „In den Fugen zwischen den Fliesen ist über die Jahre durch Danebenurinieren Geruch entstanden“, so Zschippig. Für einen nicht unerheblichen Teil der Belästigung seien aber die Schüler selbst verantwortlich. Der Oberbürgermeister formulierte es im Gemeinderat folgendermaßen: „Unsere Verwaltung bekommt teilweise Bildmaterial zugeschickt, da fallen Sie vom Glauben ab, dass das die Bildungselite unseres Landes sein soll.“

Eine weitere Komponente macht das Dilemma komplett. Denn weil es in der Vergangenheit auch immer wieder zu Vandalismusschäden in den Toiletten gekommen war, werden die Türen zum Toilettenvorraum mittlerweile festgekettet, sodass sie offenstehen. Das führte nicht nur dazu, dass dem Gestank nun Tür und Tor geöffnet wurde. Wie Zschippig erläutert, hatte es auch zur Folge, dass es zu einer Fehlfunktion der Entlüftung gekommen ist. Verschiedene Baumaßnahmen sollen nun für frische Luft sorgen. So wurden die Abwasserleitungen gereinigt und neue Geruchsverschlüsse in den Abläufen installiert. Die Lüftungsanlagen wurden, wo notwendig, geprüft und repariert. Außerdem erklärt Peter Zschippig: „Im Zuge der Sanierung wird die Urinalrinne gegen Einzelurinale ausgetauscht, neue Sanitärobjekte und gegebenenfalls Trennwände sind geplant.“

Weniger Vandalismus

Auch das Problem mit dem Vandalismus sei durch Gegenmaßnahmen wie verstärkte Kontrollen durch die Lehrkräfte besser geworden. Bei den mutwilligen Schäden hatte es sich etwa um herausgerissene Handtuchhalter und Sanitärobjekte, mutwillig verstopfte Abflüsse und aufgedrehte Wasserhähne gehandelt. Das Pilotprojekt „DBS-Klo“ soll bereits zeitnah umgesetzt sein, so eine Stellungnahme des Rathauses. Es liefere die Planungsgrundlage und Kostenbasis für Folgemaßnahmen. Wie es in den Toiletten der Weinheimer Schulen im Allgemeinen weitergeht, werde der Bericht über den Zustand städtischer Gebäude zeigen, der im Laufe des Jahres kommen soll (wir haben berichtet).

Gleichzeitig wird daran erinnert, dass man auf etlichen Schultoiletten schon klar Schiff gemacht habe, und nennt die Carl-Orff-Grundschule, das Werner-Heisenberg-Gymnasium, die Hans-Joachim-Gelberg-Grundschule, die Theodor-Heuss-Grundschule, die Pestalozzi-Grundschule und die Friedrichschule.