E-Mobilität

Wo in Hemsbach neue E-Ladesäulen aufgestellt werden sollen

An zwölf Standorten in allen Quartieren der Stadt soll eine dezentrale Versorgung aufgebaut werden. Das hat der Gemeinderat beschlossen. Wir sagen wo.

Das „Betanken“ von E-Fahrzeugen wird künftig leichter. In Hemsbach soll ein dezentrales Netz von Ladesäulen entstehen. Foto: Gian-Luca Heiser
Das „Betanken“ von E-Fahrzeugen wird künftig leichter. In Hemsbach soll ein dezentrales Netz von Ladesäulen entstehen.

Hemsbach. Am Ende wird eine flächendeckende Ladeinfrastruktur stehen: Der Hemsbacher Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung das von der Stadtverwaltung vorgelegte Standort- und Ausbaukonzept für E-Ladesäulen im Stadtgebiet gebilligt. Ziel ist es, in ein paar Jahren eine dezentrale Versorgung in ganz Hemsbach aufzubauen, die vor allem denen nutzen wird, die aufgrund ihrer häuslichen Situation keine eigene Wallbox installieren können.

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Zwei Firmen hatten in der Vergangenheit Interesse angemeldet, weitere E-Lademöglichkeiten in Hemsbach zu schaffen: die Stadtwerke Weinheim und die Firma Grewe Projektmanagement und Beratung. Die Stadtwerke zogen ihren Antrag wieder zurück, weil sie rechtliche Bedenken hatten, gleichzeitig Grundversorger und Betreiber von öffentlicher Ladeinfrastruktur zu sein. Das zweite Angebot kam nicht zustande, weil es der Gemeinderat nicht behandelte. Der legte vielmehr auf Antrag von Pro Hemsbach fest, für wohnortnahe Ladestationen eine Ausschreibung zu erstellen.

Ausbau sukzessiv geplant

Das Rathaus nahm den Auftrag ernst, unterteilte Hemsbach in vier Quartiere und legte pro Quartier drei Standorte auf öffentlichen Parkflächen fest, die sukzessive ausgebaut werden sollen, wie der städtische Fachbereichsleiter Christopher Wetzel im Gemeinderat erläuterte. Zuvor war aufgrund der Bevölkerungsdichte von einer externen Firma eine Bedarfsanalyse erstellt worden.

Das Netz will die Stadt nicht selbst schaffen. Vielmehr sollen Vertragspartner dies auf eigene Kosten und Rechnung aufbauen und betreiben. In der Aufbauphase ist an jedem Standort eine Ladesäule geplant, spätestens im dritten und im fünften Jahr sollen zwei weitere hinzukommen. Es sei sinnvoll, den Aufbau schrittweise zu gestalten, um die Parkplätze für Verbrenner nicht zu schnell zu verdrängen, sagte Wetzel. Sollte das der Bedarf hergeben, sollen an den insgesamt zwölf Standorten auch mehr als drei Ladesäulen möglich sein, wie Wetzel auf Anfrage von Clemens Domeier (SPD) sagte. Der hatte einen Mehrbedarf vor allem im Westen der Stadt mit ihrem Geschosswohnungsbau gesehen.

Bei den Standorten gab es einige Bedenken im Gemeinderat. Die CDU fand beispielsweise den Standort am Parkplatz der Tilsiter Straße für nicht glücklich gewählt, weil dieser unter Umständen einer Bebauung des früheren FDT-Geländes entgegenstehe, wie Martin Schild sagte. Das sah die Verwaltung anders. Bürgermeister Kirchner verwies darauf, dass der Parkplatz gebraucht werde und immer voll sei.

Thorsten Rheinfrank (Freie Wähler) störte sich an der auf dem Cäsar-Oppenheimer-Platz geplanten E-Ladesäule. Werde die realisiert, habe der Kerweverein keine Chance mehr, seine Bühne bei der Kerwe aufzubauen, sagte Rheinfrank und fand Unterstützung im Gemeinderat. „Wir werden einen anderen Standort in der Schlossgasse finden“, versprach Kirchner.

Die E-Ladesäulen sollen auf öffentlichen Parkplätzen stehen. Dafür will die Stadt dann eine Konzession erheben. Der städtische Verdienst steht dabei aber nicht im Vordergrund. „Das ist keine Goldgrube“, sagte Wetzel auf Nachfrage von Frank Martijn (FDP), fügte aber hinzu: „Zumindest noch nicht.“

Ausgeschrieben werden muss die Leistung nicht europaweit, weil der Schwellenwert von rund 5,5 Millionen Euro dafür voraussichtlich nicht erreicht wird. Nach dem positiven Gemeinderatsbeschluss sollen jetzt die Kriterien für die Eignung eines Anbieters festgelegt und die Dienstleistung öffentlich ausgeschrieben werden.