So soll die Wärmewende in Weinheim gelingen
Fernwärme, Luftwärmepumpen oder Pellets? Die Stadt Weinheim lässt gerade einen Plan erstellen, der aufzeigt, in welchen Stadtvierteln welcher Energieträger in Zukunft an Bedeutung gewinnen kann. Bis zum 19. September können sich die Bürger die kommunale Wärmeplanung genauer anschauen.
Die Gebäude in Weinheim werden hauptsächlich mit Gas und Öl beheizt. Dadurch verursacht der Gebäudesektor etwa ein Drittel der schädlichen Treibhausgase. Um das zu ändern. ist eine grundlegende Veränderung im Bereich der Wärmeversorgung erforderlich, schreibt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung. Wie die Wärmewende in Weinheim gelingen kann, werde aktuell von der Stadtverwaltung, den Stadtwerken Weinheim und einem Fachbüro erarbeitet.
Die kommunale Wärmeplanung soll aufzeigen, welche Technologien in welchem Umfang in welchen Stadtteilen bis 2040 zum Einsatz kommen könnten und wie sich der Technologie- und Energieträgermix bis dahin entwickeln muss. „Allerdings kann die Wärmeplanung keine Aussagen über die tatsächliche Erschließbarkeit und Wirtschaftlichkeit der beschriebenen Wärmeversorgungspotenziale geben. Das muss weiter in Machbarkeitsstudien und schließlich in einer konkreten Umsetzungsplanung geprüft werden“, erklärt Jutta Ehmsen, Leiterin des Amtes für Klimaschutz, Grünflächen und technische Verwaltung hingewiesen.
Zunächst wurde das Gebiet von Weinheim entlang von Straßenzügen in 120 Bereiche unterteilt. Für jeden Teilbereich wurden die vorherrschende Heizungsart und der Wärmebedarf ermittelt. Diese Bestandsanalyse dient als Ausgangsbasis für die weitere Planung. Darauf aufbauend wurde abgeschätzt, in welchem Umfang der Wärmebedarf durch die energetische Sanierung der Gebäude gesenkt werden kann.
Größtmögliche Transparenz
Die Bestands- und Potentialanalyse zur Wärmeplanung lagen bereits von Mitte Mai bis Ende Juni 2023 öffentlich aus. In dieser Zeit seien etliche Anregungen aus der Bürgerschaft eingegangen. Diese würden geprüft und dort, wo es sinnvoll erscheint, in die Planung eingearbeitet. In der Zwischenzeit wurden die als erstes umzusetzenden Maßnahmen erarbeitet. Stadtwerke und Stadt Weinheim wollen den Entwurf des Endberichts transparent machen und legen ihn samt Plänen erneut öffentlich aus. Die Unterlagen können bis zum 19. September in der Stadtbibliothek eingesehen werden. Die Pläne stehen auch online zur Verfügung.
In dem gemeinsam erarbeiteten Wärmeplan wird dargestellt, welche Potenziale an erneuerbaren Energien in Weinheim bestehen. So werden Gebiete ausgewiesen, in denen das bereits bestehende Fernwärmenetz verdichtet oder ein neues Fernwärmenetz aufgebaut wird und solche, für die eine dezentralen Wärmeversorgung vorgesehen wird. Für die dezentrale Wärmeversorgung bieten sich hauptsächlich Erd- oder Luftwärmepumpen, vereinzelt aber auch Pelletheizungen an.
Fernwärme in der Weststadt
Der Ausbau der Fernwärme wird voraussichtlich vor allem in der Weststadt erfolgen, da diese Bereiche als Verdichtung des bestehenden Netzes und als dessen Erweiterung günstig zu erschließen sind und es im Bereich des Geschosswohnungsbaus einen hohen Wärmeverbrauch gibt. Wie weit das Wärmenetz ausgebaut werden kann, hängt davon ab, in welchem Umfang erneuerbare Energien für dessen Betrieb vorhanden sind. Eine dezentrale Wärmeversorgung wird in der Regel dort vorgesehen, wo die Bebauungsdichte relativ gering und der Anschluss an ein Wärmenetz recht weit wäre.
In den Übersichtskarten zur Wärmeplanung werden die Gebiete gemäß der überwiegend ermittelten künftigen Versorgungsart farblich gekennzeichnet.
Die Festlegung eines Versorgungsgebiets bedeutet aber nicht, dass ausschließlich eine Versorgungsart möglich ist, sondern dass dieses Areal mehrheitlich für diese Versorgungsart geeignet ist. Die Gebäudeeigentümer können –im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben – weiterhin über die eingesetzte Technik bei Ersatz ihrer Heizungsanlage entscheiden. Für jedes Gebäude müssen die technische Eignung der Anlage, die Verfügbarkeit von Energieträgern und Flächen sowie Genehmigungsfragen individuell geklärt werden.
Diese Fragen müssen dann jedoch mit einem Energieberater und dem Sanitär- und Heizungshandwerk besprochen werden. Für Grundstücke, die in einem möglichen Fernwärmegebiet liegen oder daran angrenzen, sollte die Möglichkeit eines Fernwärmeanschlusses beim Netzbetreiber angefragt werden, empfiehlt Alexander Skrobuszynski, Geschäftsführer der Stadtwerke Weinheim.
Anmerkungen zur Wärmeplanung können von Bürgern schriftlich an das Amt für Klimaschutz, Grünflächen und technische Verwaltung, Postfach 100961, 69449 Weinheim, oder per E-Mail eingereicht werden: waermeplanung@weinheim.de