So viele Kinder und Jugendliche wie noch nie bei der TSG Weinheim
440 Sportler hat die TSG Weinheim für ihre Erfolge bei Wettkämpfen geehrt. Noch beeindruckender ist aber die Zahl der Minderjährigen, die im Verein sportlich aktiv sind.
Weinheim. So voll war die Stadthalle lange nicht mehr beim Neujahrsauftakt der TSG 1862 Weinheim. Unter dem Motto „Gold, Silber, Bronze“ erhielten diesmal 440 Sportler ihre Medaillen und Urkunden für 215 erste, 138 zweite und 87 dritte Plätze, die sie im vergangenen Jahr bei Wettkämpfen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene errungen haben.
„Die TSG ist auf dem richtigen Weg“, freute sich Vorsitzender Volker Jacob, der diese Feststellung nicht nur auf die sportlichen Erfolge bezog, sondern auch auf die Entwicklung der Mitgliederzahlen.
Pandemie überstanden
Die Folgen der Pandemie seien überstanden. Aktuell liege die Zahl der Mitglieder erstmals wieder um 150 Personen über der Zahl zu Jahresanfang 2020, machte er deutlich. Besonders stolz sei die TSG darauf, dass aktuell knapp 3.000 Kinder und Jugendliche im Verein aktiv sind – so viele wie noch nie. Wie Geschäftsführer Alexander Erg ergänzte, sei die TSG damit in der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar die größte Jugendorganisation in einer Stadt und einer der aktivsten Vereine im Kinder- und Jugendbereich in Baden-Württemberg. Diese positive Bilanz sei der Erfolg der zahllosen Trainer, Übungsleiter, Funktionäre und Helfer sowie der hauptamtlichen Mitarbeiter der TSG, würdigte Jacob deren Engagement. Sein Dank galt darüber hinaus den Sponsoren sowie der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat für die gute Zusammenarbeit.
Gesundheit wichtiger als Erfolg
Alexander Erg ging in seiner Rede auch auf aktuelle sportpolitische Themen ein. Der Umgang von Trainern und Funktionären mit jugendlichen Hochleistungssportlerinnen im Turnen, der derzeit in Deutschland Schlagzeilen mache, müsse aufgeklärt werden. Er ließ keinen Zweifel daran, dass „die körperliche und seelische Gesundheit der jungen Sportler wichtiger ist als der Erfolg“. Dies vermittle die TSG daher schon lange bei den Schulungen der Trainer und Übungsleiter des Vereins. Sein Appell ging aber auch an die Eltern und Großeltern von Nachwuchsathleten. Es gehöre zu ihrer Fürsorgepflicht, darauf zu achten, dass die jungen Menschen weder körperlich noch psychisch überfordert werden.
„Gemeinsam für Vielfalt“
Gleichwohl bekenne sich die TSG zum Wettkampfsport, „denn er fördert Teamgeist, Disziplin, Durchhaltevermögen und lehrt uns das Akzeptieren und Einhalten von Regeln. Er bringt Menschen zusammen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Alter“, so Erg. In diesem Zusammenhang erinnerte er auch an die gemeinsame Kampagne der TSG mit dem AC Weinheim vom vergangenen Jahr. Unter dem Motto „Gemeinsam für Vielfalt“ hatten die Vereine jede Art von Extremismus, Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung, Gewalt, Hass und Hetze verurteilt.
"Vom Wahlrecht Gebrauch machen"
Mit Blick auf die Bundestagswahl rief Erg die Menschen dazu auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und eine der demokratischen Parteien zu wählen, „damit wir unsere großen Integrationsleistungen und unsere Wertevermittlung auch künftig ungehindert weiterführen können“. Ausdrücklich unterstützte er die Forderungen des Deutschen Olympischen Sportbundes: „Der Stellenwert des Sports muss auch in der Politik höher angesiedelt werden, denn der Sport ist mit über 28 Millionen Mitgliedern die größte zivilgesellschaftliche Bewegung in Deutschland“, so Erg. Was für die Bundespolitik gelte, sei auch für die Kommune zutreffend. Er hoffe daher, dass trotz aller Sparzwänge der Sanierungsstau bei den Sportstätten in Weinheim weiter abgebaut werde. Insbesondere im Sepp-Herberger-Stadion bestehe dringender Handlungsbedarf.
Im Anschluss wurden die erfolgreichen Sportler auf die Bühne gebeten. Von Handball und Fechten über Schwimmen und Tanzsport bis zu Leichtathletik und Basketball reichte das breite Spektrum der Sportarten, die im Verein angeboten werden. „Im kommenden Jahr können wir hoffentlich auch die Hockey-Abteilung bei uns begrüßen“, so TSG-Vorsitzender Jacob, der die harmonischen Gespräche mit dem AC Weinheim beim Wechsel der Abteilung zur TSG erneut würdigte. Besonders viel Beifall erhielten auch die jungen Sportler der Lebenshilfe, mit denen die TSG seit vielen Jahren eng verbunden ist. Das gelungene Rahmenprogramm, das von Thomas Schwab moderiert wurde, bestritten die Musikschulband „7 PM“, der Basketball-Artist Tamas Felföldi und die Abteilung „Ballet & Dance“, die allesamt frenetischen Beifall vom Publikum bekamen.