Region

Mehr Einsätze, aber keine größeren Unruhen

Die Polizei verstärkte in der Silvesternacht ihr Aufgebot. Ob sie gut genug gerüstet war und wie die vorläufige Bilanz zum Jahreswechsel ausfällt.

Es knallte nur am Himmel. Laut Polizei verlief die Silvesternacht relativ ruhig. Foto: Fritz Kopetzky
Es knallte nur am Himmel. Laut Polizei verlief die Silvesternacht relativ ruhig.

Hinter der Blaulicht-Familie liegt ein arbeitsreicher Jahreswechsel mit zahlreichen Brandeinsätzen und medizinischen Notfällen. Zu größeren Ausschreitungen oder Vorfällen in der Region ist es nach Angaben der Polizeipräsidien in Mannheim und Ludwigshafen aber nicht gekommen. Insgesamt waren im Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Mannheim zwischen 21 und 5 Uhr 327 Einsätze zu verzeichnen. Im Vorjahr waren es im Vergleichszeitraum 292 Einsätze.

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Der Jahreswechsel hat sich für die Polizei in den zurückliegenden Jahren immer mehr zur Herausforderung entwickelt. Große Gruppen, die an neuralgischen Punkten feierten, forderten auch in diesem Jahr viel Fingerspitzengefühl. „Gemessen an der Anzahl der Personen und den bewältigten Einsätzen können wir aber mit dem Verlauf der Silvesternacht zufrieden sein.“ Mit diesen Worten zieht Mannheims Polizeipräsident Siegfried Kollmar nach Silvester eine vorläufige Bilanz.

Das Polizeipräsidium Mannheim war zum Jahreswechsel mit einer zusätzlichen dreistelligen Anzahl an Polizeibeamten im Einsatz, um an den verschiedenen Brennpunkten reagieren zu können. Nach einem eher ruhigen Start in die Silvesternacht stieg die Anzahl der Einsätze kurz vor dem Jahreswechsel deutlich an, teilt das Polizeipräsidium Mannheim mit, zu dem auch Weinheim und die Bergstraßen-Gemeinden gehören. So hielten vermehrt kleinere wie auch größere Brände die Einsatzkräfte in Atem (siehe Bericht auf Seite 8). Es fielen eine Vielzahl an Mülleimern und -containern sowie Grünbewuchs verschiedenen vorsätzlich und versehentlich gelegten Feuern zum Opfer.

Durch Pyrotechnik verletzt

Wie die Polizei mitteilt, wurden mehrere Menschen in Heidelberg, Mannheim und dem Rhein-Neckar-Kreis durch Pyrotechnik verletzt. Auch kam es in Mannheim, Heddesheim, Altenbach und Sandhausen durch Feuerwerksgebrauch zu Fahrzeugbränden. „Mit einsetzendem Regen gegen 0.30 Uhr reduzierten sich die Feierlichkeiten im öffentlichen Raum deutlich“, heißt es vonseiten der Polizei.

In Mannheim kam es vor allem im Bereich des Wasserturms zu einer größeren Ansammlung von Feiernden. Die Lage blieb hierbei größtenteils ruhig. In der Spitze befanden sich rund 4 000 Personen vor Ort. Gegen 2.40 Uhr kam es im Bereich der Innenstadt zu einer Auseinandersetzung zweier Gruppen, in deren Verlauf eine Person mit einem Messer verletzt wurde. Ein Tatverdächtiger konnte festgenommen werden. Die Ermittlungen hierzu dauern an.

Im Laufe der Nacht wurden innerhalb der Waffen- und Messerverbotszone Mannheim 20 Schreckschusswaffen und ein Messer sichergestellt. Die Besitzer sehen nun Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz beziehungsweise gegen die Regeln der Waffen- und Messerverbotszone entgegen. „Die Vielzahl der sichergestellten Waffen ist ein Ergebnis der Waffen- und Messerverbotszone und zeigt, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind“, so Polizeipräsident Siegfried Kollmar.

Feiern an der Alten Brücke

In Heidelberg war einmal mehr die Alte Brücke Epizentrum der Feierlichkeiten. Hier kamen laut Polizei in der Spitze über 2000 Menschen zusammen. Wegen des Andrangs habe man sowohl die Alte Brücke als auch die Theodor-Heuss-Brücke gegen 23.45 Uhr sperren müssen. Die Sperrungen wurden um 0.30 Uhr wieder aufgehoben. Viele zogen weiter in die Altstadt. Auch im Rhein-Neckar-Kreis gestaltete sich die Lage für die Polizei vergleichsweise ruhig. Im Rahmen der Einsatzmaßnahmen wurden drei Polizeibeamte leicht verletzt. Die Verletzungen entstanden durch fehlgeleitete oder gezielt gegen die Einsatzkräfte gerichtete Pyrotechnik, zudem gab es den Verdacht eines Knalltraumas. Es kam während des Einsatzes zu tätlichen Angriffen.

Drei Polizisten verletzt

„Wir hatten zum Jahreswechsel drei zum Glück nur leicht verletzte Polizeibbeamte zu beklagen. Das sind ganz klar drei zu viel, jeder Angriff auf Einsatzkräfte, egal ob von Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizei, wird von uns, wo möglich, konsequent verfolgt. Ich bedanke mich bei allen Einsatzkräften für deren Engagement zum Jahreswechsel“, so Polizeipräsident Siegfried Kollmar.

Und wie sah es in Hessen aus?

Von einer „normalen“ Silvesternacht sprach am Dienstag die hessische Polizei. Für die Region Südhessen vermeldete das Polizeipräsidium in Darmstadt in der Nacht des Jahreswechsels rund 30 Brände, die die Einsatzkräfte von Feuerwehren und Rettungsdiensten auf Trab hielten, darunter auch ein Vorfall im Mörlenbacher Ortsteil Weiher.

„Zahlreiche Polizeibeamte waren in ganz Südhessen im Einsatz, um für einen sicheren Jahreswechsel für die Bürger zu sorgen“, heißt es in der Bilanz der Polizei zur Silvesternacht . Neben Mitteilungen zu Vorfällen in Zusammenhang mit Silvester, wie unsachgemäßer Umgang mit Feuerwerkskörpern oder Auseinandersetzungen, handelte es sich bei den Feuern hauptsächlich um Mülltonnen- und Heckenbrände, die vermutlich auf Feuerwerkskörper zurückzuführen sind.

Am frühen Sonntagabend wurden die Feuerwehren in Weiher und in Mörlenbach kurz nach 18 Uhr alarmiert. Am Einsatzort stellten die Weiherer Brandschützer fest, dass eine Hecke in Brand geraten war – vermutlich durch eine Feuerwerksrakete. Die Brandschützer konnten die Flammen in kurzer Zeit löschen, sodass die nachrückenden Kollegen von der Mörlenbacher Wehr gar nicht eingreifen brauchten.

Das Polizeipräsidium berichtete in seiner Pressemitteilung aber auch von anderen Einsätzen. Demnach nahm kurz vor Mitternacht eine Polizeistreife eine Person in Viernheim in der Straße „Am Königsacker“ vorläufig fest, nachdem diese mit einer Schreckschusswaffe geschossen haben soll. Da die Person keinen Waffenschein besaß, wurde die Waffe sichergestellt und ein Verfahren eingeleitet.

Schreckschusswaffe abgefeuert

Ebenfalls in Viernheim kam es aufgrund nicht ordnungsgemäß abgefeuerter Feuerwerkskörper gegen 1.30 Uhr zu einer Auseinandersetzung in der Saarlandstraße. Aus einer Gruppe heraus wurde vermutlich mit einer Schreckschusswaffe in Richtung eines 44-Jährigen geschossen. Die Täter flüchteten.

In Erbach im Odenwaldkreis entzündete vermutlich eine verirrte Feuerwerksrakete kurz nach Mitternacht den Rollladenkasten einer Wohnung in der Gebrüder-Grimm-Straße, was zu starker Rauchentwicklung führte. Der Brand konnte durch Zeugen gelöscht werden. Zwei Personen kamen mit dem Verdacht auf Rauchgasintoxikation in ein Krankenhaus. Die Höhe des entstandenen Sachschadens stand gestern noch nicht abschließend fest.

In Dieburg entstand beim Brand eines Wohnmobils ein Schaden in Höhe von mehreren Zehntausend Euro. Gegen 2 Uhr wurden Polizei und Feuerwehr alarmiert, nachdem die Flammen bemerkt worden waren. Ersten Erkenntnissen zufolge dürfte der Brand einer Mülltonne auf einen Schuppen sowie auf das Wohnmobil übergegriffen haben. Verletzt wurde niemand, am Wohnmobil sowie am Gebäude entstand jedoch erheblicher Schaden, berichtet das Polizeipräsidium Südhessen.