Einbrecher nehmen Klier-Salons in den Fokus - auch Filialen in Weinheim betroffen
Selbst vor der Trinkgeld-Dose der Friseurinnen machten die Unbekannten nicht Halt.
Die Friseurkette Klier kommt einfach nicht zur Ruhe: Nach der Insolvenz, die zur Schließung etlicher Salons geführt hatte, waren Läden nun im Fokus einer Einbruchserie.
Wie Polizeisprecherin Nicole Silberzahn erklärt, sind unbekannte Täter in den vergangenen Tagen in mehrere Friseursalons eingebrochen. Dort machten sie gezielt Jagd auf die Geldkassetten der Läden. Dabei machten sie selbst vor dem Trinkgeld der Friseurinnen nicht Halt. Neben einer Filiale in Mannheim waren am vergangenen Wochenende auch zwei Objekte in Weinheim Ziel der Einbrüche. Ein Sprecher der Klier Hair Group erklärte, dass es noch einen vierten Einbruch gegeben habe - wo wollte er jedoch nicht verraten. Auch gab es keine Antwort auf die Frage, warum die Täter ausgerechnet Salons der Kette ins Auge fassen.
Einstieg über die Hintertür
Klar ist: Die Diebe warteten das Samstagsgeschäft und die längere Schließung über das Wochenende ab. Der Tatzeitraum erstreckt sich von Samstag, 18.30 Uhr, bis Montag, 8.30 Uhr. In dieser Zeitspanne drangen die Unbekannten nicht nur gewaltsam in den Salon in der Bergstraße, sondern auch in die Filiale im Scheck-in Center in Weinheim ein. Dieses wiederum war erst im September Opfer von Einbrechern, die dort einen Automaten in die Luft gesprengt hatten und einen Brand verursachten.
Dieses Mal kamen die Langfinger jedoch über die Hintertür. Andreas Barthold, Marktleiter des Scheck-in Centers, erklärt, dass die Täter direkt über den Notausgang in den Salon eingebrochen sind. Dessen Tür, so Polizistin Silberzahn, haben die Einbrecher gewaltsam aufgehebelt. Dann machten sie sich über den Laden selbst her, den sie „durchwühlten“. Nachdem sie die Geldkassette gefunden haben, ergriffen sie die Flucht. Das Diebesgut beläuft sich nach Polizeiangaben auf einen vierstelligen Betrag.
Der Modus Operandi
Ähnliches spielte sich in den anderen Salons ab – mit weniger Beute. Bei den weiteren Einbrüchen in Weinheim und Mannheim belief sich der Schaden lediglich auf einen dreistelligen Bereich. Bei letzterem machten sich die Täter sogar über die Trinkgeld-Dose der Friseurinnen her.
„Es war immer derselbe Modus Operandi“, sagt Polizeisprecherin Nicole Silberzahn. Ein Grund, warum die Kripo nun die Ermittlungen übernommen hat. Spezialisten rückten in die Salons aus, um Spuren zu sichern. Neben Finger- und Schuhabdrücken seien das üblicherweise auch DNA-Proben – im besten Fall liegen im Umfeld des Tatortes irgendwo Zigarettenstummel herum. Aufnahmen aus Überwachungskameras liegen der Kripo laut der Polizeisprecherin derzeit keine vor.
Die betroffenen Salonleiterinnen vor Ort durften sich nach Rücksprache mit der Klier-Zentrale nicht zu den Einbrüchen äußern.
Zeugenhinweise werden unter der Telefonnummer 0621/174 4444 erbeten.