Weinheimer Burgruine Windeck leuchtet im Oktober pink
Weinheim beteiligt sich am „Pinktober“, um ein Zeichen gegen Brustkrebs zu setzen. Die beleuchtete Windeck soll für Früherkennung sensibilisieren und Solidarität mit Betroffenen zeigen.
Weinheim. Die Burgruine Windeck wird im Oktober pink angestrahlt. Weinheim beteiligt sich damit am internationalen Brustkrebsmonat „Pinktober“. Gemeinsam mit der GRN-Klinik Weinheim und der Spenderin Martina Schildhauer will die Stadt auf Brustkrebs und die Bedeutung der Früherkennung aufmerksam machen. Zugleich soll die Beleuchtung Solidarität mit betroffenen Frauen und ihren Familien zeigen.
Der Oktober steht weltweit im Zeichen der Brustkrebsaufklärung. Unter dem Begriff „Pinktober“ machen Kliniken, Organisationen, Kommunen und Initiativen auf Brustkrebs aufmerksam. Die pinkfarbene Schleife ist das Symbol des Aktionsmonats. Im Mittelpunkt stehen Information, Vorsorge, Früherkennung und Solidarität mit Betroffenen. Das Brustzentrum der GRN-Klinik Weinheim beteiligt sich seit Jahren mit verschiedenen Aktionen.
„Wenn die Windeck im Oktober pink über unserer Stadt leuchtet, ist das weit mehr als eine besondere Beleuchtung. Sie erinnert uns daran, hinzuschauen, über Vorsorge zu sprechen und denjenigen Aufmerksamkeit und Unterstützung zu geben, die mit einer Brustkrebserkrankung konfrontiert sind“, erklärt Oberbürgermeister Michael Möslang. „Ich freue mich sehr, dass so viele Weinheimer Akteure gemeinsam dieses sichtbare Zeichen setzen.“
Erster Bürgermeister Andreas Buske unterstreicht ebenfalls die Bedeutung der Aktion: „Die Windeck ist eines unserer Wahrzeichen und von vielen Stellen der Stadt und der Region aus sichtbar. Gerade deshalb eignet sie sich hervorragend, um eine wichtige Botschaft weit über den eigentlichen Aktionsort hinauszutragen. Pinktober schafft Aufmerksamkeit für ein Thema, das uns alle angeht – als Familien, als Freunde und als Gesellschaft.“
Jährlich 250 bis 300 Fälle an GRN-Klinik Weinheim
Wie wichtig das Thema vor Ort ist, zeigen Zahlen des zertifizierten Brustzentrums der GRN-Klinik Weinheim. Dort werden jährlich etwa 250 bis 300 Brustkrebsfälle behandelt. Das berichtet Dr. Lelia Bauer, Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe, Ärztliche Direktorin und Leiterin des Brustzentrums. Im Jahr 2025 waren es 292 Fälle.
Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich nach Angaben Bauers in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Fünf Jahre nach der Diagnose leben demnach noch rund 88 Prozent der Patientinnen, nach zehn Jahren rund 83 Prozent. Die Prognose hängt unter anderem von der Größe und den biologischen Eigenschaften des Tumors ab. Bei langsam wachsenden Tumoren unter zwei Zentimetern liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate laut Bauer bei rund 98 Prozent.
Deshalb spielt die Früherkennung eine wichtige Rolle. „Früherkennung ist sehr wichtig“, betont Bauer. Frauen sollten ihren Körper kennen, auf Veränderungen achten und Untersuchungsangebote wahrnehmen. Ab dem 30. Lebensjahr gehört eine jährliche klinische Brustuntersuchung beim Frauenarzt zur gesetzlichen Krebsfrüherkennung. Frauen zwischen 50 und 75 Jahren haben zusätzlich alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammographie im organisierten Screening-Programm.
Für Frauen mit einem familiär bedingten erblichen Risiko gibt es spezielle, intensivierte Früherkennungsprogramme. Laut Bauer sind etwa fünf bis zehn Prozent der Brustkrebserkrankungen auf eine erbliche Veranlagung zurückzuführen.
Auch ein gesunder Lebensstil kann dazu beitragen, das persönliche Erkrankungsrisiko zu senken. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, die Vermeidung von Übergewicht sowie der Verzicht auf Nikotin und möglichst auch auf Alkohol.
Brustkrebs betrifft Frauen verschiedener Altersgruppen. Nach den von Bauer angeführten Daten des Robert Koch-Instituts gab es 2023 insgesamt 75.860 Neuerkrankungen. Mit 30.150 Fällen entfiel der größte Anteil auf Frauen zwischen 45 und 64 Jahren. Bei den 65- bis 79-Jährigen wurden 23.870 Neuerkrankungen verzeichnet, bei Frauen ab 80 Jahren 15.210 Fälle.
Weinheimer Agentur setzt Beleuchtung technisch um
Zu den Unterstützern der Weinheimer Aktion gehört Martina Schildhauer. Sie ist Initiatorin und Geschäftsführerin der „alwine Stiftung – in Würde altern“. Themen, die Frauen in existenziellen Lebenssituationen betreffen, dürften aus ihrer Sicht nicht aus Scham oder Unsicherheit verschwiegen werden. Die pink beleuchtete Windeck soll dazu ermutigen, über Brustkrebs und Vorsorge zu sprechen. Betroffene Frauen sollen zugleich erfahren, dass sie nicht allein sind.
Die Weinheimer Agentur Friedrich Events setzt die Beleuchtung technisch um. Sie ist unter anderem auf Licht- und Veranstaltungstechnik spezialisiert. Bei der Planung wurden die besonderen Bedingungen des historischen Bauwerks sowie der Denkmal-, Natur- und Insektenschutz berücksichtigt. Deshalb soll die Beleuchtung gezielt und so zurückhaltend wie möglich eingesetzt werden. Weitere Akteure aus Einzelhandel und Gastronomie können sich mit eigenen Beiträgen an der Aktion beteiligen.
Die GRN-Klinik Weinheim begleitet den Pinktober 2026 ebenfalls mit Veranstaltungen. Das Brustzentrum lädt am 16. Oktober zu einem Kinoabend unter dem Motto „Gemeinsam gegen Brustkrebs“ ins Moderne Theater Weinheim ein. Am 20. Oktober informiert das Team bei einem Aktionstag im Rhein-Neckar-Zentrum über Früherkennung, Prävention und Behandlungsmöglichkeiten.