Hemsbach: Neue Wasserstellen zum Schutz von Fröschen und Kröten geschaffen
Im Schutzgebiet Rohrwiesen/Gänswiesen werden offene Wasserstellen geschaffen, um Amphibien bessere Lebensbedingungen zu bieten.
Hemsbach. Gerade noch rechtzeitig vor Beginn der Laichwanderung der Amphibien sind die im November begonnenen Arbeiten in den Rohrwiesen/Gänswiesen abgeschlossen worden. Spaziergänger werden erstaunt gewesen sein, wochenlang Bagger im Naturschutzgebiet am Werken gesehen zu haben. Das Areal ist bekanntermaßen ein wichtiges Laichgebiet für verschiedene Amphibienarten. Die heißen und regenarmen Sommer der letzten Jahre hatten gezeigt, dass das Gebiet komplett austrocknen kann. Auch hierdurch sind in den Rohrwiesen/Gänswiesen die Bestandszahlen der Amphibien drastisch zurückgegangen. Das Wichtigste für ein Laichgewässer ist jedoch eine freie Wasserfläche, die mindestens so lange Wasser führt, bis die Kaulquappen von Frosch und Kröte oder die Larven der Molche und Feuersalamander zu erwachsenen Tieren geworden sind.
Die BUND-Ortsgruppe Hemsbach/Laudenbach hatte deshalb die Initiative ergriffen und das Naturschutzgebiet für Verbesserungsmaßnahmen im Rahmen des Projektes „220 Amphibiengewässer“ des BUND Baden-Württemberg angemeldet, welches vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gefördert wird. Nach Begehungen hatte das Referat Naturschutz und Landschaftspflege des Regierungspräsidiums Karlsruhe die jetzt ausgeführten Arbeiten in Auftrag gegeben. In fünf Bereichen mit gutem Lichteinfall wurden mit Baggern Flächen entschlammt, um auch in trockenen Jahren dem Amphibiennachwuchs Rückzugsbereiche mit Wasser zu bieten. Es wurden tiefe Stellen geschaffen, der Aushub verbleibt auf dem Gelände. Es erfolgt keine Bepflanzung. Den Tier- und Pflanzenarten wird der Raum gelassen, sich das Biotop selbstständig zu erschließen.
Seit 2018 gehen die Amphibienbestände in Baden-Württemberg dramatisch zurück. Hiervon sind selbst so häufige Arten wie Erdkröte und Grasfrosch betroffen. Ein wichtiger Grund für diese negative Entwicklung ist der Verlust geeigneter Lebensräume. Daher ist beispielsweise die Sanierung verlandeter Laichgewässer ein wichtiger Bestandteil im Amphibienschutz. Die eingebrochenen Bestände machen deutlich: Es muss schnell gehen.
Im Rahmen des Projektes „220 Amphibiengewässer“ wurden bereits weit über 140 Amphibiengewässer in Baden-Württemberg saniert. Im Fokus des Projektes stehen Erdkröte und Grasfrosch. Die Gewässer kommen aber auch anderen Arten zugute. Unterstützt werden die Maßnahmen von zahlreichen ehren- und hauptamtlichen Amphibienschützern landesweit. Uwe Somplatzki, Co-Vorsitzender des BUND Hemsbach/Laudenbach und Naturschutzwart, appelliert an die Bürger: „Bitte behandeln Sie das Gewässer rücksichtsvoll und helfen Sie mit, ein störungsarmes Umfeld für die Amphibien zu schaffen. Betreten Sie das Naturschutzgebiet nicht, hinterlassen Sie keinen Müll und keinen Grünschnitt! Setzen Sie bitte keine Aquarientiere wie Fische oder Schildkröten ein!“
Co-Vorsitzender Felix Kokocinski erklärt, was der Bürger für mehr Amphibienschutz tun kann. An erste Stelle setzt er die Anlage von naturnahen Gewässern und Winterverstecken im Garten. Außerdem rät er dazu, keine Umweltgifte im eigenen Garten einzusetzen. Wer noch mehr machen möchte, könne Naturschutzverbände durch Mitgliedschaften unterstützen oder selbst aktiv werden und zum Beispiel die vielen ehrenamtlichen Helfer bei der in Kürze startenden Amphibienwanderung unterstützen.
Weitere Infos und Möglichkeiten, aktiv im Naturschutz mitzuwirken, auf https://hemsbach-laudenbach@bund.net