„Zeitung in der Schule“:

 "ZiSch"-Projekt: Wie Grundschüler in Großsachsen Journalismus entdecken

Neugier, Kreativität und jede Menge Fragen: Beim Projekt „Zeitung in der Schule“ lernen die Viertklässler der Grundschule Großsachsen von Volontärin Amelie Michel, wie spannend Journalismus sein kann.

Volontärin Amelie Michel gewährt den Viertklässlern der Grundschule Großsachsen einen Blick hinter die Kulissen der Zeitung – an der Tafel erklärt sie, wie ein Artikel entsteht. Foto: Nicoel Petryk
Volontärin Amelie Michel gewährt den Viertklässlern der Grundschule Großsachsen einen Blick hinter die Kulissen der Zeitung – an der Tafel erklärt sie, wie ein Artikel entsteht.

Großsachsen. Wie viele Buchstaben hat eine Zeitung? Wie lange dauert der Druck einer Ausgabe? Und macht der Beruf der Redakteurin überhaupt Spaß? Die neugierigen Finger der Schüler schossen im Sekundentakt in die Höhe. Mit jeder Menge Fragen überschütteten die Viertklässler der Grundschule Großsachsen am Donnerstagvormittag Volontärin Amelie Michel, die zu Besuch war, um von ihrer Arbeit bei den Weinheimer Nachrichten zu berichten.

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Im Gepäck hatte sie drei eigene Artikel, die sie den Schülern vorstellte: Einer berichtete von Uhu Uwe, der in die Freiheit entlassen wurde, ein anderer dokumentierte ihr Selbstexperiment, bei dem sie mit dem Fahrrad die gefährlichsten Radwege in Weinheim testete. Der dritte Beitrag drehte sich um Detektiv Alexander Schrumpf, der im vergangenen Jahr selbst in der Großsachsener Grundschule zu Gast war und von seinem spannenden Berufsalltag erzählte.

Sechs Wochen "ZiSch"

Michels Besuch war jedoch nur ein Höhepunkt des Projekts „Zeitung in der Schule“ (ZiSch), das derzeit sechs Wochen lang den Unterricht an der Grundschule prägt. „Am Anfang haben die Kinder sich am liebsten auf die Rätsel gestürzt – mittlerweile lesen sie sehr interessiert auch die Artikel“, sagt Petryk.

Ob im Deutschunterricht oder im Fach Mathematik – die Zeitung findet auf vielfältige Weise ihren Platz im Schulalltag. „Wir haben mit den Schülern morgens ein Zeitungscafé gemacht – sie durften sich eine Tasse Tee zubereiten und ganz in Ruhe in der Ausgabe blättern“, erzählt Lehrerin Nicole Petryk.

Im Kunstunterricht konnten die Knirpse mit den Printausgaben kreativ werden: Eine 60 Meter lange Zeitungsgirlande schmückt ein Klassenzimmer, an den Wänden hängen Collagen aus Zeitungsschnipseln.

Kritischer Umgang mit Medien

Das ZiSch-Projekt ist eine Initiative der Weinheimer Nachrichten und der Odenwälder Zeitung zur Leseförderung in der Grundschule. Ziel ist es, Kinder für das Medium Zeitung zu sensibilisieren und ihnen einen kritischen Umgang mit Informationen zu vermitteln.

Die DiesbachMedien stellen dafür eigens aufbereitetes Unterrichtsmaterial zur Verfügung und liefern täglich kostenlos einen Klassensatz Zeitungen. Darüber hinaus steht den Klassen die digitale Ausgabe als E-Paper zur Verfügung – so können die Kinder auch die digitale Welt der Nachrichtenmedien entdecken.

Doch bei der Lektüre allein bleibt es nicht: Die Schüler sollen selbst aktiv werden und eigene Texte schreiben. Auf Wunsch schaut auch ein Redakteur oder eine Redakteurin vorbei und gewährt Einblicke hinter die Kulissen – so wie Amelie Michel es am Donnerstag getan hat, als sie mit ihren Geschichten die Kinderaugen zum Leuchten brachte. Übrigens ließ sich an diesem Tag nicht klären, wie viele Buchstaben die Ausgabe hatte.