Weinheim

„Weinheim führt“: So viel Neues steckt hinter dem Slogan

Nicht nur Touristen kommen bei den Stadtführungen auf ihre Kosten. Was auch Einheimische noch über ihre Heimatstadt erfahren können.

Zur Eröffnung des Grüffelo-Pfades hoch zur Weinheimer Windeck im Mai 2022 war das liebenswerte Monster sogar persönlich da. Foto: Philipp Reimer
Zur Eröffnung des Grüffelo-Pfades hoch zur Weinheimer Windeck im Mai 2022 war das liebenswerte Monster sogar persönlich da.

Der Slogan passt wie die Faust aufs Auge: Unter dem Motto „Weinheim führt“ lässt sich die Tourist-Info der Stadt gemeinsam mit einem guten Dutzend versierter Stadtführer jedes Jahr ein vielfältiges Programm einfallen, um die Zweiburgenstadt zu erkunden. Auch 2024 ist wieder einiges geboten: Eine entsprechende Broschüre gibt es ab sofort in der Tourist-Info am Marktplatz und online auf der Homepage www.weinheim.de

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Wie in jedem Jahr werden die beliebten und bewährten Klassiker durch die Altstadt und die Ortsteile ergänzt durch innovative Neuheiten und kreative Themenführungen. Der Begriff Stadtführungen greift sowieso zu kurz: Es müsste eher nach einem bekannten Wissensspiel „Stadt, Land, Fluss“ heißen. Denn Naturerlebnisse spielen eine immer größere Rolle. Meistens hat die Stadt dabei den Geo-Naturpark als Partner.

Rosemarie Derkaus zieht mit ihrem „Weibergedöns“ nicht nur Frauen an. Foto: Stadt Weinheim
Rosemarie Derkaus zieht mit ihrem „Weibergedöns“ nicht nur Frauen an.

Seit 2017 gibt es eine spannende Naturführung: Sie heißt „Hinein in den Wachenberg-Vulkan“. Tatsächlich bietet das Stadtmarketing gemeinsam mit den Porphyrwerken Schriesheim/Weinheim eine Führung in den bekannten Steinbruch im Birkenauer Tal an, dessen Renaturierung begonnen hat. „Sie tauchen ein in eine Zeit des Vulkanausbruchs vor 300 Millionen Jahren“, so heißt es in der Ankündigung im Flyer. Auf großes Interesse stößt auch stets die mehrstündige Führung durch das Sechs-Mühlental mit der Besichtigung einer alten Ölmühle am Weschnitzflüsschen.

Durch Parks, Gärten und Wälder

Natürlich gibt es auch sachkundige Führungen durch die Parks, Gärten und Wälder – wie den Exotenwald (einmal im Monat sonntags jeweils um 15 Uhr), durch den Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof (zweimal pro Monat sonntags um 11 Uhr) sowie mit Astrid Eichelroth durch den Heilkräutergarten im Schlosspark am Blauen Hut (ab Mai jeden ersten Sonntag im Monat um 11 Uhr, kostenfrei). Einmal pro Monat geht es mit Kräuterfee Dorisa Winkenbach im Wald oder in den Feldern in die Wildkräuter. Auch die klassische Stadtführung ist wieder im Programm, für jeweils Kurzentschlossene, die einen Gesamtüberblick über Weinheims Stadtgeschichte bekommen wollen: jeden Freitagabend (ab März) jeweils um 18 Uhr ab dem Marktplatz.

Zeitreise zu den Gerbern

Wieder einmal ist es Franz Piva, der erfahrenste und bekannteste Weinheimer Stadtführer – ein Original, der mittlerweile selbst Teil der Stadtgeschichte ist –, der eine neue Stadtführung anbietet. Sie heißt: „Gerberviertel – Weinheimer Kleinode“ Franz Piva führt durch das wunderschöne Gerberviertel.

Das ehemalige Gebäude des Zunftmeisters der Rotgerber Thomas Büdinger (1582), heute „Büdinger Hof“, ist ein Ziel. Das Anwesen wird seit über 100 Jahren von der Familie Kohl gehegt und gepflegt. Hier wird auch das Gerberhandwerk erläutert.

Die klassische Stadtführung mit Marktplatz und Altstadt darf im Programm natürlich ebenfalls nicht fehlen. Foto: Stadt Weinheim
Die klassische Stadtführung mit Marktplatz und Altstadt darf im Programm natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Ein weiterer Höhepunkt mit Besichtigung ist die „Kapelle und Spitalstiftung“ der Ulner von Dieburg. Sie ist eines der ältesten Weinheimer Gebäude, erbaut um 1367 unter Johannes Schultheiß von Winnenheim, gleichzeitig als Kapelle und Armenspital. Die Premiere ist am Sonntag, 14. April, 14 Uhr.

Die Tourist-Info konnte auch neue Stadtführer gewinnen, die ihrerseits den Touren eine persönliche Note geben. Thilo Barth ist zertifizierter Gästeführer und bereits seit vielen Jahren an verschiedenen Orten der badischen und hessischen Bergstraße aktiv. In den vergangenen Jahren sind auf diese Weise schon neue Themen zustande gekommen, wie zum Beispiel durch Rosemarie Derkaus und ihr „Weibegedöns“. Die Saison zu den Orten, an denen Frauen Geschichte geschrieben haben, beginnt am 8. März, dem Weltfrauentag.

Und Wolfgang Balling nimmt seine Teilnehmer wieder mit auf die „Spuren der Kurpfalz“, die in Weinheim an allen Ecken und Enden sichtbar sind (ab 23. März). Auch Franz Pivas lustige „Katze im Sack“-Führung, die sich um beliebte, aber mysteriöse Redewendungen dreht, steht wieder im Programm „Weinheim führt“.

Noll- und Grüffelo-Pfad jederzeit

Immer zur Verfügung stehen in Weinheim der Ingrid-Noll-Pfad, auf dem die berühmte Romanautorin und Weinheimer Ehrenbürgerin Ingrid Noll ihre Fans und Leser mitnimmt auf einen Stadtrundgang, der mit persönlichen Schilderungen und Anekdoten bereichert ist. Der beste Startpunkt ist an der Tourist-Info am Marktplatz. Die große alte Dame des deutschen Krimis wird über QR-Codes auf den Wegweisschildern angefordert und plaudert auf ihre eigene humorvolle Weise mit ihren virtuellen Begleitern über die Weinheimer Sehenswürdigkeiten, ihr Leben und die Figuren in ihren Büchern.

Das Waldmonster Grüffelo steht auf dem Grüffelo-Pfad mit kindgerechten Hinweistafeln und handgesägten Tierfiguren den Familien ebenso durchgehend kostenfrei zur Verfügung. Er liegt auf dem Weg zur Burgruine Windeck und ist der erste Grüffelo-Pfad in Deutschland, der jederzeit kostenlos und frei zugänglich ist. An jeder Station – ob Maus, Eichhörnchen, Fuchs, Schlange oder Eule – gibt es auf Infotafeln oder elektronische Texte und Podcasts zum Grüffelo und zu Weinheim.

Auch privat buchbar

Einige der Führungen sind sogar barrierefrei („Rund ums Schloss“), manche finden auch im Innern des Museums mit spannenden Vorträgen statt. Viele haben ein Thema, wie Hochzeitsbräuche oder je nach Jahreszeit Ostern oder Weihnachten. Alle Führungen sind auch privat buchbar.

Die Broschüre „Weinheim führt“ ist in der Tourist-Info am Weinheimer Marktplatz erhältlich oder auf www.weinheim.de über den Reiter „Tourismus“.