Deutscher Alpenverein

Neuer Kletterturm in Weinheim eröffnet

500 Besucher kommen zum Sommerfest unter der Jakobswand im Birkenauer Tal. Wie der neue Turm bei den Kletterfans ankommt.

Christian Rost, Lea Paul, Diether Maurer bei der symbolischen Eröffnung des neuen Kletterturms auf dem Gelände des DAV Weinheim im Birkenauer Tal. Foto: Katrin Oeldorf
Christian Rost, Lea Paul, Diether Maurer bei der symbolischen Eröffnung des neuen Kletterturms auf dem Gelände des DAV Weinheim im Birkenauer Tal.

Als Ausbildungsreferent Walter Knapp und Vorstand Wolfgang Engelter den Eröffnungsgästen beim Sommerfest des Alpenvereins ausführlich erzählen, wie lange sich der von Planungen und Genehmigungen geprägte Weg zum Bau des neuen Kletterturms hinzog, legen Jonas und Jakob am Fuße des 16 Meter hohen „Riesen“ schon mal ihre Kletterschuhe bereit. Die beiden Zwölfjährigen müssen noch warten, bis Lea Paul, Christian Rost und Diether Maurer den Knoten eines Seils beim offiziellen Eröffnungsakt gelöst haben. Dann klettern die Jungs elegant Toprope bis zur Turmspitze, und Hunderte machen es Ihnen am Samstag im Klettergarten der Sektion Weinheim im Birkenauer Tal nach.

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Manche tragen an diesem besonderen Tag für den Verein das exklusive Ankletter-T-Shirt mit der Aufschrift „Erstbesteigung“. Es ist deutlich spürbar, dass die rund 500 000 Euro teure Investition dem Verein einen weiteren Schub verpasst. Die Mitgliederzahl des drittgrößten Weinheimer Vereins stieg inzwischen deutlich über die 3000er-Marke. „Durch den neuen Turm gab es bereits mehr als 100 Neueintritte“, sagte Engelter zu Manuel Just. Der Oberbürgermeister ist bereits vor dem offiziellen Beginn des Sommerfestes gekommen und sichtlich beeindruckt vom Vereinsgelände. Er lässt sich vom Wanderleiter auch in das Innere des neuen Kletterturms führen. Lange massive und mit zahlreichen Schrauben verbundene Holzträger bilden das Gerüst für die Kletterwände. "Die Fachwerkbalken kommen aus dem Schwarzwald“, erklärt Engelter.

Bis 21 Uhr wurde fleißig geklettert

Zu seinem Fest ließ es der Verein an nichts fehlen. Es wimmelte regelrecht vor engagierten ehrenamtlichen Helfern, die jede Frage beantworteten und beim Kletterbetrieb am Turm sicherten. „Nach Corona, das uns in Wartestellung verharren ließ, hat der neue Turm die verschiedenen Gruppen unseres Vereins noch näher zusammengebracht“, sagt Kletterbetreuer Reiner Zimmermann. Am Tag nach dem Sommerfest berichtet er am Sonntagmorgen, dass rund 500 Besucher zum Sommerfest kamen und bis kurz vor 21 Uhr geklettert wurde.

Foto: Katrin Oeldorf

Schon im Eingangsbereich des Geländes ermunterten Mitglieder der Klimagruppe des Vereins zur Teilnahme an einem Preiswettbewerb. Nicht nur das Motto „Klettern fürs Klima“ zählt beim DAV in Weinheim. Die überaus zahlreichen Fahrräder, die am Aufgang zum Gelände abgestellt waren, zeugten davon, dass Kletterer offenbar generell großen Wert auf umweltfreundliches Verhalten legen.

Einer der anspruchsvollsten Klettersteige Europas

Das Vereinsleben rund um die 60 Meter hohe Jakobswand, die bei aller Begeisterung für den neuen Turm mit ihren extrem anspruchsvollen Routen – darunter mit dem Karola Klettersteig einen der anspruchsvollsten Europas – das natürliche Aushängeschild bleibt, ist geprägt von großem Zusammengehörigkeitsgefühl. Das reicht bis zur aktiven Einbindung der Senioren, die zur Eröffnung der offiziellen Einweihung des Kletterturms unter Leitung von Walter Hebling mehrere Berglieder anstimmten. In der Singgruppe wirkt auch Irmgard Henning, die Witwe des ehemaligen Vorsitzenden Ernst Henning mit, der mit vielen Mitstreitern einst dafür sorgte, dass das Vereinsgelände bei der Jakobswand am 25. April 1985 eingeweiht werden konnte. Von da an hatte der 1906 gegründete Alpenverein, Sektion Weinheim, endlich eine Heimstatt.

„Wir erhalten sogar Besuch von Kletterern aus ganz Europa, die meist über das Internet vom Karola Klettersteig erfahren haben und ihn klettern wollen“, sagt Wolfgang Engelter. In Kombination mit dem neuen Turm und einer Boulderhalle bietet der DAV ein Rundumpaket für Freunde des Klettersports, die das Sommerfest zu einem besonderen Tag in der Vereinsgeschichte werden ließen.