Weinheim

Miramar-Chef Steinhart: „Ich war’s nicht“

Miramar sowie IG Waid und Ofling reagieren auf den Appell des Weinheimer Fotografen Roger Schäfer, sich vom mutmaßlichen Vandalismus an einem Banner der Bürgerinitiative „Naherholung Waidsee“ zu distanzieren.

Am Pflückfeld am Waidsee-Rundweg war das Banner samt Metallgestell zu Boden geworfen worden. Foto: Roger Schäfer
Am Pflückfeld am Waidsee-Rundweg war das Banner samt Metallgestell zu Boden geworfen worden.

„Ich war’s nicht.“ Mit diesem kurzen und prägnanten Satz kommentiert Miramar-Chef Marcus Steinhart den mutmaßlichen Vandalismus an einem von der Bürgerinitiative „Naherholung Waidsee“ aufgestellten Banner. Auf diesem war die Forderung „Naherholung am Waidsee braucht Luft und Ruhe, kein Hotel und kein Parkhaus!“ formuliert. Nach dem Vorfall appellierte der Weinheimer Fotograf und Werber Roger Schäfer, der das Banner für die BI erstellt hatte, an die IG Ofling, IG Waid und das Miramar, sich von diesem Vandalismus zu distanzieren.

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Miramar-Pressesprecher Hardy Prothmann zeigt sich über diese Aufforderung empört: „Herr Roger Schäfer benutzt eine völlig unsaubere Rhetorik, die in Fachkreisen ,Praeteritio‘ oder ,Paralypse‘ genannt wird. Ein anderes Stilmittel ist die ,Schuld durch Assoziation‘, also einer Verknüpfung von Zusammenhängen, die nicht bestehen, sondern ohne jegliche Grundlage im Kopf erzeugt werden sollen, um einem ,vermeintlichen Gegner‘ zu schaden.“

„Indirekte Schuldzuweisung“

In der Pressemitteilung schreibt Prothmann weiter: „Angeblich will er niemanden ,beschuldigen‘, stellt aber durch die Forderung einer ,Distanzierung‘ gegenüber einem mutmaßlichen Vandalismus (der im Übrigen auch durch Herrn Schäfer oder Mitglieder der BI selbst ausgeführt sein könnte) einen Zusammenhang und eine indirekte Schuldzuweisung zum Miramar her. Das entspricht unserer Erfahrung, dass die BI sich nicht zu schade ist, völlig unredlich vorzugehen. Scheinargumente, Falschbehauptungen und Auslassungen sind bislang zu erkennen, jetzt wird in der nächsten Stufe eine Kriminalisierung versucht. Das ist verabscheuungswürdig und zeigt ,wes Geistes Kind‘ diese Gruppe ist.“

Öffentliche Entschuldigung?

Nach Ansicht des Miramas wären Schäfer und die BI gut beraten, sich von dieser Form der „politischen Kommunikation“ nicht nur zu distanzieren, sondern öffentlich um Entschuldigung zu bitten, dass ein völlig aus der Luft gegriffener Zusammenhang konstruiert wurde. „Selbstverständlich distanziert sich das Miramar grundsätzlich nicht nur von jeglicher Gewalt gegen Personen oder Sachen, sondern unternimmt belegt alle Anstrengungen in Zusammenarbeit mit den Behörden, mutmaßliche Straftaten im betrieblichen Raum zur Anzeige und Aufklärung zu bringen“, so das Miramar. Für den öffentlichen Raum sei das Miramar nicht zuständig. „Ganz sicher distanziert sich das Miramar von konstruierten Zusammenhängen, deren verderbte Zielsetzung allen vernünftigen Menschen sofort ersichtlich ist“, heißt es abschließend in der Stellungnahme.

Was sagen IG Waid und Ofling?

Auch die IG Waid und Ofling reagieren mit einer Pressemitteilung. „Selbstverständlich distanzieren wir uns davon und verurteilen diese Sachbeschädigung, wie wir jede Art von Vandalismus verurteilen und fordern alle Bürger auf, solche Aktionen zu unterlassen.“ Allerdings ist den Interessengemeinschaften „nicht ganz klar“, weshalb sich Roger Schäfer von ihnen eine Distanzierung von mutmaßlich gegen die BI gerichteten Straftaten erhofft, „wo wir nie gegen die BI Stimmung gemacht haben oder gar zu strafbaren Aktionen aufgerufen haben.“ Die IG Waid und die IG Ofling drücken ihre Hoffnung aus, dass die Sachbeschädigungen sich zukünftig nicht wiederholen.