Wie sich der Weinheimer Bauhof auf den Winter vorbereitet
Die „Schneeräumer“ des Weinheimer Bauhofes stehen in den Startlöchern. Direkter Zugriff auf 240 Tonnen Streugut.
Der Winter kann kommen, der Bauhof der Stadt Weinheim ist mit seinem Winterdienst gut gerüstet. Kaum hat man größtenteils das Laub von den Gehwegen und Straßen gefegt, ist die kalte Jahreszeit schon da. Doch das stellt die rund 80 Männer, die beim Bauhof den Winterdienst unterstützen, vor keine allzu großen Probleme. Bereits seit 1. November ist man mit dem Wetterdienst in regelmäßigem Kontakt. Sobald die Prognosen überfrierende Nässe oder Schneefall voraussagen, wird die Rufbereitschaft alarmiert.
Weinheims Bauhof: Bereit für Schnee und Eis rund um die Uhr
Unter der Woche wurden die insgesamt elf Räumfahrzeuge entsprechend umgerüstet und auf ihre Technik und Tauglichkeit überprüft. Und auch die kleineren Fahrzeuge, bei denen das Equipment für das Reinigen von Brücken oder kleinen Straßen mit an Bord ist, sind im Bereitschaftsmodus. „Alles okay“, hebt Baubetriebshofleiter Kay Zimmer den Daumen nach oben. Und Markus Schäfer, Chef der Straßenreinigung, ergänzt. „Wir können jederzeit ausrücken.“ Bei drohender Straßenglätte und Schneegefahr ist der Bauhof täglich ab 6 Uhr und bis etwa 20.30 Uhr in Winterdienstbereitschaft. Jeden Morgen um vier Uhr drehen im Wechsel die Einsatzleiter des Bauhofs in der Stadt und in den Odenwald-Stadtteilen ihre Kontrollrunden, bei Eis oder Schnee setzen sie eine Telefonkette in Gang, sodass der Winterdienst so früh wie möglich beginnen kann. Je nach Wetterlage rücken die Mannen auch schon gegen 5 Uhr aus und räumen und streuen auch mal länger. Gestreut wird überwiegend Sole. „Damit wird deutlich weniger Salz benötigt, als würde man nur Trockensalz streuen. Durch die geringere Salzmenge in der Sole wird außerdem die Umweltbelastung stark reduziert“, weiß Zimmer.
Weinheim bestens gerüstet für den Wintereinbruch
Der Vorteil der Sole: Das Wasser-Salz-Gemisch kann bereits vor dem Auftreten von Glätte aufgebracht werden. Insgesamt rechnet man bei einem Umlauf durch die Weinheimer Straßen mit rund 15 Tonnen Sole, die benötigt werden. Rund 150 Tonnen Salz hat man derzeit in einem Silo auf dem Baubetriebshof gelagert. 20 weitere Tonnen sind in Oberflockenbach untergebracht. Hinzu kommen noch rund 70 Tonnen loses Salz in einem Lager auf dem Bauhof-Areal. Mit einem Dienstleister hat Weinheim einen Vertrag geschlossen, der bis zu 570 Tonnen Salz in kürzester Zeit garantiert. Die können dann flexibel abgerufen werden. Das entspricht einem Durchschnittsbedarf der letzten Jahre, in dem sich der Winterdienst von November bis März erstrecken musste. Lieferprobleme soll es laut Zimmer nicht geben. „Wir sind also wirklich sehr gut aufgestellt“, so Zimmer, der seit fünf Jahren den Betriebshof in Weinheim leitet.
Rücken die Jungs vom Bauhof aus, werden nach einem Prioritätenplan die Weinheimer Straßen geräumt und gestreut, sodass bis etwa 7 Uhr die Menschen möglichst ohne Probleme an ihren Arbeitsplatz fahren können. „Wir bitten natürlich die Bevölkerung um Verständnis, dass wir nicht überall gleichzeitig sein können. Aber alle sind bemüht, die Liste abzuarbeiten“, appelliert Zimmer. Außerdem: Der Winterdienst hat wegen der verstreuten Gemarkung, den im Odenwald gelegenen Ortsteilen und vielen Hangstraßen eine besonders knifflige Aufgabe zu bewältigen – gilt in der Region aber auch als besonders leistungsfähig und flexibel. „Das liegt vor allem daran, dass die Fahrer der Räumfahrzeuge seit vielen Jahren erfahren und ortskundig sind, während andere Kommunen nicht selten auf gewerbliche Dienstleister zurückgreifen, bei denen das Personal öfter wechselt“, weiß Stadtsprecher Roland Kern, der auch darauf hinweist, „dass es bei Schneefall und Glätte trotz Einsatz des Winterdienstes zu Beeinträchtigungen im Straßenverkehr kommen kann. Daher ist erhöhte Vorsicht und eine an die Verkehrsbedingungen angepasste Fahrweise geboten, um Unfälle zu vermeiden. Sowohl Kraftfahrzeuge als auch Fahrräder müssen jederzeit, auch bei Eis und Schnee, verkehrssicher sein.“
Wo die Weinheimer selbst Schnee schippen müssen
Auf Straßen und öffentlichen Plätzen oder Gehwegen kommt der kommunale Winterdienst seiner gesetzlich vorgeschriebenen Reinigungs- und Verkehrssicherungspflicht nach. Die Bürger müssen die an ihr Grundstück anliegenden Gehwege, kombinierte Fuß- und Radwege sowie entsprechende Flächen am Rand der Fahrbahn, Fußgängerbereichen und verkehrsberuhigten Bereichen von Schnee und Eis räumen – so steht es in der Räum- und Streupflichtsatzung der Stadt.