Das sagen die Weinheimer zum Aus des Schlossparkrestaurants
Für die Menschen in und um Weinheim bieten das Schlossparkrestaurant und seine erneute Schließung mächtig Diskussionsstoff.
Mächtig Aufsehen erregte die Nachricht von der sofortigen Schließung des Schlossparkrestaurants in den sozialen Medien. Nach nur 18 Monaten in Weinheims Prestigeobjekt warf Pächterin Juliane Wasser das Küchentuch. Kritik äußerten die User sowohl am gastronomischen Konzept als auch an den Öffnungszeiten.
Roland J. bringt es bei Facebook auf den Punkt: „Für mich war da zweimal hintereinander ein Hauch von Größenwahn, oder nennen wir es Selbstüberschätzung, am Start. Wenn ich so einen Betrieb nachhaltig am Leben erhalten will, dann ist es am wichtigsten – egal, in welchem Preissegment ich anbiete –, dass das Kerngeschäft schnell und stabil funktioniert. Und das ist das Restaurant!“ Er ist der Ansicht: „Wenn die Leute im Sommer mit dem Essensangebot zufrieden sind, kommen sie auch im Winter! Und das waren sie nicht!“
Gründe für das Scheitern sieht Eli S. in den Auflagen der Stadt Weinheim, in der Personalnot, aber auch in den hohen Lohnnebenkosten in Deutschland. Sie meint: „Es kommt viel zusammen.“
Georg K. findet: „Irgendwie ist da der Wurm drin.“ Und nicht nur er fragt sich, woran es liegt, dass die letzten beiden Gastronomen im Schlossparkrestaurant nicht Fuß fassen konnten. Am „Etepetete-Konzept“, glaubt Claudia F., die sich statt gehobener Küche ein Gasthaus oder ein Café wünscht, „wo man einfach spontan und öfter mal hingehen kann“.
Besondere Location
Das sieht Nike M. ganz anders: „Die Location ist besonders, und genauso sollte sie auch geführt werden. Anspruchsvoll im Service, dann funktioniert das auch mit den Gästen.“ Die Vorschläge der Facebook-User für eine neue Gastronomie sind vielfältig und reichen von der wohl eher illusorischen Odenwälder Kochkäskneipe bis zum Restaurant mit Livemusik zum Tanzen. Hauptsache: „Preise, die ein Sterblicher bezahlen kann. Kleinvieh macht auch Mist“, findet Werner E.
So manch einer der Facebook-Nutzer schwärmt von den guten, alten Zeiten unter Jan Hutter und der Familie Farnow. Tobias E.: „Danach hatte wirklich keiner eine Idee oder Chance, das Restaurant auf dem Level weiterzuführen ... leider schade.“
Bessere Öffnungszeiten
Für die Zukunft hofft Christa K., „dass die Stadt sich dieses Mal für einen Gastronomen entscheidet, der etwas davon versteht, und einen mit besseren Öffnungszeiten“. Hinsichtlich einer baldigen Neuverpachtung wünscht sich Elisabeth Kramer, Fraktionsvorsitzende der Weinheimer Grünen, ein vereinfachtes Verfahren – ohne „Schlossparkrestaurant-Kommission“.