Standesamt

Zahlen zu Hochzeiten, Geburten und Co.: Weinheim bleibt die Stadt fürs Ankommen

Der neue Jahresbericht des Standesamtes zeigt, warum die Stadt keine Boomtown ist – aber ein Ort, an dem Menschen bewusst ihr Leben planen.

Weinheim bleibt mit 378 Eheschließungen im Jahr 2025 eine Hochzeitshochburg – kein Wunder, bei der Kulisse des Trauzimmers im Schloss. Foto: Thomas Bies/Stadt Weinheim
Weinheim bleibt mit 378 Eheschließungen im Jahr 2025 eine Hochzeitshochburg – kein Wunder, bei der Kulisse des Trauzimmers im Schloss.

Weinheim. Weinheim ist auch 2025 eine Stadt geblieben, in der Lebensentscheidungen getroffen werden. Wer sich traut, Kinder bekommt oder seinen Lebensmittelpunkt verlagert, tut das auffallend häufig hier. Die Zahlen des Standesamts und der Stadtentwicklung zeichnen das Bild einer Kommune, die zwar nicht rasant wächst, aber stabil und attraktiv bleibt.

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378 Eheschließungen wurden im vergangenen Jahr registriert – etwas weniger als 2024, aber angesichts der Rahmenbedingungen weiterhin auf hohem Niveau. Dass an zwei Wochenenden wegen der Heimattage und der Belegung des Schlosshofs gar keine Trauungen möglich waren, zeigt: Die Nachfrage wäre sogar noch größer gewesen. Das gediegen-edle Trauzimmer im Schlossturm ist längst mehr als ein Verwaltungsort – es ist ein Aushängeschild der Stadt.

Fast 200 Paare von außerhalb

Auffällig ist dabei der Blick von außen: Fast 200 Paare kamen eigens zum Heiraten nach Weinheim, ohne hier zu wohnen. Sie feiern unter den Burgen, im Schlossambiente oder auf der Wachenburg – und verbinden einen der wichtigsten Tage ihres Lebens mit dem Bild der Stadt. Weinheim profitiert damit nicht nur emotional, sondern auch als Hochzeits- und Feststandort. Gleichzeitig wird die Stadt internationaler. Bei 50 Eheschließungen hatte mindestens ein Partner einen ausländischen Pass. Das ist kein Ausreißer, sondern Ausdruck einer offenen Stadtgesellschaft, in der verschiedene Lebensläufe und Herkunftsgeschichten zusammenkommen.

Auch bei den Geburten zeigt sich Kontinuität mit leichter Delle: 709 Kinder kamen 2025 in Weinheim zur Welt, weniger als im Vorjahr (772), aber immer noch auf einem Niveau, das zur Bevölkerungsentwicklung passt. Wichtig dabei: Diese Zahl sagt wenig über Weg- oder Zuzug aus. Entscheidender ist der Blick auf die Meldedaten. Zum Jahreswechsel lebten exakt 45.640 Menschen in Weinheim (siehe Infobox) – ein minimaler Zuwachs, der dennoch Gewicht hat. Denn er fällt in eine Zeit, in der neue Baugebiete wie westlich des Hauptbahnhofs oder die Allmendäcker erst richtig bezogen werden.

Weinheim wächst also nicht sprunghaft, sondern verlässlich. Seit über zehn Jahren setzt sich dieser Trend fort. Besonders deutlich wird das in der Weststadt, die mit rund 16.500 Einwohnern der größte Stadtteil ist. Auch Lützelsachsen bleibt der bevölkerungsstärkste Ortsteil. Die Zahlen zeigen: Wachstum verteilt sich – und verändert die Stadtstruktur leise, aber nachhaltig.

Leon und Emma am beliebtesten

Dass klassische Vornamen wie Leon und Emma erneut an der Spitze stehen, passt ins Bild einer Stadt, die Moderne und Verlässlichkeit verbindet. Ebenso, dass über 80 Prozent der Paare einen gemeinsamen Familiennamen wählen und drei Viertel der Eltern bei der Geburt verheiratet sind. Neue rechtliche Möglichkeiten wie das reformierte Namensrecht erweitern die Spielräume, ohne die grundlegenden Muster sofort aufzulösen. Auf der anderen Seite zeigen steigende Kirchenaustritte und eine sinkende Zahl von Sterbefällen, dass sich auch in Weinheim gesellschaftliche Veränderungen widerspiegeln. Das Standesamt ist damit nicht nur eine Behörde, sondern ein Seismograf für Lebensentwürfe, Zuzug, Abschied und Neubeginn.

Geschichte der Stabilität

Unterm Strich erzählt der Jahresbericht keine Geschichte von Boom oder Krise, sondern von Stabilität. Weinheim bleibt ein Ort, an dem Menschen ankommen, bleiben – und wichtige Entscheidungen treffen. Genau darin liegt die stille Stärke der Stadt.