Lützelsachsen

Mehr Sicherheit auf der Sommergasse

Im Zug der Kanalsanierung diskutiert der Ortschaftsrat verschiedene Varianten zur Verkehrsführung.

Wie soll der Verkehr langfristig in der Sommergasse geregelt werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich jetzt Lützelsachsens Ortschaftsrat. Foto: Fritz Kopetzky
Wie soll der Verkehr langfristig in der Sommergasse geregelt werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich jetzt Lützelsachsens Ortschaftsrat.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Dieses Schiller-Zitat berücksichtigt die Weinheimer Stadtverwaltung bei der Umgestaltung der Sommergasse in Lützelsachsen und nimmt deshalb vier Varianten unter die Lupe. Und das mithilfe eines ausgeklügelten Verkehrsmodells, mit dem die Auswirkungen auf den Straßenverkehr schon im Vorfeld berechnet werden können.

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Grundlage ist eine Verkehrsuntersuchung, die im März von der Firma „R + T Verkehrsplanung“ aus Darmstadt durchgeführt und deren Ergebnis jetzt dem Ortschaftsrat Lützelsachsen vorgelegt wurde. Mittels eigens installierter Kameras – sogenannter Scouts – und Seitenradargeräten wurde der Verkehr an sieben Knotenpunkten in Lützelsachsen gemessen, um die Verteilung besser nachvollziehen zu können. Diese Zahlen zum Verkehrsaufkommen dienen als Grundlage für die Eichung des digitalen Verkehrsmodells, das ebenfalls bei „R + T Verkehrsplanung“ in Auftrag gegeben wurde. „Untersucht werden sollen damit in den kommenden Wochen vier mögliche Planfälle“, wie Sven-Patrick Marx, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, erklärt.

Langfristige Lösung

Ziel ist es in erster Linie, die Straße für Fußgänger und vor allem für die Schüler der Hans-Joachim-Gelberg-Grundschule sicherer zu machen – sie befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Sommergasse. Das wurde bereits erreicht, indem die Straße an ihrer schmalsten Stelle zwischen dem Alten Rathaus und der Kreuzung zur Weinheimer Straße im Oktober 2020 zur „unechten“ Einbahnstraße gemacht wurde. Unecht deshalb, weil Radfahrer durchaus noch in Richtung Ebene fahren dürfen.

Nun stellt sich die Frage nach einer langfristigen Lösung. Denn das Tiefbauamt der Stadt Weinheim plant ohnehin die Erneuerung und Vergrößerung der städtischen Kanalisation in der Sommergasse. Und in Kombination mit dieser Maßnahme sollen auch die Fahrbahn erneuert und Gehwege geschaffen werden. In diesem Zuge ist zu klären, wie der Straßenraum zukünftig aufgeteilt und funktional gestaltet werden kann.

Aufgrund der geringen Breite der Sommergasse hängen die Möglichkeiten der Aufteilung und Gestaltung des Straßenraums maßgeblich von der Verkehrsführung in der Sommergasse zwischen Bergstraße und Weinheimer Straße ab. Eins vorweg: Eine Rückkehr zum Zwei-Richtungs-Verkehr im engen oberen Abschnitt – wie vor Corona – wird es wohl nicht geben. Es ist eher an eine Verlängerung der Einbahnstraße gedacht.

Vier Varianten

  • Variante 1 sieht eine Einbahnstraßenregelung in der Sommergasse ab der Weinheimer Straße in Richtung Osten vor – also in die bisherige Richtung –, allerdings schon ab der Hirtengasse statt wie heute erst nach der Schlossgasse.
  • Bei Variante 2 wäre eine Einbahnstraßenregelung zwischen Weinheimer Straße und Hirtengasse vorgesehen, aber in entgegengesetzter, also in westlicher Richtung.
  • In Variante 3 ist keine Verlängerung der Einbahnstraße in der Sommergasse vorgesehen. Der Verkehr fließt im oberen Teil weiterhin nach Osten. Dafür wird die parallele Wallstraße von Weinheimer Straße bis Schlossgasse zur Einbahnstraße (Fahrtrichtung: Westen). Da es in der Wallstraße ohnehin durch parkende Autos nur ein schwieriges Aneinandervorbeikommen gibt, könnte diese Variante zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
  • Bei Variante 4 könnte der Verkehr in der Sommergasse wie bisher rollen – ohne Verlängerung der Einbahnstraße. Zusätzlich würde die Wintergasse zur Einbahnstraße in Richtung Westen.

Das digitale Verkehrsmodell soll jetzt mit den erhobenen Zahlen gefüttert werden, um festzustellen, wie sich der Verkehr bei den verschiedenen Varianten auf die umliegenden Straßen verlagert. Die Ergebnisse wird das Planungsbüro im Herbst erneut im Ortschaftsrat präsentieren. Sven-Patrick Marx: „Dann soll die vernünftigste Variante ausgesucht werden.“ Frühestens nächstes Jahr könnte mit den Bauarbeiten begonnen werden, wie Udo Wolf vom Weinheimer Tiefbauamt erklärt. Das Geld für die Maßnahme ist bereits im Haushalt eingestellt. i.k.