Projekt an der Gelberg-Grundschule für ukrainische Kinder
Die Schule soll ein sicherer Ort sein - für alle Kinder, aber ganz besonders für die Mädchen und Jungen, die vor dem Krieg in ihrer Heimat geflohen sind. In Lützelsachsen will man sie emotional auffangen und ihnen Sicherheit geben.
Nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine waren unzählige ukrainische Familien gezwungen, das Land zu verlassen. Nach der Flucht war die akute Gefahr zwar gebannt, persönliche Probleme wie Unsicherheiten, Ängste oder Trauer über Verluste sind in der neuen Umgebung jedoch allgegenwärtig, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Weinheim.
Besonders die Kinder wirken hierdurch belastet und haben Schwierigkeiten dabei, den Halt im Leben wiederzufinden. Um dem entgegenzuwirken, wurde für die ukrainischen Schülerinnen und Schüler der Hans-Joachim-Gelberg Grundschule Lützelsachsen das Angebot „Schule als sicherer Ort“ ins Leben gerufen.
Die Kinder haben viel durchgemacht
Initiiert wurde der Kurs von Schulsozialarbeiterin Jenny Halfpap. „Man merkt, dass unsere ukrainischen Kinder viel durchgemacht haben. Sie wirken belastet oder zeigen Auffälligkeiten in ihrem Verhalten. Sie emotional angemessen aufzufangen, ist vor allem auch aufgrund der Sprachbarriere schwer. Darum war es mir ein großes Anliegen, den Kindern ein Angebot zu ermöglichen, das ihnen dabei hilft, wieder Sicherheit zu gewinnen und das Erlebte zu verarbeiten“, erklärt Halfpap.
Geleitet wird der Kurs von Diplom-Sozial- und Traumapädagogin Heide Graze in Zusammenarbeit mit Lena Bulat, Dolmetscherin und Erzieherin. Einmal wöchentlich über einen Zeitraum von zehn Wochen treffen sich beide außerhalb der regulären Unterrichtszeiten mit den Kindern an der Schule. „Die Inhalte unserer Treffen sind vielseitig“, erklärt Graze, „im Zentrum steht aber die Vermittlung von Sicherheit. Dazu zählt auch, dass die Kinder lernen, mit ihren Ängsten umzugehen und in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt werden.“ Bulat ergänzt: „Um das zu erreichen, arbeiten wir viel mit den Sinneswahrnehmungen. Wir konzentrieren uns aber auch auf die Ressourcen, die die Kinder mitbringen und helfen ihnen dabei, ihre seelische Widerstandskraft zu stärken.“
Volksbank Weinheim Stiftung spendet 1600 Euro
Im Rahmen des Kurses finden darüber hinaus zwei Elterntreffs statt, um die Familien zum einen über die aktuellen Inhalte zu informieren, zum anderen aber auch um über Fortschritte zu berichten und praktische Übungen durchzuführen, die die Eltern selbst anwenden können.
Das Angebot wird aus dem Projekttopf „Macht mich stärker für Weinheimer Grundschulen“ von der Volksbank Weinheim Stiftung mit einer Zuwendung in Höhe von 1600 Euro gefördert.