„Dance Night“

Tanzend durch die Jahrhunderte

Die 17. „Dance Night“ im Mörlenbacher Bürgerhaus war wieder ein Riesenerfolg. 180 Tänzer des Birkenauer Tanzstudios Phantasie nahmen daran teil.

Mia und ihr Clan wissen sich auch gegen Dinosaurier zu wehren. Foto: Fritz Kopetzky
Mia und ihr Clan wissen sich auch gegen Dinosaurier zu wehren.

Bühne frei für 180 Tanzschüler von Nadine Stein und ihrem Team: Die Inhaberin des Tanzstudios Phantasie in Birkenau hatte zur 17. „Dance Night“ ins Bürgerhaus in Mörlenbach eingeladen. Die Veranstaltung erzählt die Geschichte des Tanzes von der Steinzeit über die Gegenwart bis in die Zukunft. Im Mittelpunkt steht Mia. Zu Beginn zeigt sie sich im Kostüm der klassischen Balletttänzerin: in Strumpfhose, Tutu und den Schuhen mit fester Spitze. Sie tanzt vorm Spiegel. Eine zweite Tänzerin kommt dazu, danach eine Gruppe kleiner Kinder. „Wer eine Karriere als professionelle Tänzerin oder als Primaballerina anstrebt, der sollte in diesem Alter mit dem Körpertraining anfangen“, erklärt Nadine Stein.

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Die Kinder ab drei Jahren stehen voller Stolz auf der Bühne, zeigen die ersten Schritte. Dann taucht ein Mädchen in Stiefeln auf: „Hallo, ich bin Mia und lebe in der Steinzeit, nehme euch aber mit durch die Jahrhunderte des Tanzes.“ Im Fred-Feuerstein-Kostüm tanzt sie ums Feuer und kämpft mit ihrem Clan gegen Dinosaurier.

Die Zuschauer im Mörlenbacher Bürgerhaus erlebten eine eindrucksvolle Show. Foto: Fritz Kopetzky
Die Zuschauer im Mörlenbacher Bürgerhaus erlebten eine eindrucksvolle Show.

Die Zuschauer nehmen eine Zeitmaschine wahr. Als Bühnenbild taucht im Hintergrund eine riesige Turmuhr auf, auf der es fünf Minuten vor acht ist. „Bring uns schnell in den Wilden Westen“, bittet Mia die Zeitmaschine. Prompt sind die Zuschauer Gäste in einem Saloon. Die Ballett-Elevinnen tanzen in roten, langen Röcken und schwarzen Miedern Cancan. Entstanden ist er in Paris im Jahr 1830; von dort nahmen ihn die Auswanderer mit in die USA. Die berühmteste Cancan-Musik schuf Jacques Offenbach in seiner Operette „Orpheus in der Unterwelt“. Im Moulin Rouge, einem Tanzcabaret in Paris, ist der Cancan bis heute die Attraktion. Cancan endet immer mit dem Spagat jeder Tänzerin.

Auf der Reise durch die Jahrhunderte machten die Tänzer auch im Wilden Westen Station. Foto: Fritz Kopetzky
Auf der Reise durch die Jahrhunderte machten die Tänzer auch im Wilden Westen Station.

Die Goldenen Zwanziger

Mit „Oops ... I Did It Again“ von Britney Spears geht es nahtlos in die Goldenen Zwanziger in New York und Berlin. In Etuikleidern tanzt die Gruppe zu „Bei mir bistu shein“, einem Lied in hebräischer Sprache, das die Andrew Sisters in den USA bekannt machten. Damals wurde zu „Swing“ getanzt, auch Fred Astaire, ein begnadeter Tänzer, Choreograph und Sänger, und seine Partnerin Ginger Rogers, liebten den Tanz. Mia in Steinzeitkostüm und mit Pumucklfrisur sorgte für frischen Wind im Show-Tanz der 1920er Jahre.

Die Zeitmaschine lotste die Zuschauer in den Tanz der 2000er-Jahre. Hip-Hop, auch Streetdance genannt, ist der Renner unter Jugendlichen. Ihre akrobatischen Einlagen begeistern die Zuschauer im Saal. In Jogginghose, T-Shirt und Turnschuhen wirbeln sie über die Bühne: biegen sich wie Schlangen und integrieren in die Tänze Elemente des klassischen Balletts. Aus dem Jahr 2000 geht es zurück ins 16. Jahrhundert, als erstmals Flamenco in Spanien getanzt und gesungen wurde. Der Kinofilm „Carmen“ von Regisseur Carlos Saura und „Boléro“ von Maurice Ravel sorgten in den 1980ern für volle Tanzschulen. Viele Mädchen wollten den Tanz mit den Kastagnetten in den Händen lernen.

In der Pause ehrte Nadine Stein langjährige treue Schüler. Sie berichtete von den Erfolgen ihrer Schüler bei Tanzwettbewerben. Im Ballett belegten die Schüler beim Landeswettbewerb Tanz den ersten Platz in Hessen und haben sich so für den Bundeswettbewerb 2024 in Paderborn qualifiziert.

„Footlose“ und „Flashdance“

Nach der Pause freuten sich viele Zuschauer über die Choreographien aus Tanzfilmen wie „Footlose“, „Flashdance“ und „Grease“. Zurück ging es ins Jahr 1860 zur Entstehung des langsamen Wiener Walzers. Die Damen im Hochzeitskleid, die Herren in dunkler Hose und Hemd zeigten, wie schön Walzer sein kann. Die Zeitmaschine führte Mia wieder zurück in die Gegenwart des Modernen Tanzes – in der Gruppe und solo ein Genuss für die Augen.

Danach ging es in die Zukunft. Kostümiert wie Roboter, ihre Bewegungen eingefroren, brachten die Tänzerinnen dennoch pure Lebensfreude zum Ausdruck. Zum Schluss gehörte die Bühne der Show-Tanzgruppe vom Tanzstudio Phantasie: Mit LED-Leuchten, in den Händen umherwirbelnd, und einem Cape mit lauter kleinen Neonlichtern zeigten sie einen Ausschnitt aus ihrem Bühnenprogramm. „Diese Gruppe wird auch für Events von Firmen oder für Solo-Auftritte gebucht“, erklärte Nadine Stein.Dann war die Zeitreise durch die Geschichte des Tanzes zu Ende und alle Mitwirkenden versammelten sich auf der Bühne des Bürgerhauses in Mörlenbach. Es gab viel Applaus und Jubelrufe für Nadine Stein und ihr Team.