Weinheim: Kabarettist Arnim Töpel bringt Kindern das Kurpfälzische nahe
Besondere Autorenlesung: Arnim Töpel, vielfach ausgezeichneter Kabarettist, Musiker und Autor, begeistert die jungen Zuhörer an der Friedrich-Grundschule mit seiner lebendigen Mundart.
Weinheim. In einer Atmosphäre voller Begeisterung und kindlicher Neugier fand an der Friedrich-Grundschule eine ganz besondere Autorenlesung statt: Arnim Töpel, der vielfach ausgezeichnete Kabarettist, Musiker und Autor, begeisterte die jungen Zuhörer mit seiner lebendigen Mundart. Der Auftritt war Höhepunkt und Herzstück der diesjährigen Projektwoche im Rahmen der Weinheimer Heimattage. Gleich zu Beginn brachte Töpel auf den Punkt, worum es bei seiner Lesung ging: „In Deutschland spricht man Deutsch – aber überall ein bisschen anders.“ Mit dieser einfachen, aber tiefgründigen Feststellung leitete er in sein Kinderbuch „Ich, der Krutze“ ein, das von einem kurpfälzischen Jungen erzählt – voller Witz, Lebensklugheit und in liebevoller Mundart. Die Kinder hörten gebannt zu, lachten herzlich und ließen sich mitreißen von der Sprache, die für viele neu, aber überraschend vertraut klang. Bereits im Vorfeld hatten sich die Schüler im Unterricht intensiv mit ihrer Heimatstadt und deren Besonderheiten auseinandergesetzt.
Sprache im Lauf der Zeit
Beispielsweise beim Singen des traditionellen Sommertagsliedes wird deutlich, wie stark sich Sprache im Laufe der Zeit verändert hat. „Wanmer kumme, do hosch nix“ – klingt für viele Kinder heute fremd, weil nur noch wenige im Alltag Mundart sprechen. Umso wertvoller war der Besuch von Arnim Töpel, der es meisterhaft verstand, die jungen Zuhörer mit seiner warmen, humorvollen und tiefsinnigen Lesung in kurpfälzischer Mundart zu fesseln. Seine Texte öffneten Türen zu einem Schatz, der oft unbemerkt vor der eigenen Haustür liegt: der Sprache der Heimat. Gerade in der Grundschule spielt die Auseinandersetzung mit Sprache eine entscheidende Rolle für die Entwicklung eines sicheren Sprachgefühls und eines bewussten Umgangs mit Vielfalt. Dialekte fördern das Sprachbewusstsein, stärken die Ausdrucksfähigkeit und vermitteln kulturelle Identität. Mit der Kampagne „DialektLänd“ will die Landesregierung erreichen, dass historische Dialekte nicht aussterben. Es wird betont: „Kinder, die Dialekt verstehen und sprechen, entwickeln ein differenziertes Gefühl für Sprache und profitieren auch beim Erwerb der Standardsprache.“ Dialektpflege ist daher keine rückwärtsgewandte Nostalgie – sie ist ein lebendiger Beitrag zur Sprachbildung und kulturellen Vielfalt. Sie zeigt den Kindern: Heimat ist nicht nur ein Ort, sondern auch Klang, Gefühl und Zugehörigkeit.
Ermöglicht wurde dieses besondere Erlebnis durch die großzügige Unterstützung des Dachverbands der Dialekte Baden-Württemberg, der sich seit Jahren mit großem Engagement für den Erhalt und die Förderung regionaler Sprachen einsetzt. Mit Projekten wie dieser Lesung zeigt der Verband, wie Dialektförderung gelingen kann – nah an den Menschen, nah an den Kindern, mitten im Schulleben. Schulleiterin Anita Walther zeigte sich begeistert: „Wir sind sehr dankbar, dass wir Arnim Töpel für diese besondere Lesung gewinnen konnten. Es ist wichtig, dass unsere Schüler erleben, wie lebendig und wertvoll unsere regionale Sprache ist. Mit der Lesung ist es der Friedrich-Grundschule gelungen, den Heimattagen nicht nur einen kulturellen Höhepunkt zu schenken, sondern auch einen nachhaltigen Impuls für den sprachlichen Bildungsweg der Kinder zu setzen.“