Feuerwehr

Feuerwehr in Viernheim wird mit Feuerwerkskörpern beschossen

Vorläufige Bilanz der Silvesternacht in der Region: Während es in Weinheim ruhig blieb, brannte in Hemsbach ein Container. Und in Viernheim wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr attackiert.

In Hemsbach brannte in der Silvesternacht ein Container. Foto: Feuerwehr Hemsbach
In Hemsbach brannte in der Silvesternacht ein Container.

Es klang zunächst wie ein typischer Silvestereinsatz, als die Viernheimer Feuerwehr am frühen Morgen alarmiert wurde. Um kurz nach 1 Uhr wurde gemeldet, dass auf dem Apostelplatz Gerümpel und ein Baum brennen würden. Doch was dann folgte, war alles andere als Routine: Wie der stellvertretende Stadtbrandinspektor Daniel Werner kurz darauf auf der Facebookseite der Feuerwehr berichtete, wurden die Einsatzkräfte aus einer Gruppe von 50 bis 60 jungen Leuten heraus mit Feuerwerkskörpern beworfen und beschossen. "Wir haben dann den geordneten Rückzug angetreten und gewartet, bis die Polizei eintraf", sagte er. Die Polizei sei dann auch nach sehr kurzer Zeit mit massiven Kräften eingetroffen und habe dafür gesorgt, dass die Feuerwehr die Kleinbrände löschen konnte. Verletzt wurde zum Glück niemand.

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Entsetzen über Angriff

Der Angriff auf die Viernheimer Einsatzkräfte sorgte in den sozialen Medien für Entsetzen. Die Hemsbacher Feuerwehr brachte es mit ihrem Statement auf Facebook auf den Punkt: "Wir sind zutiefst entsetzt und wütend, dass Menschen, die ihre Freizeit und ihr Engagement ehrenamtlich in den Dienst der Gemeinschaft stellen, solch einen Angriff erleben mussten. Diese Einsatzkräfte verzichten in der Silvesternacht darauf, mit Familie und Freunden zu feiern, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten – und als Dank erfahren sie eine solche Respektlosigkeit und Gefährdung. Ein Angriff auf Einsatzkräfte ist nicht nur ein Angriff auf einzelne Personen, sondern auch auf die Werte unserer Gesellschaft: Solidarität, Sicherheit und das Wohl der Gemeinschaft. Unser größter Respekt gilt den betroffenen Einsatzkräften der Freiwillige Feuerwehr der Stadt Viernheim und der Polizei, die trotz dieser widrigen Umstände professionell gehandelt haben. Wir stehen hinter euch und senden euch unsere volle Solidarität. Solche Vorfälle dürfen nicht ohne Konsequenzen bleiben. Es ist notwendig, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, damit sich etwas Derartiges nicht wiederholt."

Landrat Engelhardt verurteilt Angriff

Auch der Bergsträßer Landrat Christian Engelhardt meldete sich zu dem Vorfall in Viernheim zu Wort: "So etwas ist absolut inakzeptabel, idiotisch und gemeingefährlich! Die Polizei konnte glücklicherweise schnell eingreifen, und niemand wurde verletzt. Nun hoffe ich, dass Personen, die das gemacht haben, ermittelt und auch konsequent bestraft werden." Sein Dank galt allen Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei, die in der Silvesternacht im Dienst für die Allgemeinheit waren.

Auto fährt zwei Fußgänger an

Ein weiterer Vorfall aus Viernheim sorgte ebenfalls für Aufsehen. Wie die Polizei mitteilt, verursachte ein betrunkener Autofahrer gegen 0.40 Uhr gleich mehrere Unfälle. Zunächst habe dieser in der Kreuzstraße zwei Personen auf der Fahrbahn angefahren und leicht verletzt. Dennoch setzte er seine Fahrt fort und rammte 200 Meter weiter einen am Fahrbahnrand geparkten Wagen. Im weiteren Verlauf der Fahrt kollidierte der Pkw beim Abbiegen in die Nibelungenstraße mit einem Laternenmast und flüchtete mit dem mittlerweile stark beschädigten Fahrzeug bis in die Einsteinstraße. Dort wurde das Fahrzeug durch eine Polizeistreife gestellt und der alkoholisierte Fahrer festgenommen. Eine Blutentnahme wurde angeordnet und sein Führerschein beschlagnahmt. Den entstandenen Schaden schätzt die Polizei auf circa 17.500 Euro.

Containerbrand in Hemsbach

Das neue Jahr war noch keine Stunde alt, als auch die Feuerwehr Hemsbach zu ihrem ersten Einsatz 2025 alarmiert wurde. Um kurz nach 1 Uhr ging die Meldung ein, dass auf einem Firmengelände in der Straße "Am Hinterrot" ein Container in Brand geraten sei. Wie die Hemsbacher Feuerwehr berichtet, stand der Container beim Eintreffen der Einsatzkräfte bereits in Vollbrand. Kurz darauf wurde die Feuerwehr Laudenbach zur Unterstützung angefordert. Dank des schnellen Einsatzes konnte der Brand zügig unter Kontrolle gebracht und ein Übergreifen der Flammen auf das angrenzende Gebäude verhindert werden. Da der Container aufgrund von Einsturzgefahr nicht mehr betreten werden kann, wurde die Einsatzstelle entsprechend abgesichert. Bei dem Einsatz gab es keine Verletzten. Der Verkehr auf der Kreisverbindungsstraße wurde einspurig an der Einsatzstelle vorbeigeleitet. Die Ursache des Brandes wird von der Polizei ermittelt.

Laut, aber friedlich blieb es an Silvester 2024 in Weinheim. Foto: Sigrid Koch
Laut, aber friedlich blieb es an Silvester 2024 in Weinheim.

Ruhige Nacht in Weinheim

„Keine Einsätze, keine Menschen, die von der Feuerwehr Weinheim gerettet werden mussten - eine ruhige Silvesterfeier im Kreise der Familie. So entspannt konnten unsere Einsatzkräfte schon lange nicht mehr ins neue Jahr starten", zog Weinheims Feuerwehrkommandant Ralf Mittelbach am Neujahrsmorgen Bilanz.

In den vergangenen Jahren hatte die Weinheimer Feuerwehr über den Jahreswechsel meistens mit brennenden Mülltonnen und Hecken zu tun. Auch wenn der eigentliche Jahreswechsel ruhig verlief und die über 250 aktiven Feuerwehrangehörigen im Kreise ihrer Familien sowie die Brandsicherheitswache im Feuerwehrzentrum den Jahreswechsel feierten, gab es in den letzten Stunden des ablaufenden Jahres noch einiges zu tun. Am Montagabend wurde die Feuerwehr Weinheim zur Unterstützung des Rettungsdienstes in die Amtsgasse alarmiert. Aufgrund eines beengten Treppenhauses war es nicht möglich, eine erkrankte Person sicher durch das Gebäude zu transportieren. Die Einsatzkräfte setzten die Drehleiter ein, um die Person schonend und zügig aus dem Obergeschoss des Hauses zu retten. Anschließend konnte der Rettungsdienst den Patienten sicher ins Krankenhaus bringen.

Bei einem Unfall wurde eine große Werbetafel beschädigt. Foto: Feuerwehr Weinheim
Bei einem Unfall wurde eine große Werbetafel beschädigt.

In der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember wurde die Feuerwehr Weinheim gerufen, weil nach einem Verkehrsunfall in der Birkenauer Talstraße eine große Werbetafel einsturzgefährdet war. Um die Gefahr für Verkehrsteilnehmer schnell zu beseitigen, wurde die instabile Werbetafel von der Feuerwehr fachgerecht entfernt.

Ein weiterer Einsatz führte die Weinheimer Feuerwehr am 31. Dezember in die Stettiner Straße. Eine Person war in der Wohnung gestürzt und konnte nicht mehr selbstständig die Tür öffnen. Daher öffneten die Brandschützer mit Spezialwerkzeug die Tür und ermöglichten den Zugang für Rettungsdienst und Notarzt.

Auseinandersetzungen am Mannheimer Wasserturm

Das Polizeipräsidium Mannheim war zum Jahreswechsel 2024/2025 mit einer Vielzahl an Polizeikräften im Einsatz. Am Mittag zog die Pressestelle eine vorläufige Bilanz: Nach einem ruhigen Silvesterabend habe sich die Anzahl der Einsätze gegen Mitternacht innerhalb kürzester Zeit deutlich gesteigert. Mehrfach mussten die Polizeibeamten mit den Einsatzkräften der Feuerwehren zu Bränden ausrücken. In der Mehrheit handelte es sich dabei um Mülltonnenbrände, vereinzelt auch Balkonbrände durch fehlgeleitete Silvesterraketen. "Verletzt wurde glücklicherweise niemand und die Brände konnten durch die Rettungskräfte schnell gelöscht werden. Die hierdurch entstandene Schadenshöhe lässt sich noch nicht beziffern", so die Polizei.

Im Rhein-Neckar-Kreis mussten die Beamten vergleichsweise wenige Einsätze bewältigen. In Mannheim feierten mehrere tausend Menschen am Wasserturm, auf der Kurpfalzbrücke und am Plankenkopf. In der Spitze fanden sich am Mannheimer Wahrzeichen über 4000 Personen zusammen, um das neue Jahr zu begrüßen. Dazu wurde der Fahrzeugverkehr im Bereich um den Wasserturm zwischen 23.30 Uhr und 1 Uhr umgeleitet. Nennenswerte Beeinträchtigungen gab es dadurch nicht. Im Bereich des Wasserturms kam es allerdings immer wieder zu Auseinandersetzungen, bei denen die Einsatzkräfte eingreifen mussten. Im weiteren Verlauf kam es hierbei auch zum Einsatz von Schlagstock und Pfefferspray. Die damit einhergehenden Strafverfahen wegen Widerstand wurden eingeleitet. Vier Polizeibeamte wurden in der Silvesternacht leicht verletzt.

Weiter heißt es im Bericht der Polizei: Im Laufe der Nacht wurden innerhalb der Waffen- und Messerverbotszone Mannheim neun Schreckschusswaffen sichergestellt. Die Besitzer sehen nun Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz bzw. gegen die Waffen- und Messerverbotszone entgegen.

Heidelberger Brücken um Mitternacht gesperrt

In Heidelberg fanden sich rund um die Alte Brücke und der Theodor-Heuss-Brücke der Großteil der Feiernden ein. Dort waren über 4000 Personen zusammengekommen. Da sich allerdings kurz vor Mitternacht zu viele Personen im Bereich der beiden Brücken aufhielten, mussten diese um 23.35 Uhr kurzzeitig für weitere Personenströme gesperrt werden. Die Sperrung wurde allerdings um 0.40 Uhr wieder aufgehoben, nachdem der Großteil der Feiernden in die Altstadt weitergezogen war.