Kommentar zum Schlossparkrestaurant: Zurück auf Anfang!
WN/OZ-Redakteurin Iris Kleefoot sieht im Konzept den Grund für die Schließung.
Die Nachricht der Schließung des Weinheimer Schlossparkrestaurants kam überraschend, auch wenn viele Weinheimer schon lange vermutet hatten, dass Pächterin Juliane Wasser mit ihrem umstrittenen Konzept nicht den Geschmack der Gäste trifft. Es war so sperrig wie der Name „Schloss Weinheim, Café-Restaurant & Event Manufaktur“ und setzte nicht auf das, was sich viele Gäste gewünscht hatten: einen Restaurantbetrieb auch am Abend.
Doch selbst zum Mittagstisch kamen nur wenige Gäste ins Schloss – zumindest im Winter. Die Weinheimer wurden einfach nicht warm mit ihrer früher so beliebten „Guten Stube“ unter Wassers Führung. Jetzt bleibt die Küche eben kalt.
Stattdessen setzte das Team vermehrt auf geschlossene Gesellschaften und Events – ein lukratives Geschäft, müsste man meinen. Doch angesichts der schwierigen Wirtschaftslage, der angespannten Personalsituation und der gestiegenen Energiekosten sowie der Heizkosten in diesem alten Gemäuer wohl nicht genug.
Eigentlich war Juliane Wasser von der Stadtverwaltung bei der Übernahme regelrecht der „rote Teppich“ ausgerollt worden. Doch spätestens seit der dreimonatigen Schließung im Frühjahr spürte man von guter Stimmung zwischen Vermieter und Pächterin nicht mehr viel. Entsprechend kühl mutet das Bedauern an, das die Stadtverwaltung zum Abschied ausspricht.
Schneller als gedacht scheinen neue Bewerber in den Startlöchern zu stehen. Angesichts des kräftezehrenden Auswahlverfahrens in der Vergangenheit wäre es trotzdem ein kleines Wunder, wenn das Schlossparkrestaurant im Frühjahr schon wieder seine Türen öffnet. Und wenn doch, dann bitte als „echtes“ Restaurant.