„Rechtsradikale Parteien dürfen keinen Platz bekommen“ - Was Weinheimer von der Bundestagswahl erwarten
Kurz vor der Bundestagswahl am 23. Februar zeigt sich: Weinheims Bürger erwarten von der neuen Bundesregierung entschlossenes Handeln. WNOZ wollte wissen, was ihnen besonders wichtig ist.
Weinheim. Diese Bundestagswahl ist anders – nicht nur wegen des vorgezogenen Wahltermins am 23. Februar, sondern auch wegen der angespannten politischen und wirtschaftlichen Lage. Für viele Weinheimer ist klar: Diesmal zählt jede Stimme. Die Hoffnung auf eine bessere Regierung ist groß, Nicht-Wählen für die meisten keine Option. WNOZ hat nachgefragt: Was erwarten die Bürger von der neuen Regierung, und was lief zuletzt schief?
„Probleme müssen endlich angegangen werden“
Marina Wilhelm weiß sofort, was sie sich von der neuen Bundesregierung wünscht. „Es müssen endlich die Probleme angegangen werden, die wir haben. Viel zu oft wurden sie weggeschoben und ignoriert.“ Die 75-jährige Rentnerin ist überzeugt: Wenn Unstimmigkeiten geklärt und aktiv nach Lösungen gesucht wird, haben rechtsradikale Gruppen keinen Platz mehr. „Passiert das jetzt wieder nicht, stehen diesen Parteien Türen und Tore offen“, vermutet Wilhelm. Mit Blick auf die aktuelle Regierung sieht sie viel Versäumnis. „Unsere Regierung hatte Ideen, aber sie haben die Zeit verschlafen, diese umzusetzen.“
„Arbeiten gehen muss sich wieder lohnen“
Christiane Funder ist gebürtige Belgierin, lebt aber seit 30 Jahren in Weinheim. Die 56-Jährige kann am 23. Februar nicht selbst wählen, hat aber klare Erwartungen an die nächste Bundesregierung. „Ich wünsche mir eine richtige Regierung, mit der Deutschland wieder auf einen aufsteigenden Ast kommt.“ Laut Funder muss sich vor allem das Arbeiten wieder lohnen. Auch mehr Förderungen für Kinder und eine bessere Integrationshilfe wünscht sich die Weinheimerin. „Es wäre schön, wenn Deutschland wieder auflebt.“
„Die Regierung muss konsequenter werden“
„Unsere Regierung muss sich konsequent durchsetzen.“ Geht es nach Siggi Kammerer, müssen gemachte Vorschläge endlich angegangen und umgesetzt werden. Im Vergleich zur jetzigen Regierung wünscht sich die 77-Jährige von einer neuen Regierung effektiveres Arbeiten. „Momentan kocht jeder sein eigenes Süppchen – das muss aufhören.“
„Klare Ansagen“
D. Deiters fordert klare Ansagen und einen durchdachten Fahrplan für die Regierung. Besonders im sozialen und wirtschaftlichen Bereich sieht der Lützelsachsener Handlungsbedarf. „Die nächste Regierung braucht Koalitionsparteien, die gut zusammenarbeiten. Das ist momentan nicht der Fall.“ Mit Blick auf die aktuelle Regierungssituation empfindet Deiters nur Chaos. „Zu oft haben sich die Parteien in ihren eigenen Aussagen widersprochen.“
„Die Jugend im Blick haben“
„Wenn mehr Zeit und Ressourcen in Schule und Bildung investiert würden, fände ich das toll.“ Für Clara Schillinger muss die nächste Regierung die Jugend wieder stärker in den Fokus rücken. Zur aktuellen Regierung hat sie eine klare Meinung: „In unserer jetzigen Bundesregierung wurden Versprechungen nicht eingehalten. Im Endeffekt wurde in Deutschland nicht so viel bewegt, wie uns immer erzählt wurde“, kritisiert die 23-Jährige.
„Mehr Initiative und Aktivismus“
„Es muss endlich etwas passieren. Die neue Regierung braucht mehr Initiative und Aktivismus“, fordert Daniel Imruck. Laut dem 43-Jährigen sind besonders das Gesundheits- und Bildungssystem reformbedürftig. Der Mainzer hofft, dass die kommende Bundesregierung deutlich mehr Entschlossenheit zeigt als die aktuelle. „Es dauert momentan einfach zu lange, bis eine gemeinsame Entscheidung getroffen wird. Das muss besser werden.“