Fußball

TSG 1862/09 Weinheim feiert den vierten Sieg in Folge

Der Fußball-Verbandsligist durchlebt beim 3:2 in Bruchsal ein Wechselbad der Gefühle. Doppelpacker Schneider und Kunstschütze Giordano entscheiden das Spiel.

Yannick Schneider zeigte einmal mehr Torjägerqualitäten. Foto: Fritz Kopetzky
Yannick Schneider zeigte einmal mehr Torjägerqualitäten.

Das „Momentum“ gehört ohne Frage zu den Wörtern, die Reporter, Spieler und Trainer inzwischen fast schon inflationär gebrauchen. Und obwohl er selbst dieses Wort „eigentlich nicht mehr hören kann“, sah sich Kai Altig, Teammanager von Fußball-Verbandsligist TSG 1862/09 Weinheim, nach dem Schlusspfiff der Partie beim 1. FC Bruchsal am späten Samstagnachmittag förmlich dazu genötigt, es in den Mund zu nehmen: „Das war heute schlichtweg brutal. Gerade in der zweiten Halbzeit hat man gesehen, wie schnell sich das besagte Momentum verschieben und ein Spiel von der einen auf die andere Seite kippen kann.“ Was war geschehen?

Taktische Umstellung zur Pause

Hatte es in den ersten 45 Minuten danach ausgesehen, als würden beide Teams – dem Tabellenstand entsprechend – einen weitgehend ereignislosen Frühsommer-Kick abliefern, so erlebten Zuschauer, Spieler sowie die Offiziellen an den Seitenlinien nach dem Seitenwechsel ein wahres Wechselbad der Gefühle. „Wir haben in der Pause taktisch ein bisschen umgestellt, mit dem Wiederanpfiff lief es fortan sehr ordentlich“, bilanzierte der Teammanager.

Fast schon logische Konsequenz: Aus dem 0:0-Pausenstand wurde binnen weniger Minuten ein 1:0 aus Weinheimer Sicht. TSG-Torjäger Yannick Schneider war es schließlich, der „einen schönen Spielzug“ (Trainer Marcel Abele) vollendete und die Blau-Weißen in Front brachte (51.). Die Weinheimer hatten nun Oberwasser, die Bruchsaler ihrerseits kaum mehr etwas entgegenzusetzen – bis das „Momentum“ erstmals wechselte.

Zwei Gegentore in sieben Minuten

Ein unnötiger Ballverlust im defensiven Mittelfeld begünstigte zunächst den Bruchsaler Ausgleich durch Redekop (70.), nur sieben Zeigerumdrehungen später führten die Gastgeber nach einem aus Sicht von Abele und Altig „äußerst zweifelhaften Handelfmeter“ urplötzlich mit 2:1. „Auf einmal wirkten wir saft- und kraftlos, Bruchsal hatte das Spiel komplett im Griff“, so Altig.

Doch nun zeigten die Abele-Schützlinge, dass manchmal eine einzigegelungene Aktion ausreicht, um den Spielverlauf wieder in die andere Richtung zu lenken. Nach einem Foul an Schneider zirkelte Gaetano Giordano das Leder ins Netz – 2:2 (82.). „Das hat er überragend gemacht“, lobte Altig seinen Spielmacher.

Nun seien die Gasgeber „völlig platt“ gewesen, beobachtete Altig. Und die Weinheimer schafften tatsächlich noch einmal die Wende: Ole Gärtner trieb den Ball in den Bruchsaler Strafraum, legte quer auf Schneider, und der Torjäger ließ sich die Chance zum 3:2 nicht nehmen.

Glücklicher, aber verdienter Sieg

„Einmal mehr haben die Jungs gezeigt, welche Substanz in ihnen steckt. Hut ab vor dieser Leistung - und vor allem vor dieser Moral“, freute sich Altig, der letztlich von einem „glücklichen, aber durchaus verdienten Sieg“ für die TSG 1862/09 sprach. Dem vierten in Folge.