Viele Ehrenämter und ein großes Herz: Trauer um Weinheimer Klaus Ditzen
Der renommierte Augenarzt und langjährige Stadtrat der Freien Wähler ist wenige Tage vor seinem 83. Geburtstag gestorben. Er hat in Weinheim Spuren hinterlassen.
Weinheim. „Es macht Freude, anderen Menschen zu helfen.“ Diese wertvolle Erkenntnis bringt auf den Punkt, warum sich manche Menschen trotz hoher beruflicher Belastung in besonderem Maße ehrenamtlich engagieren. Für den Weinheimer Augenarzt Dr. Klaus Ditzen war dieser Satz die Triebfeder für seinen Einsatz für das Gemeinwohl.
Vor einer Woche ist Klaus Ditzen gestorben, nur wenige Tage vor seinem 83. Geburtstag. Die Anteilnahme vieler Weggefährten gilt nun seiner ganzen Familie, die um den geliebten Ehemann, fürsorglichen Vater und liebevollen Opa trauert.
In Frankfurt geboren
Langeweile kannte Klaus Ditzen vermutlich nicht. Geboren wurde er am 10. Januar 1943 in Frankfurt am Main, die Kindheit und Schulzeit verbrachte er in Bad Homburg. Nach dem Abitur 1963 und dem Wehrdienst studierte er Medizin in Heidelberg, Lübeck und Würzburg. Nach seiner Facharztausbildung in Augenheilkunde an der Augenklinik Freiburg ließ sich Dr. Klaus Ditzen im Februar 1976 als Augenarzt in Weinheim nieder – mehr als 40 Jahre lang hat er in der Zweiburgenstadt praktiziert. Ditzens Engagement ging jedoch weit über seine „normale“ Augenarztpraxis hinaus. So hat er eine Laser-Interventionsmethode der refraktären Chirurgie (LASIK-Technik) zur Behebung von Fehlsichtigkeiten als Pionier mit nur wenigen weiteren Kollegen ab 1994 in Deutschland eingeführt und in der Folgezeit ganz wesentlich zu deren deutschland- und weltweiter Verbreitung beigetragen.
Herz und Seele des Ärztevereins
Ab 1978 engagierte sich Ditzen unter anderem bei der Bezirksärztekammer Nordbaden, war viele Jahre Vorsitzender und damit Herz und Seele des Ärztevereins Weinheim, Delegierter der Kassenärztlichen Vereinigung sowie der Landesärztekammer Baden-Württemberg und Mitglied in verschiedenen internationalen Vereinigungen. Als ehrenamtlicher Richter war er zudem am Sozialgericht Karlsruhe tätig.
In Weinheim gehörte er vielen Vereinen wie zum Beispiel der Casinogesellschaft und dem Rotary Club an, bei dem er sich für nachhaltige soziale Projekte vor Ort ebenso einbrachte wie bei der Hilfe in den Entwicklungsländern.
Soziale Themen im Fokus
1999 wurde Klaus Ditzen Mitglied bei den Freien Wählern und engagierte sich zunächst in vielen Gemeinderatsausschüssen. 2004 wählten ihn die Weinheimer schließlich in den Gemeinderat, dem er bis Ende September 2025 angehörte. Mit großem Bedauern und ebenso großem Respekt verabschiedete Oberbürgermeister Manuel Just den erfahrenen und humorvollen Kommunalpolitiker aus dem Gremium.
Aber auch seine Fraktion ließ ihn nur ungern ziehen. Ditzen hätten vor allem soziale Themen und die Infrastruktur der Stadt am Herzen gelegen, würdigte Monika Springer sein großes Engagement. „Sein klarer Blick über den Tellerrand hinaus wird fehlen“, ist sich die Stadtverbandsvorsitzende der Freien Wähler mit den Fraktionsvorsitzenden Katrin Rauschenbusch und Christian Mayer einig. pro