Weinheim/Hirschberg

So sieht eine typische Lachyogastunde mit Claudia Arnold aus

Claudia Arnold leitet eine wöchentliche Lachyogastunde im Weinheimer Schlosspark. Sie entdeckte Lachyoga während einer persönlichen Krise und fand darin so viel Heilung, dass sie sich entschied, eine Ausbildung zur Lachyoga-Leiterin zu absolvieren.


Amelie Michel
von Amelie Michel

14.10.2023


Claudia Arnold leitet die Lachyogastunden am Donnerstag. Foto: Marco Schilling
Claudia Arnold leitet die Lachyogastunden am Donnerstag.

Eine gelbe Flagge mit einem Smiley schmückt jeden Donnerstag die Sträucher im Weinheimer Schlosspark. Sie zeigt – hier wird jetzt gelacht. Denn zwischen 17.30 und 18.30 Uhr leitet Claudia Arnold ihre Lachyogastunde. Seit dem Jahr 2015 gibt es den offenen Treff in Weinheim. „Das Lachen steckt in jedem drin – es tut gut und macht glücklich“, sagt Arnold. Die Weinheimer Nachrichten waren bei einer typischen Yoga-Stunde dabei und haben mitgelacht.

Spezielles Einstiegsritual

Lachen ist gesund – dennoch lachen Erwachsene im Schnitt nur 15 Mal am Tag. Kinder dagegen kichern fast über 25 Mal soviel – zwischen 200 und 400 Mal pro Tag. „Man hat immer die Wahl, ob man sich über etwas ärgert oder lieber darüber lacht“, philosophiert Arnold.

Schon bevor die Lachyogastunde beginnt, wird viel gegluckst und geschmunzelt. Dann stellen sich alle Teilnehmer in einem Kreis auf und beginnen mit ihrem Anfangsritual. Sie klatschen in die Hände und rufen „Ho Ho Ha Ha Ha“. Danach erhöht sich das Klatschtempo und die Lachyogis bestätigen sich mit „Sehr gut, sehr gut, yeah“. Diese Tradition wird nach jeder Übung wiederholt.

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Für Gesundheit, Glück und Frieden

„Jetzt lachen wir drei Kreise – für das Glück, die Gesundheit und besonders laut für den Frieden“, beschließt Arnold. Sie breitet ihre Arme aus und formt damit eine imaginäre Kugel. Dann lacht sie schallend los. Die anderen machen es ihr eifrig nach.

Nun stellt die Kursleiterin verschieden pantomimischen Lach-Aufgaben. Die Teilnehmer sollen beispielsweise mit einem Stromschlaglachen aufeinander zugehen oder sich einen Lach-Cocktail mischen. Wie viel Freude alle Beteiligten haben, ist deutlich durch den ganzen Schlosspark zu hören. „Lachen ist ansteckend, deswegen ist es so gefährlich hier“, scherzt eine teilnehmende ältere Dame.

Zwischen den einzelnen Lach-Szenarien leitet Arnold die Gruppe auch durch verschiedenen Atemübungen. Auf ihr Kommando wird sich gedehnt, gestreckt und dabei tief Luft geholt. Das fröhliche Treiben der Lachyogis sorgte für Aufsehen im Schlosspark. Ein Spaziergänger mit seinem Hund schloss sich spontan der Gruppe an und lachte mit.

Ein ehrenamtliches Telefon

Die Hirschbergerin ist nicht nur als Leiterin des Donnerstagkurses engagiert, sie ist außerdem beim ehrenamtlichen Lachtelefon dabei. Dort kann jeder anrufen und sich ein herzhaftes Lachen abholen. Es ist von 9 bis 21 Uhr jeden Tag unter der Nummer 05031/5194380 erreichbar. „Ich weiß nie, wer anruft, aber durch das gemeinsame Lachen haben wir eine Verbindung, obwohl wir uns nicht persönlich kennen“, schwärmt Arnold. Vergangene Woche hatte das Lachtelefon seinen 25000 Anrufer.

Die Krankenpflegerin erinnert sich auch an einen ganz besonderen Moment. „Ich hatte gerade einen Krankenbesuch bei einem Patienten und habe ihm vom Lachtelefon erzählt. Als wir dort gemeinsam anriefen, war es, als hätte man bei ihm einen Schalter umgelegt. Er war viel aufgeweckter und fröhlicher, als zuvor.“

Das Lachtelefon ist aktuell für den Deutschen Ehrenamtspreis nominiert und belegt zu diesem Zeitpunkt den vierten Platz. „Dieses Projekt liegt mir sehr am Herzen und ich freue mich über jede Stimme“, sagt Arnold. „Lachen kann helfen – in den meisten Konflikten lässt es die Situation einfacher erscheinen“, fügt sie hinzu.

Für das Lachtelefon kann man noch bis zum 24. Oktober unter www.deutscher-engagementpreis.de abstimmen.