Laudenbach

Rekordteilnahme beim Umzug zur Laudenbacher Froschkerwe

Beste Stimmung herrscht zum Auftakt der Laudenbacher Froschkerwe. Es gibt Sonne satt bei Umzug und beim Langen Tisch.

Der Laudenbacher Nachwuchs beteiligte sich mit lustigen Ideen am Umzug zur Froschkerwe. Foto: Gian-Luca Heiser
Der Laudenbacher Nachwuchs beteiligte sich mit lustigen Ideen am Umzug zur Froschkerwe.

Ein Prinz wird aus dem grünen Porzellantier zwar nicht. Doch der dicke Schmatzer, den Borscht Sebastian Höhnle dem Frosch mitgibt, scheint zu wirken. Die Laudenbacher Froschkerwe steht vom Start weg unter einem guten Omen – dem Wetterfrosch sei Dank. Das zieht sich durch den gesamten Samstag und sorgt für äußerst zufriedene Verantwortliche.

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Als die Borschte das namensgebende Maskottchen zwei Minuten nach 14 Uhr bei Niedrigwasser aus dem Bach holen, suchen die ersten Schaulustigen schon den kühlenden Häuserschatten. Kerwepfarrer Felix Herb präsentiert das gute Stück den Untertanen im Stile von „König der Löwen“, dann marschiert die Menge angeführt vom Spielmannszug der Feuerwehr mit Pauken und Trompeten Richtung Schillerplatz. Hier wundern sich viele, wie viel Platz das Areal gegenüber der Sparkasse nach dem Abriss der maroden Gebäude plötzlich hergibt. Im Laufe des Samstags entwickelt sich hier mit vielen Bänken, dem Restaurant „Zum Kleintierzüchter“, der Feldküche und einem Hähnchengrill ein kleiner Essensplatz im Grünen.

Appell von Schmalz und Köpfle

Für Pfarrer Herb und die Redner bedeutet der Platzwechsel auf die grüne Wiese bei der Eröffnung aber erst einmal Schwitzen am Pult. Während die verschiedenen Kerwepfarrer, Hoheiten und Kerwevereine aus der Umgebung viel Spaß wünschen und den Besuchern zuprosten, schlagen der Vorsitzende des Laudenbacher Kerwe- und Heimatvereins Werner Schmalz und Bürgermeister Benjamin Köpfle wie in den vergangenen Wochen auch kurz ernste Töne an. „Wenn ihr alle wollt, dass es die Kerwe auch in Zukunft noch gibt, dann kommt endlich in die Pötte und unterstützt unsere Vereine!“, erinnerte Schmalz – bevor der Spaß wieder im Vordergrund stand und die vielen Traktoren losrollten. Der große Umzug ist in Laudenbach traditionell für viele der Start der Kerwe und gleichzeitig einer der Höhepunkte. Während in den benachbarten Bachgemeinden Hemsbach und Sulzbach Regenschirme und -jacken zur Pflichtausrüstung gehörten, waren in der Froschgemeinde eher Sonnenbrille und -creme angesagt. Nicht wenige Gäste belagerten die Gehwege in Badelatschen und wenig Stoff am Körper. „Leiden“ mussten dagegen die Trachtenträger im strahlenden Sonnenschein. Glänzen kann am Samstag aber nicht nur der Laudenbacher Wetterfrosch, auch der Umzug selbst lässt sich sehen.

50 Zugteilnehmer

Die 37 angekündigten Teilnehmer übertreffen die Laudenbacher locker, am Ende schlängelt sich ein Lindwurm aus 50 Fuß- und Fahrzeuggruppen zwei Stunden lang vom Rathaus aus durch Mittelstraße, über den Lindenplatz in den Südring und über Herdichsgarten- und Stettiner Straße zurück durch den Ort. „So groß wie nie“, sagt Werner Schmalz über den Umzug. Traditionell führt der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr auch den Umzug an. Ihm folgt auf dem Frontlader erstmals seit 2010 wieder eine Froschkönigin: Hannelore Dachsel grüßt das Volk. Als Nächstes fahren die Motivwägen des Laudenbacher und der befreundeten Kerwe-, Heimat- und Verkehrsvereine vor. Die Hemsbacher Weinhoheiten winken von einem schick geschmückten hölzernen Blumenthron, auch die Laudenbacher Vereine haben sich viel einfallen lassen. Ob Parteien, Pfadfinder, Gewerbeverein, Ringer, Fuß-, Hand- oder Volleyballer – die Stimmung ist bei allen ausgelassen. Die Vertretung der Liebersbacher Kerwe reist untr dem Titel „Beschd Kerwe“ gleich mit einem Raumschiff an. An die gute Stimmung knüpft wenig später auch der Lange Tisch mit den befreundeten Kerwevereinen an. Für die Bewirtung erhält diesmal der Skiclub viel Lob mit den Tischen auf der Gasse.

Hannelore Dachsel heißt die neue Froschkönigin. Kerwevereinsvorsitzender Werner Schmalz (rechts) und Kerwepfarrer Felix Herb stellten sie vor. Foto: Gian-Luca Heiser
Hannelore Dachsel heißt die neue Froschkönigin. Kerwevereinsvorsitzender Werner Schmalz (rechts) und Kerwepfarrer Felix Herb stellten sie vor.

Das sorgt vor allem bei den Laudenbacher Organisatoren für zufriedene Mienen. „Ich bin heute der glücklichste Laudenbacher“, sagt Werner Schmalz bei einem ersten Fazit am Sonntagmittag. Der Samstag sei – soweit bekannt – ohne einen einzigen polizeilichen Vorfall verlaufen. „Wir feiern friedlich und gesittet“, freut sich Schmalz.