Technischer Ausschuss

PV-Anlage auf zwölf Hektar - Zustimmung für Projekt „Sonnenweg“ in Hirschberg reine Formsache 

Die Worte „Vorzeigeprojekt“ und „Vorbildcharakter“ machten im Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) die Runde. Die Zustimmung zum Bauantrag für das Projekt „Sonnenweg“ in Hirschberg war reine Formsache.

Das Investitionsvolumen liegt bei rund vier Millionen Euro (Symbolbild). Foto: Goldbeck Solar (Symbolbild)
Das Investitionsvolumen liegt bei rund vier Millionen Euro (Symbolbild).

Hirschberg. Die Worte „Vorzeigeprojekt“ und „Vorbildcharakter“ machten im Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) am Dienstagabend die Runde, als sich alle fünf Fraktionen zur geplanten Agri-PV-Anlage von Goldbeck Solar äußerten. Die Zustimmung zum Bauantrag von Freien Wählern (FW), Grüner Liste Hirschberg (GLH), CDU, SPD und FDP war somit reine Formsache.

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Wie berichtet, errichtet die Firma Goldbeck Solar auf einer Fläche von zwölf Hektar am östlichen Autobahnkreisel einen Mehrzweck-PV-Innovationspark für Forschung, Bildung und Bürgerbeteiligung. Das Investitionsvolumen liegt bei rund vier Millionen Euro. Die Vielfalt reicht von einer bodennahen Agri-PV-Anlage bis hin zu einer hoch aufgeständerten Agri-PV-Anlage. Der „Sonnenweg“ verfolgt das Ziel, vorhandene Flächen für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Einklang mit Naturschutz und Landwirtschaft zu nutzen und die verschiedenen Möglichkeiten im Bereich Agri-PV und Biodiversität aufzuzeigen und zu untersuchen.

Die Gemeinde ist laut Bürgermeister Ralf Gänshirt, der sich wie die Fraktionen selbst begeistert über dieses Projekt äußerte, direkt betroffen, schließlich habe sie dort ein Grundstück. SPD-Fraktionssprecher Dr. Thomas Scholz hatte vor Abgabe seiner Stellungnahme noch Klärungsbedarf. „Welcher Landwirt baut da was an?“, wollte er wissen. Darauf konnte ihm der Rathauschef aber keine Antwort geben. „Es soll ja getestet werden, unter welchen Bedingungen etwas am besten gedeiht. Das überlasse ich den Fachleuten.“

FW-Sprecher Werner Volk lachte: „Das ist ja genau der Sinn dieses Versuchsprojekts. Jede Obstkultur benötigt eine bestimmte Lichtdurchlässigkeit. Erdbeeren brauchen zum Beispiel sehr viel Licht.“ Derzeit würden deutschland- und europaweit solche Versuchsanlagen entstehen: „Wir sind da Vorreiter“, lobte Volk und freute sich, dass dieses Projekt in Hirschberg entsteht.

FDP-Fraktionssprecher Oliver Reisig äußerte sich ähnlich: „Goldbeck beruft sich auf seine Wurzeln und baut dies bei uns. Die Symbiose von Landwirtschaft und PV zu sehen, ist ein sehr wichtiges Zukunftsthema“, meinte er und stimmte zu. CDU-Gemeinderat Graf Ferdinand von Wiser wertete diese Pilotanlage als Bekenntnis Goldbecks zu Hirschberg: „Wir lernen so, was geht und was nicht.“ SPD-Sprecher Scholz erachtete das Zusammenspiel von Photovoltaik und Landwirtschaft als „spannende Sache“. Auch er stimmte zu und erhoffte sich einen regelmäßigen Informationsaustausch. GLH-Gemeinderat Karlheinz Treiber nannte den „Sonnenweg“ ein Vorzeigeprojekt mit Vorbildcharakter: „Das ist eine optimale Anlage, die effiziente Ergebnisse liefern wird. Das ist sehr gut, denn es handelt sich um eine zukunftsweisende Technologie“, stimmte auch er zu. Goldbeck Solar arbeitet beim Innovationspark mit der Energiegenossenschaft „Hohe Waid“ der AVR Energie zusammen.

Grünpflegearbeiten vergeben

Der ATU stimmte dem Verwaltungsvorschlag zu, wonach das Rathaus die Grünpflegearbeiten auf den Spielplätzen und im Gewerbepark jetzt ausschreiben kann. Die Maßnahme soll für drei Jahre vergeben werden und hat eine Auftragssumme von 130.000 Euro; für die Spielplätze werden 66.800 Euro angesetzt.

SPD-Sprecher Scholz hakte nach, ob dies denn notwendig sei, da die Gemeinde gerade zwei Stellen für die Friedhofspflege besetzen wolle. „Wir brauchen das Personal für den Friedhof. Wir haben dort schlechte Erfahrungen gemacht und wollen dies wieder in die eigenen Hände nehmen“, hielt der Bürgermeister ihm entgegen. Das zusätzliche Personal könnte sich vielleicht mal ab und zu um die Grünpflege kümmern, mehr gehe aber nicht.

Der Ausschuss folgte ferner der Verwaltung und lehnte die Errichtung eines Einfamilienhauses mit Garage und Stellplatz auf dem Grundstück Leutershausener Straße, Flurstück Nummer 34/1, ab. Laut Bauamtsleiter Rolf Pflästerer liegt das Vorhaben außerhalb eines Bebauungsplangebiets.

Getreu dem Bauplanungsrecht fügt es sich ein. Probleme bereitet jedoch die dort geltende Erhaltungssatzung. Der Antragsteller will ein Wohnhaus mit flach geneigtem Satteldach mit 20 Grad errichten. Diese Dachneigung sei jedoch in dem Gebiet nicht vorzufinden. Folglich könne getreu der Satzung das Vorhaben nicht genehmigt werden. Hätte der Antragsteller eine andere Dachneigung gewählt, wäre dies möglich gewesen. Da dies nicht erfolgte, war es für den GLH-Gemeinderat Treiber logisch, abzulehnen. Für SPD-Sprecher Scholz sei die Erhaltungssatzung geltendes Ortsrecht; eine Dachneigung von 30 Grad sei daher nicht unzumutbar. Das beratende Mitglied der Freien Wähler, Frank Feldhoff, folgte ebenfalls der Verwaltungsvorlage, und auch FDP-Sprecher Reisig stimmte zu, denn es gelten nun mal die Vorgaben der Erhaltungssatzung. CDU-Gemeinderat Graf von Wiser hinterfragte das Ganze und vertrat damit die bekannte CDU-Position. „Wir stehen uns mit der Satzung selbst im Weg. Es wäre besser gewesen, vorher ins Gespräch zu kommen“, monierte er, stimmte am Ende aber auch zu.

Saubere Gehwege

FW-Sprecher Volk klagte unter dem Punkt „Verschiedenes“ über die fehlende Sauberkeit der Gehwege. Es gelte nicht nur die Räumpflicht im Winter. „Dies ist noch nicht in den Köpfen aller Bürger. Manche Gehwege sind schon sehr bedürftig. Früher wurde samstags der Gehweg gekehrt.“ Bürgermeister Gänshirt pflichtete ihm bei; ein entsprechender Beitrag im Mitteilungsblatt folgt.

GLH-Sprecherin Monika Maul-Vogt klagte darüber, dass immer wieder Wahlplakate verschwinden würden. Neue dürften jedoch nur aufgehängt werden, wenn sie über eine rote Marke verfügen würden. Der Verwaltungschef sagte eine schnelle Lösung zu: „Wenn die Aufkleber samt Plakaten entfernt wurden, kommen Sie vorbei. Dann gibt es neue Marken.“

Bemühen will sich die Verwaltung um einen Spiegel oder einen Hinweis aufgrund der Baumaßnahmen im Friedensweg. Darauf machte Oliver Reisig aufmerksam. „Es sollte an der Eichendorffstraße ein Spiegel aufgehängt werden“, so der Vorschlag des FDP-Sprechers. Der Bürgermeister bestätigte die „unübersichtliche Stelle“ und riet dazu, sich dieser langsam zu nähern. Dennoch sagte er zu, sich des Themas anzunehmen.