Fußball

Toller Einstand von Trainer Benjamin Sigmund in Wald-Michelbach

Nach der Absage von Wunschkandidat Nico Hammann findet die SG Wald-Michelbach schnell eine Lösung: Benjamin Sigmund soll den Gruppenligisten aus der Krise führen. Die Feuertaufe gegen Griesheim hat er bestanden.

Keine Zeit verlieren: Der neue Trainer Benjamin Sigmund nahm bereits am Sonntag seine Arbeit bei der SG Wald-Michelbach auf. Foto: Fritz Kopetzky
Keine Zeit verlieren: Der neue Trainer Benjamin Sigmund nahm bereits am Sonntag seine Arbeit bei der SG Wald-Michelbach auf.

Wald-Michelbach. Die SG Wald-Michelbach holt einen alten Bekannten zurück in den Odenwald: Benjamin Sigmund ist neuer Trainer des Fußball-Gruppenligisten. Und er hatte einen tollen Einstand. Sigmund saß am Sonntag schon beim 2:1-des Tabellenletzten gegen Viktoria Griesheim auf der Bank. „Das war seine Bedingung. Keine Zeit zu verlieren“, sagt SG-Abteilungsleiter Dimitri Loenko.

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Die SGW war am Samstag mit dem 46-jährigen Trainer einig geworden, nachdem Wunschkandidat Nico Hammann absagen musste. „Er tritt im September eine Stelle als Jugendkoordinator beim FSV Frankfurt an. Ansonsten hätte er es wohl gemacht“, sagt Loenko.

Benjamin Sigmund war ein sehr guter Plan B, immerhin hat er bereits zehn Jahre bei Eintracht Wald-Michelbach in der Verbandsliga gespielt – man kennt sich also und hat auch oft gegeneinander gespielt.

2015 hatte Sigmund Eintracht Bürstadt übernommen und bis in die Gruppenliga geführt (2018), wo er die Mannschaft vier Jahre halten konnte. Im Oktober 2022 trat er nach einer 0:7-Niederlage gegen den FCA Darmstadt zurück. Der in Mannheim-Ilvesheim wohnende Sigmund trainierte anschließend zwei Jahre den Darmstädter Kreisoberligisten Biebesheim sowie in der vergangenen Saison den A-Ligisten SKV Sandhofen, wo er im April überraschend entlassen wurde. Zuletzt half er noch als Spieler beim B-Ligisten SV Beerfelden aus. „Benni hat sich schon viel mit unserer Mannschaft beschäftigt und hat eine klare Idee“, sagt der Abteilungsleiter.

Aufbruchstimmung verbreiten

Der SGW ist nicht entgangen, welche positive Aufbruchstimmung der Trainer in Bürstadt verbreiten konnte und damit einen großen Anteil an den Aufstiegen der Eintracht hatte, die den VfR Bürstadt als Nummer eins in der Stadt ablöste. Sigmund legt Wert auf Disziplin und mannschaftliche Geschlossenheit. Mit seiner Meinung hält er nicht hinterm Berg. „Außerdem ist er einer, der ein bisschen über den Tellerrand schaut“, sagt Loenko.

Ohne die Mannschaft ein einziges Mal trainiert zu haben, feierte Sigmund bei der Feuertaufe einen 2:1 (0:1)-Heimsieg über den stark gestarteten Verbandsliga-Absteiger SC Viktoria Griesheim. „Erleichterung pur. Es war für uns eine echt schwierige Woche“, jubelte Teammanager Dimitri Loenko über den zweiten Saisonsieg im sechsten Spiel, den nach 0:1-Pausenrückstand ein Doppelschlag nach der Halbzeit ermöglichte. Der zur zweiten Hälfte gebrachte Denis Dörsam traf aus spitzem Winkel mit letztem Einsatz zum 1:1 für die Überwälder (65.) – der Treffer auf Vorlage von David Schmidt war eine Art Sinnbild der Wald-Michelbacher Leistung.

Sven Helfrich hält stark

„Wir haben nie aufgesteckt. Jeder hat alles aus sich herausgeholt. Wir haben heute gezeigt, zu was wir fähig sind“, lobte Loenko. Nur zwei Minuten nach dem Ausgleich kam die SG vor 150 Zuschauern zur blitzartigen Wende: Florian Schmitt setzte mit seinem langen Ball auf links Fabio Sattler in Szene. Der gerade mal drei Minuten auf dem Platz befindliche Linksfuß fand mit seiner Hereingabe Kim Naas, der zum 2:1 vollendete (67.). „Fabio hat einfach einen brutalen linken Fuß“, freute sich Loenko, der den Anteil des Neu-Trainers auf dem Weg zum Sieg hervorhob: „Er hat mit jedem einzelnen Spieler gesprochen, hat die Mannschaft am richtigen Schopf gepackt, hat Emotionen reingebracht, aber auch Vertrauen vermittelt“, erläuterte Loenko, nachdem sein Team die Führung in der Endphase mit großem Einsatz verteidigt hatte – nicht zuletzt dank Torwart Sven Helfrich, der nach schwerer Verletzung eigentlich nur noch als Torwarttrainer tätig sein wollte, der SG aber in diesen schwierigen Zeiten wieder hilft. Er verhinderte mehrfach überragend das 2:2. Durch den Sieg kamen die ersten drei Punkte aufs Konto (Stichwort Punktabzug), am Mittwoch folgt direkt das nächste Heimspiel gegen den VfR Groß-Gerau (19.30 Uhr).

SG Wald-Michelbach: Helfrich - Albert (79. Pudic), Langner (90.+3 Schwinn), Trares (64. Sattler), Schmitt, Schmidt, Jahn, Ripper (46. D. Dörsam), Brauch (59. Guarino), Naas, I. Dörsam.

Tore: 0:1 Stumpf (30.), 1:1 D. Dörsam (65.), 2:1 Naas (67.). beg/dbe