Sulzbacher eröffnen die Kerwe-Hauptsaison
Erst Sulzbach, dann Hemsbach und danach Weinheim. Die Kerwe-Hauptsaison an der Bergstraße hat begonnen. Die Sulzbacher ließen es am Wochenende ordentlich krachen.
Die Kerwe-Hauptsaison hat begonnen. Am vergangenen Wochenende stellten die Sulzbacher unter Beweis, dass sie feiern können und sich dabei auch nicht vom Regen abhalten lassen. Als Nächstes ist Hemsbach an der Reihe, ehe am zweiten August-Wochenende in Weinheim Kerwe gefeiert wird.
Rund um die Carl-Orff-Grundschule sorgten im Weinheimer Ortsteil Sulzbach die mitwirkenden Vereine – der Sulzbacher Kerwe- und Heimatverein (SKH), der MGV Liederkranz, der KSV und der TSV Sulzbach – für die perfekten Rahmenbedingungen in ihren Straußwirtschaften. Selbst der Dauerregen am Samstag konnte den Besuchern der Krabbe-Kerwe die gute Laune nicht verderben. Je später der Abend, desto mehr füllte sich das Kerweviertel. Vom Karaoke-Singen beim Liederkranz bis zur Kerweparty rund um die Caribbean-Bar des SKH war aber auch eine Menge geboten.
Kerweumzug mit 29 Gruppen
Traditionelle Höhepunkte waren am Sonntag natürlich der Kerweumzug, an dem sich 29 Gruppen und Vereine mit zum Teil liebevoll gestalteten Festwagen beteiligten, und die Kerweredd von Kerweparre Dominik Mades, der Nils Krüger als Kerweboschd im Kreise der Trachtenträger begrüßte. Musikalisch reichte die Bandbreite beim Kerweumzug von „Völlig losgelöst“ bis zum „Badnerlied“.
Politische Kerweredd
An Vielfalt fehlte es auch bei der Kerweredd nicht. Mader, dem Mundschenk Christian Seiler zur Seite stand, spannte den Bogen von persönlichen Missgeschicken seiner Mitbürger – sei es bei der Spinnenjagd, bei der dreifachen Begegnung mit dem städtischen Blitzer „Fridolin“ oder bei einem vermeintlichen Einbruch – über den „Sulzbacher Geysir“, der erst kürzlich auf den Feldern in die Höhe schoss, bis zu den Kommunalwahlen.
Die Wahl der sieben Mitglieder des Ortschaftsrats sei ja noch nicht so schwer gewesen, „bis sieben kenne die meischde noch zähle“, sagte Mader. Kurios sei dabei gewesen, das man bei den Freien Wählern gleich drei Hilkerts wählen konnte: „Zwei häwwes wirra ins Gremium gschafft, un dodebei – ehr Leit gebt acht – hot de Philipp vum Hühnerhouf, des muss ma wisse, soin Vadda Walter mit zwei Stimme mehr aus em Ortschaftsrat rausgschmisse.“
Weniger gut zu sprechen war der Kerweparre auf die Wahl der neuen Stadträte: „Die Gemoinderatswahle, ehrlisch, wer soll des noch kapiern? Isch wollt wähle, net kumuliern und panaschiern.“
„Do left ofach nix meh“
Die Entwicklung des Ortsteils erinnerte den Kerweparre an ein Zitat von Heinrich Heine: „Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.“ Denn: „Des trifft ah fa Sulzbach zu, do left ofach nix meh – des raubt ma nachts die Ruh. Die Jahre kumme und vergehn, un vum Netto is immer noch nix zu sehn.“
Aber auch die Zukunft des Gemeindezentrums, des Liederkranz-Domizils und des Kindergartens bereiten ihm Sorgen. Weiter zählte er auf: „En Top-Bohnhof fa deier Geld häwwe mer, foi rausgebutzt, nur wedd der vun de Bürger koum genutzt. Koh Apothek, koh Tonkstell, ich konn’s net verstehn, Jetzt is ah noch de Bäcker on de Hauptstroß zu, wie soll des blouß weitergehn? Koum noch Lokale und Gschäfte, des ist schun en Graus, longsom gehn in Sulzbach echt die Lichter aus.“
Kerwemontag geöffnet
Doch die gute Laune ließen sich weder der Kerweparre noch die zahlreichen Zuhörer verderben. Daher gab es für die gelungene Kerweredd am Ende auch viel Beifall. Und am heutigen Montag wird in Sulzbach übrigens fröhlich weiter gefeiert. Von Sulzbacher Kochkäs bis Ochsenfleisch mit Meerrettich reicht das vielfältige Angebot der Vereine.