Weinheim

Im Doppelpack ehrenamtlich helfen

Zwei Ehepaare aus Weinheim verraten, wie sie zum Ehrenamt gekommen sind und was sie bei ihrem Engagement antreibt.

Ulla Karnaschs ehrenamtliches Engagement begann als Lesepatin an der Johann-Sebastian-Bach-Schule. Inzwischen ist sie beim Theaterverein „Holzwurm“ aktiv. Ehemann Olivier Karnasch unterstützt seine Frau. Foto: Marco Schilling
Ulla Karnaschs ehrenamtliches Engagement begann als Lesepatin an der Johann-Sebastian-Bach-Schule. Inzwischen ist sie beim Theaterverein „Holzwurm“ aktiv. Ehemann Olivier Karnasch unterstützt seine Frau.

Bei Ulla Karnasch begann es mit einer Lesepatenschaft. Renate Müller erfasste der „Ehrenamtsvirus“ beim Basteln mit Kindern in einer Jugendgruppe von Herz-Jesu. Ihr Ehemann Hartmut war ab den Siebzigerjahren beim Stadtjugendring aktiv und wurde unter anderem durch Aufgaben im Jugendherbergswerk, bei der Verkehrswacht, im Kirchengemeinderat von St. Laurentius, bei der Städtepartnerschaft mit Cavaillon oder bei der katholischen Sozialstation zu einem regelrechten Vorzeige-Ehrenamtler. Gemeinsam stehen ihre Helferbiografien beim Ehrenamtstag im kleinen Schlosshof stellvertretend für alle Ehrenamtlichen.

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„Wir hatten heute richtig viel Spaß mit einer Aktion unserer Verkehrswacht in Laudenbach. Wir haben für die Schulung von Kindern extra kleine Verkehrsschilder gemacht. Das werden wir auch in anderen Kommunen entlang der Bergstraße und in Weinheim anbieten“, erzählt Hartmut Müller. Der 68-Jährige ist noch immer Feuer und Flamme für das Ehrenamt. „Immerhin habe ich dadurch bei einem Bürgerfest und im Rahmen des 100-jährigen Bestehens des Jugendherbergswerks mit Horst Köhler und Joachim Gauck zwei Bundespräsidenten die Hand schütteln dürfen“, sagt Müller und lacht.

Hartmut und Renate Müller sind in vielen Bereichen ehrenamtlich aktiv, zum Beispiel bei der Kirche, dem Jugendherbergswerk und dem Stadtjugendring. Foto: Marco Schilling
Hartmut und Renate Müller sind in vielen Bereichen ehrenamtlich aktiv, zum Beispiel bei der Kirche, dem Jugendherbergswerk und dem Stadtjugendring.

Wissen an Jüngere weitergeben

Seine Ehefrau Renate (65) teilt mit ihrem Mann die Lebenshaltung, für Mitmenschen da zu sein. Gleichwohl ging sie im Ehrenamt auch eigene Wege, wenn sie in Herz-Jesu oder St. Laurentius Kinder auf die Erste Kommunion oder die Firmung vorbereitete, Jugendgottesdienste feierte, sowie bei Fahrten und Aktionen des Stadtjugendrings zusammen mit ihrem Mann Jugendliche begleitete.

Für Renate Müller war es eine wichtige Lebenserfahrung, den Mut aufzubringen und sich als Ehrenamtliche an neue Aufgaben zu wagen. „Es war für das weitere Leben gut, sich in Verantwortung zu üben und durch das Ehrenamt auch Selbstvertrauen zu gewinnen“, zieht sie ein Resümee ihrer Arbeit, die noch lange nicht zu Ende ist, weil sie ihr Wissen im Bereich Gruppenleitung auch gerne an Jüngere weitergibt.

Viele Menschen waren der Einladung der Stadt Weinheim zum großen Ehrenamtsabend im Schlosshof gefolgt. Foto: Marco Schilling
Viele Menschen waren der Einladung der Stadt Weinheim zum großen Ehrenamtsabend im Schlosshof gefolgt.

Wenn Ulla Karnasch (54) ab 2016 einmal pro Woche als Lesepatin in die Johann-Sebastian-Bach-Schule kam, freuten sich Siebt- und Achtklässler oft auf eine nächste Geschichte der Warrior Cats. Die Kinderbuchreihe von Beltz fällt ihr sofort ein, wenn sie über den Beginn ihrer Ehrenamtszeit spricht. „Auch der Austausch mit anderen Lesepaten war sehr gut“, erinnert sich die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau an Lesestunden, in denen sie Kindern und Jugendlichen eine neue literarische Fantasiewelt eröffnete. Zusammen mit ihren eigenen beiden, heute erwachsenen, Kindern stand sie außerdem als Betreuerin beim Kinderturnen des AC Weinheim zur Verfügung. Inzwischen hat sich Ulla Karnasch auf die Theaterbühne gewagt, feierte mit „Damen der Gesellschaft“ bei „Holzwurm“ ihr Debüt in der Komödiengruppe und wirkte bei weiteren Aufführungen, zuletzt auch im Chor bei der Musical-Revue „Showtime“, mit. Dass es bei „Holzwurm“ nicht nur um das Mitwirken auf der Bühne geht, sondern auch Aufgaben rund um die Inszenierung zu übernehmen sind, weiß Ehemann Olivier Karnasch längst. „Da dreht sich manchmal monatelang alles um das nächste Theaterstück“, sagt er. Dass er seine Frau unterstützt, ist für ihn selbstverständlich. Das Ehepaar Karnasch ist der Einladung der Stadt gerne gefolgt. Ulla Karnasch: „Es ist eine Wertschätzung für das, was wir tun, und das finde ich toll.“