In der Bahn hat es gefunkt – Weinheimer Ehepaar Lieberknecht feiert Eiserne Hochzeit
Elfriede und Klaus-Dieter Lieberknecht schauen auf ein bewegtes Leben zurück. Das Paar aus der Weinheimer Weststadt ist 65 Jahre verheiratet - und feiert nun Eiserne Hochzeit.
Weinheim. Es gab Zeiten, da war die Bahn so pünktlich, dass man sich darin gut verabreden konnte. Jeden Tag zur selben Zeit. Wie gut, denn sonst wären Elfriede und Klaus-Dieter Lieberknecht vielleicht nie ein Paar geworden – und würden jetzt keine Eiserne Hochzeit feiern.
Geheiratet hat das Paar am 5. August 1960 in Birkenau, seit rund 40 Jahren wohnen Elfriede und Klaus-Dieter Lieberknecht gemeinsam in einem eigenen Reihenhaus in der Ladenburger Straße in der Weinheimer Weststadt. Stadträtin Christina Eitenmüller gratulierte am Dienstag in Vertretung von Oberbürgermeister Manuel Just dem Paar zum 65. Hochzeitstag.
Klaus-Dieter Lieberknecht wuchs in Birkenau auf und pendelte mit der Odenwald-Bahn täglich an seinen Arbeitsplatz als Industriemeister bei der Firma Freudenberg. Elfriede zog mit ihrer Mutter aus Weinheim nach Birkenau, schloss in Weinheim aber noch die Schule ab und fuhr mit dem Zug. So lernten sie sich besser kennen. Im Tunnel auf der badisch-hessischen Landesgrenze haben sie sich zum ersten Mal geküsst.
Die Lieberknechts schauen auf ein bewegtes Leben zurück. Nach dem Hausbau in Birkenau mit großer Eigenleistung versetzte die Firma den jungen Familienvater in ein neues Werk nach Neuenburg am Oberrhein, samt Familie, den Kindern Gabriele und Ralf, und einem Hund. Heimisch wurde die Familie dort jedoch nie.
Daher waren alle Lieberknechts froh, dass ihr Familienoberhaupt wenige Jahre später ein Jobangebot von der „Weinheimer Gummi“ bekam, wieder als Industriemeister. Diesmal zog die Familie aber nach Weinheim, zunächst in die Händelstraße, später ins Eigenheim in die Ladenburger Straße. Das Leben meinte es nicht immer gut mit ihnen, denn ihre Tochter Gabriele verstarb früh. Ihr Bruder Ralf, der in Weinheim wohnt, kümmert sich um die Eltern, die in ihrer Mobilität etwas eingeschränkt sind, aber ansonsten noch fit sind.
Drei Enkel und drei Urenkel schauen regelmäßig bei Oma und Opa vorbei. Den Garten pflegt Elfriede Lieberknecht vom Rollstuhl aus noch selbst. Beide Ehepartner verfügen über ein Elektromobil, mit dem sie gemeinsam einkaufen oder eine Runde um den Waidsee fahren. (dls)