Neues Programm der Volkshochschule
Die VHS Badische Bergstraße geht neue Wege in der Weiterbildung und hat über 800 Kurse im Angebot.
Analog trifft digital – nicht nur auf dem Cover des neuen Programmheftes der Volkshochschule (VHS) Badische Bergstraße. Dort kommen Roboter und Mensch in Berührung. Ein Sinnbild für die zunehmende Digitalisierung, die längst in der analogen Welt ihren Platz gefunden hat. VHS-Leiterin Dr. Cristina Ricca weiß: „Wer nicht am digitalen Leben teilnimmt, wird bald vom Alltag abgeschnitten sein.“ Sie vergleicht Digitalisierung gar mit Alphabetisierung. Denn: Digitale Kompetenz gilt heute wie Schreiben und Lesen als Schlüsselfaktor für den persönlichen und beruflichen Weg.
VHS-Programm
Das neue Herbst-Winter-Semester der Volkshochschule Badische Bergstraße (VHS) startet am 1. September.
Über 800 Kurse sind im neuen Programmheft aufgeführt.
Die Themenbereiche sind: Umwelt, Gesellschaft und Politik, Gestalten und Kultur, Gesundheitsbildung, Sprachen und Integration, berufliche Bildung, Digitales und IT sowie „Junge VHS“.
Das über 100 Seiten starke Heft wird in dieser Woche im Verbreitungsgebiet der Volkshochschule verteilt. Es liegt dann an gut erreichbaren und bekannten Punkten in Laudenbach, Hemsbach, Weinheim und Hirschberg aus.
Wer sich gerne beraten lassen möchte, erreicht die Mitarbeiterinnen des Anmeldebüros persönlich in der Luisenstraße 1, telefonisch unter 06201/99630.
Ansonsten kann das neue Kursangebot auch ab sofort online unter www.vhs-bb.de gebucht werden.
Auf diesem Weg will die VHS die Menschen begleiten – als Lernort und Forum für Bildung und Kultur. Und das nicht nur in Weinheim, sondern auch in den angeschlossenen Gemeinden Hemsbach, Laudenbach und Hirschberg. Selbst mit den Volkshochschulen von Heddesheim und Schriesheim wird kooperiert.
Bei der Vorstellung des neuen Programmes für das Herbst-Winter-Semester wurde deutlich: Um am Puls der Zeit zu bleiben, muss sich die VHS selbst digitaler aufstellen, aber auch einen Schwerpunkt auf die Weiterbildung ihrer Kunden in diesem Bereich legen. Mit ihrer Homepage ist die VHS längst im neuen Zeitalter angekommen – sie ergänzt das gedruckte Programm für Menschen, die noch das Haptische lieben, und wird ständig aktualisiert.
Neu ist ein Messenger-System, das eine schnelle und unkomplizierte Kommunikation mit einem VHS-Mitarbeiter ermöglicht. In Kontakt treten kann man über einen Button, der das Landesnetzwerk Weiterbildungsberatung BW (LNWBB) bewirbt. Per Mouseklick lassen sich auf diesem Weg ganz mühelos Fragen klären zum Kursangebot. Für die VHS besteht der Vorteil in der Bündelung der Anfragen.
Berufliches Coaching
Das neue Messenger-System konnte dank der finanziellen Unterstützung des LNWBB eingeführt werden. Es sitzt auch bei einem weiteren Angebot mit im Boot: kostenlose Beratungen zur Weiterbildung. Dozentin ist Waltraud Schweitzer, Geschäftsführerin einer Management-Beratungsfirma in Mühlhausen. Jeder Bürger aus Baden-Württemberg kann ihren professionellen Rat in Anspruch nehmen. „Ein berufliches Coaching im Dschungel der Weiterbildung“, konkretisiert Cristina Ricca. Und die muss nicht unbedingt an der VHS erfolgen. Kann aber, denn das Angebot ist vielfältig, gerade in diesem Bereich.
„Wir haben speziell für kleine und mittlere Unternehmen das neue Kursangebot Office-Management entwickelt“, sagte Peter Liebe, der für diesen Bereich verantwortlich zeichnet. Für dieses Angebot gewonnen werden konnte Dozent Matthias Dengel, der die Teilnehmer ganz individuell schult – nach Absprache gerne auch vor Ort im Unternehmen. Die VHS verlässt also auch hier ausgetretene Pfade. Liebe: „Wir wollen etwas Neues ausprobieren.“
So wurde ein neuer Schwerpunkt auf das Thema Programmieren gelegt. „Wir wollten unbedingt die neuen Entwicklungen in den Bereichen Coden und Künstliche Intelligenz in unserem Programm abbilden“, so Liebe. Ab Herbst können sich Interessierte in das Abenteuer Python stürzen und Anwendungen programmieren.
Neue Zielgruppen erreichen
Mit dieser Weiterentwicklung des Angebotes könnten neue Zielgruppen erschlossen werden. Wie zum Beispiel die Jugend. „Junge VHS“ nennt sich ein Baustein im Semesterprogramm. Hier gibt es weiterhin die bewährte Sommerakademie in den Ferien für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 15 Jahren, aber auch Kreativkurse und spielerisch geprägte Bildungsangebote.
Dass die VHS die Menge ihrer Kurse im Vergleich zum Jahr 2021 jetzt deutlich steigern konnte, liegt unter anderem an dem großen Interesse an Fremdsprachen — und hier besonders an „Deutsch als Fremdsprache“. Hintergrund ist unter anderem der Zuzug von Ukrainern. Waren es 2021 in diesem Segment Fremdsprachen noch 251 Kurse, sind es 2023 mittlerweile 400. Ricca: „Hier zeigt sich, dass wir in der Metropolregion eine der wichtigen Volkshochschulen sind, die ausreichend Integrationskurse für Geflüchtete anbieten kann.“ Um der großen Nachfrage noch Herr werden zu können, werden dringend weitere Räumlichkeiten gesucht, ebenso Dozenten. Ricca: „Das Interesse wächst und wächst, und entsprechend wächst auch die Warteschlange.“ Zusammen mit dem Angebot aus den anderen Bereichen bietet die VHS aktuell 831 Kurse an. „Wir haben damit ein Level erreicht, das sich wieder mit dem Jahr 2019 vergleichen lässt und in einigen Programmbereichen sogar darüber liegt“, so die VHS-Leiterin. Eine positive Entwicklung, die noch deutlicher beim Blick auf die Unterrichtseinheiten zutage tritt: VHS-Dozenten unterrichten 2023 mehr als 28 000 Unterrichtseinheiten (2021: 12 000).
Die VHS setzt mit ihrem Angebot besonders dort an, wo der Schuh drückt. Zum Beispiel in der Kinderbetreuung. Erfreulich hat sich auch das Angebot für die Kindertagespflege entwickelt. „Die Nachfrage ist in diesem Bereich weiter sehr groß“, stellte Ricca fest. Aus diesem Grund habe sich die VHS entschlossen, ab November einen neuen Kurs für neue Tagesmütter und -väter durchzuführen. Die VHS bietet diese Fortbildung gemeinsam mit dem Landratsamt Rhein-Neckar an.