Weinheim: Zehnjähriges Mädchen auf Gehweg angefahren – Fahrer flüchtet
Ein bislang Unbekannter hat ein Kind in Weinheim angefahren und verletzt. Das Mädchen hatte mit Freundinnen auf dem Gehweg gewartet, um die Fußgängerampel zu nutzen. Was die Mutter fordert.
Weinheim. Schmerzhaft und traumatisch endete für die zehnjährige Laura Marie ein Theaterbesuch der vierten Klasse der Weinheimer Pestalozzischule. Wie gewohnt machte sie sich am Mittwochmittag gegen 12.30 Uhr gemeinsam mit ihren Freundinnen zu Fuß auf den Heimweg. An der Kreuzung von Schul- und Bahnhofstraße in Weinheim warteten die Mädchen an der Fußgängerampel auf dem Gehweg, um bei Grün die Straße zu überqueren.
Unvermittelt nutzte jedoch ein blaues Auto die Grünphase aus, fuhr mit erheblicher Geschwindigkeit in den Kreuzungsbereich und erfasste Laura Marie direkt auf dem Gehweg. Ohne sich um das verletzte Kind oder die geschockte Mädchengruppe zu kümmern, setzte der bislang unbekannte Fahrer oder die Fahrerin die Fahrt über die Kreuzung fort und bog in die Bismarckstraße ein.
Ein Passant eilte den Kindern zu Hilfe und begleitete die laut weinende Zehnjährige in eine nahegelegene Kinderarztpraxis. „Wir waren völlig geschockt, als Laura uns angerufen hat“, berichtet die Mutter gegenüber unserer Redaktion. Die Eltern fuhren sofort und voller Angst vor dem, was sie erwarten würde, zu der Praxis und anschließend mit ihrer Tochter in die Notfallambulanz der Universitätsmedizin Mannheim. „Laura hatte eine starke Prellung am Arm, außerdem mussten die Ärzte abklären, ob es Brüche oder innere Verletzungen gibt.“ Bis in den Abend hinein wurde das Mädchen geröntgt und untersucht, Blut wurde abgenommen – eine große Belastung für das sensible Kind.
Zu den körperlichen Schmerzen kommt inzwischen auch große Angst. „Unsere Tochter ist traumatisiert“, sagt die Mutter. „Sie weigert sich, ohne Begleitung eines Elternteils in die Schule zu gehen.“ Zuhausebleiben sei jedoch keine Option. „Wir wollen keine Vermeidungsstrategie entstehen lassen, sondern ihr Schritt für Schritt die nötige Sicherheit zurückgeben.“ Auf den flüchtigen Fahrer oder die Fahrerin seien die Eltern „sehr wütend“ und hoffen nun auf eine Ermittlung.
Besonders bitter ist für die Mutter der Hinweis von Augenzeugen, wonach der Fahrer offenbar in eine heftige Diskussion mit dem Beifahrer oder der Beifahrerin verwickelt gewesen sein soll und dadurch möglicherweise abgelenkt war. „Wer Auto fährt, muss auf den Verkehr achten. Und wenn der Mitfahrer diskutieren will, soll er lieber laufen“, macht die zweifache Mutter deutlich.
„Diese Straße liegt direkt an einer Schule – der Name sagt es bereits“, betont sie. Zudem handele es sich um eine Tempo-30-Zone. „Hier müssten Autofahrer besonders vorsichtig sein. Stattdessen rasen viele den Hügel hinunter und halten nicht einmal am Zebrastreifen.“ Abhilfe könnten regelmäßige Kontrollen oder ein fester Blitzer schaffen, so die zweifache Mutter. Und fordert: „Die Stadt muss handeln!“
Überaus dankbar seien sie dem unbekannten Mann, der ihrer Tochter geholfen und sie getröstet hat, sie zum Kinderarzt begleitet und dort gewartet hat, bis die Eltern eintrafen. Und trotz allem froh, dass Laura Marie mit "nur einer heftigen Prellung" am Arm davongekommen ist.
Zeugenaufruf der Polizei: Personen, die sachdienliche Hinweise zu dem Unfallgeschehen mitteilen können, werden gebeten, sich beim Polizeirevier Weinheim unter der Telefonnummer 06201 1003-0 zu melden.