Turniersaison in Gefahr: Laudenbacher Kunstradfahrer verlieren Heimat
Die Radgemeinschaft Laudenbach verliert durch den Brand der Bergstraßenhalle ihr gesamtes Radlager, auch die laufende Wettkampfsaison scheint vor dem Aus zu stehen. Nun haben sie einen Spendenaufruf gestartet.
Laudenbach. Sie sind durch das Feuer in der Bergstraßenhalle hart getroffen: Die Radgemeinschaft Laudenbach ihr gesamtes Radlager und Trainingsmaterial in den Flammen verloren. Vor allem schmerzt die Aktiven der Verlust der teuren Kunsträder, die etwa 60.000 Euro wert sind. Es seien alles Einzelanfertigungen, „welche den Vorgaben unseres Sports entsprechen müssen“, schreiben Melanie Wrede und Silke Rissé.
Insgesamt wurden 18 Kunst- und sieben Einräder vernichtet. Sieben Aktive sind derzeit im Training; sechs Mädchen und junge Frauen von 12 bis 8 und ein Neunjähriger. Jonathan Wrede ist amtierender badischer Meister U11. Einige gehören zum Talentaufbaukader, einige sind Freizeitsportler; die Jüngsten, die aufs Rad steigen, sind gerade mal fünf Jahre jung.
Noch am Vormittag in der Bergstraßenhalle trainiert
Nicht nur die Räder sind auf einen Schlag weg, sondern auch die Trainingsmöglichkeiten in der Halle. Trainerin Rissé informiert noch über eine weitere Besonderheit: „Noch am Vormittag des Brandtages fand in der Halle unser Kadertraining des Kreises mit benachbarten Vereinen statt. Unsere Sportlerarbeiteten an ihren aktuellen Wettkampfprogrammen, trainierten Elemente und bereiteten sich auch die laufende Turniersaison vor.“
Möglicherweise gehörten sie zu den Letzten, die die Halle nutzten. Das Problem: Die Wettkämpfer befinden sich gerade mitten in der Turniersaison und bereiteten sich auch auf überregionale Wettkämpfe und Meisterschaften vor. Nun stehen die Verantwortlichen in Kontakt mit den umliegenden Gemeinden; in Hemsbach wurde ihnen Unterstützung bei der Suche nach einem Ersatz zugesagt, und kurzfristig tat sich eine weitere Möglichkeit auf: Am Montag konnte ein Grüppchen spontan in der Halle des AC Weinheim trainieren. Auf einer beengten Fläche, nicht mit allen benötigten Radgrößen, aber trotzdem wurde schon mal weiter geübt.
Wrede erklärt: „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, unseren Standort zu halten und auch in Zukunft unseren Sport in Laudenbach anbieten zu können. Unser Verein hat während Corona sehr gelitten, und wir sind erst in den letzten zwei Jahren, was aktive Mitglieder betrifft, wieder in eine stabile Situation gekommen.“ Heißt: Dreimal Training zu jeweils zwei Stunden. Zum Verein gehören derzeit um die 30 Mitglieder, darunter auch ehemalige Kunstradfahrer, Familien und passive Mitglieder, die weiterhin als Unterstützer mitmachen. Zur Spendenkampagne geht es hier.