„Ohne Reichweite bist du lost“

Ex-on-the-Beach Eric aus Hemsbach plant Aufstieg zum Reality-TV-Star

Nach Reality-TV und Viral-Erfolg startet Eric Bernhard das nächste Kapitel. Warum für den Hemsbacher gerade jetzt alles auf Anfang steht.

Eric Bernhard (links) und sein Produzent Dustin Ulrichs arbeiten weiter an der Karriere des Hemsbachers als Reality-Star und YouTuber. Foto: Michael Callies
Eric Bernhard (links) und sein Produzent Dustin Ulrichs arbeiten weiter an der Karriere des Hemsbachers als Reality-Star und YouTuber.

Hemsbach/Nieder-Liebersbach. Blauer Himmel, über 20 Grad, fast schon Sommerfeeling. Auf der Hemsbacher Alla-hopp-Anlage fliegen die ersten Bälle durch die Luft, aus einer Box dröhnen Beats. Mittendrin: Eric Bernhard (28) – coole Jacke, Sonnenbrille, gut duftend, komplett im Vibe. Neben ihm sein Produzent Dustin Ulrichs (26) aus Nieder-Liebersbach, besser bekannt als „Widow“. Kurzer Blick, lockeres Nicken und ein lässiger Handschlag. „Was geht, Bro?“ So startet das Gespräch. Und schnell wird klar: Das hier ist kein klassisches Interview. Das ist eher ein Talk auf Augenhöhe – nur eben mit einem, der gerade dabei ist, sich seinen Platz in der Reality-Welt zu sichern.

Eric redet schnell, direkt, ohne Filter, mit viel Energie. Und immer wieder fällt ein Wort, das bei ihm gerade alles bestimmt: Reichweite. „Ohne Reichweite bist du absolut lost“, sagt er und lacht. Genau das ist gerade sein Mindset. Dass er weiß, wovon er spricht, zeigen auch seine eigenen Zahlen: Auf Instagram kommt Eric aktuell auf eine Reichweite von rund 2,3 Millionen. Wer Eric noch vom Wiesensee kennt oder aus der RTL+-Show „Ex on the Beach“, merkt sofort: Da hat sich etwas verändert. Klar, der Reality-Trip nach Mexiko war damals komplett wild – teilweise schon fast crazy (wir haben darüber berichtet). Drama, Eifersucht, Kameras rund um die Uhr – das volle Programm. Damals noch mit Aline an seiner Seite, Love-Story, Happy End. Heute ist dieses Kapitel vorbei. Eric ist Single. Und er macht daraus keinen Hehl. „Das ist jetzt halt so.“ Sein Fokus liegt woanders. Kein Drama, kein öffentliches Nachtreten, eher: Reset statt cringe, neues Level, neue Projekte. Und diese Projekte geht er inzwischen deutlich strukturierter an.

In Hemsbach: einfach nur Eric

Eric, der in den sozialen Netzwerken unter dem Namen „Sheeno“ unterwegs ist, hat jetzt ein Management im Rücken. Schluss mit „Ich probiere mal hier“. Jetzt wird geplant, gesteuert, gepusht. „Die schauen schon darauf, dass ich in Formate komme, die auch Sinn machen“, sagt er. In der Tat: nicht einfach random irgendwo rein. Sein Ziel formuliert er klar: „Ich will nicht nur dabei sein, ich will stattfinden.“ Heißt: sichtbar bleiben, im Gespräch bleiben – auch wenn Hate-Kommentare da nicht ausbleiben. Wie schnell sich Dinge entwickeln können, hat er vor Kurzem selbst erlebt. Ein Auftritt im YouTube-Format „Ballon Date“ – und plötzlich gehen die Zahlen komplett durch die Decke. Rund 660.000 Aufrufe. „Das war komplett krank“, so der Hemsbacher. „Da denkst du dir nur: Das geht gerade richtig viral.“ Genau da zeigt sich, was er meint, wenn er von Reichweite spricht. Follower sind „nice“, aber wenn dich keiner sieht, bringt das nichts. Er schaut kurz über den Platz und ist sich sicher, dass Reichweite das alles Entscheidende ist.

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Das Liebesglück mit Ex Aline Schmidt war nicht von Dauer. Heute ist Eric wieder solo unterwegs. Foto: Thomas Rittelmann
Das Liebesglück mit Ex Aline Schmidt war nicht von Dauer. Heute ist Eric wieder solo unterwegs.

Dass er sich nicht nur auf Reality-TV verlässt, sondern sich breiter aufstellt, zeigt ein zweiter Bereich, der immer wichtiger wird: die Musik. Produzent „Widow“, eher ein ruhiger Typ, beobachtend, aber voll im Fokus, arbeitet aktuell an neuen Songs und Projekten mit ihm. Ganz frisch draußen: sein Musikvideo „Mannheim“, das aktuell auf den Plattformen gestreamt werden kann. Zuvor hatte bereits der Song „Wüste“ für Aufmerksamkeit gesorgt und war für ihn ein wichtiger Erfolg. „Wir machen keine 0815-Tracks“, sagt Eric. Seine Musik muss man fühlen. Um in der Sprache der Jugend zu bleiben: Wenn es nicht „hittet“, dann ist es „Schere“ – dann war es einfach nicht gut genug.“ Hier geht es nicht nur um schnelle Klicks, sondern auch um einen eigenen Sound. Parallel dazu arbeitet Eric an einem weiteren, sehr persönlichen Projekt: einem Buch. Eine Art Tagebuch, in dem er seine Erfahrungen aus der Reality-Zeit verarbeitet. „Das ist mehr so für mich selbst“, sagt er. „Um mit allem klarzukommen.“ Zwischen Kameras, Aufmerksamkeit und Social Media sucht er damit auch nach einem Weg, sich selbst nicht zu verlieren.

Kein Luxusleben, aber ordentliches Zubrot

Dass sich seine Projekte auszahlen, zeigt der nächste Schritt: In den kommenden Tagen wird Eric beim Jugendsender YouFM, dem Radiosender aus Frankfurt, in einem Interview zu hören sein – ein weiterer Meilenstein für den Hemsbacher auf seinem Weg raus aus der Region, rein in eine größere Öffentlichkeit. Für ihn ein klares Signal: Es geht voran. Und dieser Weg bringt inzwischen auch Geld ein. Eric verdient über Streaming, Kooperationen und seine wachsende Reichweite ein ordentliches Zubrot. Er führt kein Luxusleben. Er kann sich aber auch nicht beschweren. Gleichzeitig bleibt er bodenständig. Während viele komplett auf Influencer machen oder sich in Rollen verlieren, hat Eric immer noch seinen Job im Elektronikbereich. „Tagsüber Arbeit, abends Studio, zwischendurch Drehs – das ist schon manchmal ein bisschen stressig“, sagt er. „Aber ich feiere es.“

„Hier hat alles angefangen“

Während des Gesprächs fliegt immer wieder ein Ball an uns vorbei, Geschrei hallt über die Anlage. Ein paar Jungs mit Umhängetaschen und Trainingsanzügen laufen vorbei. Ich glaube, dass man die heute als „Talahon“ beschreibt. Eric schaut kurz rüber und erinnert sich. „Hier hat eigentlich alles angefangen“, sagt er. Vom benachbarten Skaterplatz, wo er erste Musikvideos gedreht hat, bis hin zum Reality-TV und steigender Reichweite. Jetzt sitzt er wieder genau hier, auf einer Bank an der Alla-hopp-Anlage.

Zum Schluss wird er für einen Moment ruhiger. Kein lockeres „Digga“. Dann sagt er einen Satz, der hängen bleibt: „Ich bin noch lange nicht angekommen.“ Reality-TV soll für ihn nur der Anfang gewesen sein. Jetzt kommen Management, neue Formate, Musikprojekte, ein Buch und immer mehr Reichweite dazu. YouTube-Klicks, Streamingzahlen, Radiointerviews – alles zahlt auf dieses eine Ziel ein. Und wenn man ihm so zuhört, hat man das Gefühl: Er meint das ernst. Oder, wie man heute sagen würde: „Das ist erst der Anfang, Bro.“