Weinheim: Queen-Tribute Sänger über seine Verwandlung in Freddie Mercury
Queen sind wieder live auf der Bühne – na ja, nicht ganz. Die Tribute-Show „The Music of QUEEN – Live“ kommt aber verdammt nah dran. Wie die Band das schafft, verrät Sänger Valentin Findling im Gespräch mit WNOZ.
Weinheim. Den Sänger und mehrfach ausgezeichneten Jazzpianisten Valentin Findling auf der Bühne als Freddie Mercury zu erleben, bedeutet, ganz dicht am Original zu sein. Denn der 29-jährige Heidelberger beherrscht nicht nur all die eleganten und erotischen Moves, die Mercury so einzigartig machten, er verfügt auch über die Vier-Oktaven-Stimme des 1991 viel zu früh verstorbenen Queen-Frontmanns.
Am 20. Februar kommt er mit seiner Band und der Show „The Music of Queen – Freddie lebt“ in die Weinheimer Stadthalle. Wie es dazu kam, dass er versuchte, in die berühmten Fußstapfen des Jahrhundertsängers zu treten, und welche Herausforderungen hinter seiner Mercury-Darstellung stehen, erfuhr unsere Redaktion in einem Telefongespräch mit ihm, das auf der Fahrt zum nächsten Konzert stattfand.
Herzlichen Dank, Valentin, dass Sie sich unterwegs zum nächsten Auftrittsort Zeit für ein Gespräch mit uns nehmen.
Valentin Findling: Das ist im Moment sogar die beste Gelegenheit dafür. Denn wir befinden uns auf unserer Europa-Tour und stehen fast jeden Abend auf einer anderen Bühne, wofür wir natürlich sehr dankbar sind.
Sie haben Jazz-Piano studiert und sind in diesem Genre schon mehrfach ausgezeichnet worden. Wie passt da die Hauptrolle in einer Queen-Show dazu?
Findling: Ich bin mit Musik aufgewachsen, meine Eltern sind beide Musiker und ihr Musikgeschmack war schon immer weit verzweigt, was ich automatisch übernommen habe. Mit fünf Jahren begann ich, Klavier zu spielen. Schließlich hat mich der Jazz am meisten angesprochen, da man sich da am ehesten frei entfalten und ausdrücken kann. Dieses freie Spielen und Improvisieren kann ich auch wunderbar in die Queen-Show einbringen.
„The Music of Queen“ existiert erst seit knapp vier Jahren. Wann haben Sie entdeckt, dass in Ihnen Freddie Mercury steckt, und wie hat alles begonnen?
Findling: Den Anfang bildete mein Kontakt zu dem Keyboarder Lukas Großmann, den ich während des Musikstudiums kennengelernt habe. Durch ihn bin ich 2020 zu der jetzigen Queen-Band gestoßen. Alle zusammen haben wir „The Music of Queen“ geplant und entwickelt. Mit ausschlaggebend war eigentlich meine Stimme, die ähnlich wie die von Freddie Mercury klingt. Während der Pandemie hatten wir dann genügend Zeit, unsere Idee in die Tat umzusetzen. Dass die Show dann so gut ankam, war ein Glücksfall.
Wie schwer war es, sich die lasziven Bewegungen und Tanzschritte von Freddie Mercury anzueignen?
Findling: Ich habe mir zahlreiche Videos von Queen-Livekonzerten angesehen und Freddies Gestik und Mimik genau studiert, um festzustellen, dass die Bewegungen gar nicht so schwer sind. Sie geschehen nach einer gewissen Logik, je nach Song kommen sie ganz automatisch.
Rund 25 Songs mit dieser Stimme in all ihren Registern und Schattierungen an einem Abend zu singen, setzt sicher eine gewaltige Kondition voraus?
Findling: Das ist richtig. Wenn wir zum Beispiel an drei Abenden hintereinander spielen, so ist das für mich gesanglicher Hochleistungssport. Aber auch die Musiker wissen, was sie getan haben. Wäre da nicht unsere Spielfreude, die jedes Konzert zu einem neuen, schönen Erlebnis werden lässt.
Was ist das für ein Gefühl für Sie, wenn Ihnen die Fans, vor allem die weiblichen, drei Stunden lang zujubeln und regelrecht zu Füßen liegen?
Findling: Ich freue mich natürlich, all die Menschen mit unserer Musik zu berühren, und das ist ein schönes Gefühl. Doch ich bin kein Typ, der sich noch nach der Show wie ein Star fühlt. Sobald ich die Bühne verlasse, bin ich wieder „Valentin aus Heidelberg“.
Was wäre „The Music of Queen“ ohne die vier versierten Musiker an Ihrer Seite?
Findling: Ja, Lukas Großmann am Keyboard, der Gitarrist Jan David, der Drummer Christoph Schnell und der Bassist Andy Keller sind die Voraussetzung für das Gelingen der Show. Wir bilden nicht nur auf der Bühne eine Einheit, sondern auch außerhalb davon. Das heißt, dass ich zwar die Galionsfigur darstelle, wir jedoch alles gemeinsam erarbeiten und beschließen.
Verraten Sie uns noch eines: Wie schaffen Sie es, die schwierig zu interpretierende „Bohemian Rhapsody“ fast originalgetreu live zu spielen?
Findling: Das ist eine spannende Frage. Die Chöre in der „Rhapsody“, die sich ja aus mehreren Musikstilen zusammensetzt, sind teilweise aus meiner eigenen Stimme entstanden, die ich zuhause eingesungen und vervielfältigt habe. Auf der Bühne kommt dann der Live-Gesang meiner Musiker und der meine hinzu. Das Ganze gleicht einem kleinen Gesamtkunstwerk.
Freddie Mercury liebte es, sich zu verkleiden. Wie groß ist Ihr Kostümfundus?
Findling: Der wird von der Lederjacke bis zu Kunst-Hermelin und Krone leider immer größer. Ich sage deshalb „leider“, weil ich am liebsten in Jeans und Tanktop auftrete. Da fühle ich mich einfach am wohlsten.
20. Februar, 20 Uhr, „The Music of Queen – Freddie lebt“ in der Stadthalle Weinheim. Einlass: 19 Uhr. Tickets gibt es im Kartenshop der DiesbachMedien in der Friedrichstraße, Telefon 06201/81345, wnoz.reservix.de