Schlossparkrestaurant: Es liegen zehn Bewerbungen vor
Die Entscheidung, wer als Pächter in Weinheims "Gute Stube" zieht, soll noch vor Weihnachten fallen.
„Ein Premium-Objekt wartet auf Sie!“ hieß es in der Annonce der Weinheimer Stadtverwaltung vom November. Mit diesen werbewirksamen Worten suchte die Stadt nach der überraschenden Schließung des Weinheimer Schlossparkrestaurants nach einem neuen Pächter. Und die Rechnung scheint aufzugehen. In der nur dreiwöchigen Bewerbungsphase meldeten sich sage und schreibe zehn Anwärter, die die Nachfolge von Juliane Wasser antreten wollen.
Wasser hatte im Oktober nach nur 18 Monaten in Weinheims „Guter Stube“ das Küchentuch geworfen. Ihre Begründung: „Die allgemein schwierige Wirtschaftslage, die hinlänglich bekannte Personalsituation, die massiven Energiekosten sowie die überhöhten Heizkosten haben uns letztlich zu der Entscheidung bewogen, diesen Schritt zu gehen.“
Die Herausforderungen scheinen die Bewerber nicht abzuschrecken. Zwei davon hatten schon direkt nach der Schließung Interesse an einer Übernahme des Prestige-Objektes bekundet.
Stadt hält sich noch bedeckt
„Wir sind sehr zufrieden mit der Bewerberlage“, sagte Weinheims Pressesprecher Roland Kern auf Nachfrage unserer Zeitung. Namen nennen wollte er nicht. Und auch nicht, ob es sich um Gastronomen aus Weinheim handelt. Aus gutem Grund. Schließlich hat sich die Stadtverwaltung vorgenommen, sehr diskret vorzugehen, um Anwärter nicht schon im Vorfeld ins Rampenlicht der Öffentlichkeit zu zerren. Das war in der Vergangenheit nicht gut angekommen. Auch nicht die konzeptionellen Vorgaben. Dazu hatte Kern schon Mitte November erklärt: „Wir haben den Eindruck, dass es in der Vergangenheit Interessenten gab, die von den Vergabemodalitäten abgeschreckt worden sind. Jetzt wollen wir kein Konzept im Vorhinein ausschließen.“
Eröffnung im März geplant
Neu ist auch, dass der Oberbürgermeister die Entscheidung zusammen mit der Verwaltung trifft, aber ohne den Gemeinderat. Die Fäden laufen im Amt für Immobilienwirtschaft zusammen. Das spart Zeit. Denn bereits im März soll das Schlossparkrestaurant wieder bewirtschaftet werden, um im Heimattage-Jahr ein Mittelpunkt der gastfreundlichen Stadt zu sein.
Schon am Freitag stehen Besprechungen in der Stadtverwaltung an. „Um eine erste Vorauswahl zu treffen“, verrät Kern. Geprüft werden das gastronomische Konzept und der Businessplan. Außerdem sind ein Eigenkapitalnachweis, ein Lebenslauf und Referenzen gefordert. Gesucht wird ein fachlich erfahrener Gastronom mit einer modernen Küchenausrichtung, mit Bezug zu regionalen Frischeprodukten sowie entsprechendem Eigenkapital.
In der kommenden Woche soll dann die endgültige Entscheidung gefällt werden – eine hoffentlich frohe Botschaft also noch vor dem Weihnachtsfest.