Weinheim

Was wünschen sich die Weinheimer fürs Schlossparkrestaurant?

Der Weinheimer Schlosspark hat mal wieder kein Restaurant. WN/OZ war vor Ort und hat sich mit Passanten unterhalten, wie sie sich eine Wiederbelebung vorstellen würden.

WN/OZ haben die Weinheimer im Schlosspark befragt. Foto: Melissa Richter
WN/OZ haben die Weinheimer im Schlosspark befragt.

Nach der Schließung des Schlossparkrestaurants ließ die Kritik nicht lange auf sich warten. Insbesondere schmeckte den Weinheimern nicht, dass das Lokal so einen starken Fokus auf das Konzept "Eventlocation" legte. Aber wie besser machen? Unter anderem zu dieser Frage hat sich WN/OZ unter den Passanten im Schlosspark in Weinheim umgehört.

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Die guten, alten Zeiten

„Vor 35 Jahren haben wir hier geheiratet“, erinnert sich Ruth Schmidt. Auch deswegen bedauert sie die erneute Schließung des Schlossparkrestaurants sehr. Unter der Leitung des Ehepaars Farnow ist es einfach super gewesen, erklärt die Weinheimerin. Seit der Neueröffnung im April 2023 war Schmidt nur einmal im Restaurant, als sie Gast auf einem Kindergeburtstag war. „Die Umgebung ist sehr schön. Die Bewirtung so lala“, bedauert sie. Wenn das Restaurant wieder eröffnen sollte, würde sie sich eine Bewirtung wie damals bei der Familie Farnow wünschen. Gutbürgerlich, etwas gehoben, aber für jeden Geschmack etwas dabei. Das wäre für Schmidt die Idealvorstellung.

Ruth Schmidt aus Weinheim. Foto: Melissa Richter
Ruth Schmidt aus Weinheim.

"Das hätte ich nicht gedacht"

„Es überrascht mich ziemlich“, so Lena Kadel, aus Weinheim. Denn die 30-Jährige dachte, dass das neue Konzept ganz gut ankommt. Für den Schlosspark sei es ein Verlust. „Es ist natürlich schön, wenn hier etwas los ist.“ Bezahlbare, moderne Gerichte, aber auch Kaffee und Kuchen würde sich Kadel als zukünftiges Konzept im Schlossparkrestaurant wünschen. Beim nächsten Mal müsste stärker die Werbetrommel gerührt werden: „Ich habe gar nicht so viel davon mitbekommen, was dort bislang angeboten wurde.“

Lena Kadel (30) aus Weinheim. Foto: Melissa Richter
Lena Kadel (30) aus Weinheim.

Kinderfreundliche Stube

„In Weinheim fehlt jetzt natürlich mal wieder etwas“, erklärt Andrea Foshag aus Lützelsachsen. Es sei immer schön gewesen, wenn man mit den Kindern dort war, pflichtet ihr Freundin Petra Medina-Bickel bei. Vor allem, weil man sich als Elternteil unkompliziert auf die Terrasse setzen konnte, während die Kinder auf dem Spielplatz nebenan Gelegenheit zum Spielen hatten. Für Foshag hat nichts darauf hingedeutet, dass es bald zur Schließung kommen sollte, als sie neulich noch zum Kaffeetrinken und Kuchenessen im Schlossparkrestaurant war. Ob sie konzeptionelle Vorstellungen für das Restaurant hat? „Keine gehobene Gastronomie“, entgegnet Medina-Bickel. Foshag ergänzt den Vorschlag: „Gute deutsche Küche, die auch vegetarisch kann.“

Adrea Foshag (63) und Petra Medina-Bickel (65) (von links). Foto: Melissa Richter
Adrea Foshag (63) und Petra Medina-Bickel (65) (von links).

"Ich dachte, es wäre noch auf"

Dagmar Breusch hat von der Schließung nichts gewusst. So ist sie mit ihren Eltern, die schlecht zu Fuß sind, extra nach Weinheim gefahren, um im Schlossparkrestaurant zu essen. Da sei es praktisch, dass das Lokal gut vom Parkplatz aus zu erreichen ist. „Dann musste ich leider feststellen, dass das Restaurant zu war.“ Auch sie würde es begrüßen, wenn es das Restaurant künftig schlicht halten würde: „Kleinigkeiten, aber lecker.“

Dagmar Breusch (62) aus Oldenburg. Foto: Melissa Richter
Dagmar Breusch (62) aus Oldenburg.

"Kaffeetrinken, das wäre für mich wichtig"

„Ich liebe es vor allen Dingen, sonntagnachmittags nach meinem Spaziergang dort Kaffee zu trinken“, so Ulrike Maus. Es war in der Vergangenheit immer das Ziel nach ihrer Runde. Deshalb sei sie vom bisherigen Konzept nicht begeistert gewesen: „Das war mehr eine andere Richtung, eine Eventlocation“, erläutert die 75-Jährige. Für die Zukunft wünscht sie sich ein offenes Restaurant mit weniger geschlossenen Gesellschaften.

Ulrike Maus (75) aus Weinheim. Foto: Melissa Richter
Ulrike Maus (75) aus Weinheim.

"Bitte nur einen Ruhetag!"

Dr. Wolf-Karsten Albert erinnert sich, dass es im Schlossparkrestaurant schon bessere Zeiten gab. „Es war ein ganz normales Restaurant“, erklärt der 79-Jährige. Doch zuletzt war das anders. „Jetzt war es abends oft um 18 oder 19 Uhr schon zu, wenn zu wenig Publikum vorhanden war“, bemängelt er. Eigentlich schade: Denn grundsätzlich hält er das Schlossparkrestaurant als Aushängeschild für Weinheim.

Durch den stärkeren Fokus auf Events war das „normale“ Publikum ausgeschlossen, findet der Weinheimer. Was nicht bedeutet, dass er es gar nicht ins Schlossparkrestaurant geschafft hat. Albert selbst war mehrmals dort Mittagessen, „und das war akzeptabel“. Sein Appell an den nächsten Betreiber: „Bitte nur einen Ruhetag!“

Dr. Wolf-Karsten Albert (79) aus Weinheim. Foto: Melissa Richter
Dr. Wolf-Karsten Albert (79) aus Weinheim.