Nur für Fußgänger

Radler irritiert: „Kleiner Barbarasteg“ in Weinheim plötzlich für Zweiräder gesperrt

Zwei weiß-rote Pfosten versperren auf einmal den Weg für Fahrräder: Ein Teilstück der Barbarbrücke darf nur noch zu Fuß genutzt werden. Der Hintergrund für die Maßnahme.

Die zwei Poller sollen die Zufahrt für motorisierte Zweiräder verhindern. Foto: Ulrich Porsch
Die zwei Poller sollen die Zufahrt für motorisierte Zweiräder verhindern.

Weinheim. Plötzlich sind da zwei weiß-roten Poller im Weg: Der „kleine Barbarasteg“, der auch als wichtiger Teil der Fahrradbrücke dient, kann zurzeit nur von Fußgängern genutzt werden. Das blau-weiße Schild mit Mutter und Kind weist neben den Pfosten darauf hin, dass hier nur noch gelaufen und das Fahrrad geschoben werden darf.

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Die Barbarabrücke in Weinheim ist eine wichtige Verbindung zwischen Weststadt und Kernstadt. Foto: Stadt Weinheim
Die Barbarabrücke in Weinheim ist eine wichtige Verbindung zwischen Weststadt und Kernstadt.

Fahrradfahrer Ulrich Porsch zeigt sich irritiert: „Für eine entscheidende Wegstrecke im überschaubaren Radwegenetz von Weinheim, dazu noch eine der sehr wenigen, die nicht an der Straße verlaufen und annähernd kreuzungsfrei sind, ist das keine gute Nachricht“, schreibt er in einer E-Mail. Durch die plötzliche Sperrung für Radfahrer werde der Eindruck verstärkt, dass der Radverkehr „nur unter ferner liefen wahrgenommen wird.“

Wichtiger Knotenpunkt zwischen Weststadt und Kernstadt

Die Barbarabrücke dient als wichtiger Knotenpunkt für den täglichen Schul- und Freizeitweg und für die Querung über B3 und Westtangente. Gerade zwischen der Weststadt und der Kernstadt sei das Teilstück wichtig, um zur Dietrich-Bonhoeffer-Schule, dem Privatgymnasium, dem Sepp-Herberger-Stadion und zur Heidi-Mohr-Halle zu kommen.

Mängel am Bauwerk

Doch wieso wurde das Teilstück denn überhaupt gesperrt? „Im Rahmen einer Prüfung wurden leider Mängel festgestellt, die entsprechende Maßnahmen gefordert haben“, erklärt Mark Lucht vom Bürger- und Ordnungsamt. Risse im Bauwerk ließen keine große Belastung mehr zu. Zudem hätten die Geländer nicht mehr die erforderliche Höhe, um einen sicheren Verkehr für die "immer größeren und immer schnelleren Fahrräder" zu gewährleisten, erklärt Rathaussprecher Roland Kern. Dass das 80 Meter lange Teilstück nun nur von Fußgängern benutzt werden darf, sei eine rechtliche Sicherheitsvorgabe. Die zwei weiß-roten Poller, die plötzlich in den Weg montiert wurden, sollen die Zufahrt für motorisierte Zweiräder – die ohnehin verboten sind – ganz ausschließen.

Weitere Ergebnisse und mögliche Maßnahmen werden nach dem Vorliegen weiterer Erkenntnisse aus der Brückenprüfung besprochen, teilt die Stadtverwaltung abschließend mit.