Weinheim

Küchenschlacht: Weinheimer Hobbyköchin geht volles Risiko

Mit Lamm und Leidenschaft, aber auch mit peppiger vegetarischer Küche kocht sich Katinka Weidler in der ZDF-Kochshow „Küchenschlacht“ von Runde zu Runde. Tag zwei liegt hinter ihr. Ob es mehr werden und ob sie es vielleicht sogar in die Championsweek schafft, bleibt spannend.

Macht auch im Licht der Scheinwerfer eine gute Figur: Katinka Weidler im Hamburger ZDF-Studio. Foto: Gunnar Nicolaus/ZDF
Macht auch im Licht der Scheinwerfer eine gute Figur: Katinka Weidler im Hamburger ZDF-Studio.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, heißt es. Entsprechend mutig kochte Katinka Weidler zum Start der „Küchenschlacht“ in dieser Woche ihr Leibgericht: gebratener Lammrücken mit Fenchel-Kartoffelpüree und Fenchel mit Gorgonzola. Die gewagte Kombination kam an. Richard Rauch, österreichischer Spitzenkoch und Juror der beliebten ZDF-Sendung, lobte die Weinheimerin für das Lamm: „Butterweich und richtig kräftig angebraten.“ Das Kartoffelpüree „schön ausbalanciert“, der Fenchel mit dem Blauschimmelkäse „komplett stimmig“. Sein Resümee: „Fein! Danke.“ Dabei hatte er zunächst zugegeben, dass der Gorgonzola in diesem Gericht nicht unbedingt sein größter Favorit ist – auch wenn es sich um die milde Version handelte.

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35 Minuten Zeit hatte die 51-jährige Chef-Stewardess für ihr Gericht, ebenso wie ihre fünf kochenden Konkurrenten. Die legten sich gleichermaßen ins Zeug – mit Pilzrisotto, Linseneintopf, Saltimbocca, Reisnudeln in Brühe oder Surf and Turf. Eine starke Konkurrenz. „Das Niveau in dieser Woche ist superhoch“, war sich auch Moderator und Sternekoch Björn Freitag sicher, der beim Rundgang zwischen den Kandidaten in die Töpfe und Pfannen schnupperte. Er wusste auch um die Tücken des Pürees, das Katinka Weidler stampfte. Es darf nicht „kleisterig“ werden. Und davon war es denn auch weit entfernt, wie der Juror am Ende bestätigte. Es zerging auf der Zunge.

Leibgericht: Gebratener Lammrücken mit Fenchel-Kartoffelpüree und Fenchel mit Gorgonzola von Katinka Weidler. Foto: Gunnar Nicolaus/ZDF
Leibgericht: Gebratener Lammrücken mit Fenchel-Kartoffelpüree und Fenchel mit Gorgonzola von Katinka Weidler.

Kein glatter Durchmarsch

Trotz allen Lobes: Einen glatten Durchmarsch schaffte die Weinheimerin in der ersten Runde nicht. Nach vier Gerichten, die Richard Rauch durchwinkte, ließ er sich mit seiner letzten Entscheidung Zeit. Dann die Erlösung: „Der Lammrücken ist weiter.“ Katinka Weidlers Reaktion: „Ich war sehr nervös – Hände feucht, Herz hat geschlagen. Ich war überglücklich, weitergekommen zu sein."

Am Dienstag standen dann Vorspeisen auf dem Speiseplan der Kochsendung. Juror Alexander Kumptner verkostete fünf davon, darunter die gegrillte Tomate mit Rote-Bete-Gurken-Raita, gerösteten Zwiebeln und Pfannenbrot der Weinheimerin. Raita? Da war selbst Moderator Björn Freitag ratlos. Die Auflösung: Es handelt sich um einen Joghurt-Dip aus der indischen Küche. Auch die frischen Curry-Blätter, die Katinka Weidler mitgebracht hatte, waren für ihn neu.

Alexander Kumptner schnalzte bei Katinka Weidlers Gericht mit der Zunge: „Gut aromatisiert, der Raita sensationell.“ Seine Kritik auf hohem Niveau – der Strunk der Tomaten. Trotzdem bewertete er zum Schluss: „Die Vorspeise hat mich im Herz berührt – eine peppige vegetarische Küche.“ Die Weinheimerin war damit erneut eine Runde weiter.

Grüße aus New York

Ausgerechnet während der Ausstrahlungswoche muss Katinka Weidler fliegen, oder besser sie darf. Denn die Destination New York ist sicher auch kein schlechtes Pflaster. Trotzdem nimmt sie sich Zeit für den telefonischen Austausch mit unserer Redaktion. Sie schwärmt von der Aufzeichnung der Sendung im Hamburger ZDF-Studio. Katinka Weidler: „Es war alles schon sehr aufregend, aber die Crew dort hat uns sehr gut aufgenommen. Die Atmosphäre war ausgesprochen familiär. Und das Team, das in der Küchenschlacht gekocht hat, war auch sehr, sehr gut.“

Support in Hamburg

Unterstützung erhielt die Weinheimerin von ihrer Freundin Michaela Heineck aus Hemsbach, die mit nach Hamburg gekommen war. „Von ihr hatte ich moralischen Support“, erklärt die Hobbyköchin. Ob sie es auch war, die Katinka Weidler bei der Küchenschlacht angemeldet hat, ist unklar. „Wer mich angemeldet hat, weiß ich nicht. Das hab ich noch nicht rausbekommen.“

Das Küchenschlacht-Team der Woche. Foto: Gunnar Nicolaus/ZDF
Das Küchenschlacht-Team der Woche.

Dass sie gut kochen kann, wissen nicht nur Familie, Freunde und Bekannte. Denn neben der Fliegerei betreibt Katinka Weidler ein kleines Cateringunternehmen in Lützelsachsen, wo sie mit Mann und Kindern lebt. Hier ist das Motto „Fein essen“ Programm. Die Bilder und Videos auf ihren Accounts auf Instagram und TikTok lassen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Man riecht förmlich den Duft der großen weiten Welt einer internationalen Kulinarik mit levantinischen Einflüssen. Die levantinische Küche ist eine Kombination aus traditioneller arabischer Küche und verschiedenen israelischen Einflüssen.

„Kochen ist meine Passion“

„Kochen ist meine Passion“, verrät Katinka Weidler. Und das sieht man. Die oft fleischlosen Gerichte sprühen vor Farbe. Granatapfelkerne leuchten mit frischem Gemüse um die Wette. Zwar hat Katinka augenscheinlich ein Händchen fürs Anrichten, dennoch holte sie sich zur Vorbereitung auf die Kochshow Unterstützung von befreundeten Köchen. Die gaben ihr Tipps zur Präsentation ihrer Gerichte.

Bisher hat’s gefruchtet. Katinka Weidler konnte sowohl mit ihrem Lammrücken als auch mit ihrer Vorspeise überzeugen. Und wie geht es weiter? „Das darf ich nicht verraten“, erklärt sie aus Übersee. Es soll für die Zuschauer ja spannend bleiben. Wer wissen will, wie sich die Weinheimerin am Kochtopf schlägt, muss den Fernseher einschalten – am Mittwoch um 14.15 Uhr geht es im ZDF in die nächste Runde.

Vielleicht kann sie sich sogar bis in die Championsweek kochen. Katinka Weidler: „Dann gehört man zu den zwölf besten Hobbyköchen Deutschlands.“ Die Messlatte liegt also hoch. Es gibt aber auch noch Pläne für das kommende Jahr. Selbst hier macht es Katinka Weidler spannend: „Ich plane etwas, das die Gastroszene in Weinheim bereichern wird.“

Katinka Weidler teilt ihre Leidenschaft für das Kochen auf Instagram und TikTok unter fein.essen