Bob-Club Fürth sorgt in Innsbruck-Igls für Stimmung
Ein knapp 60-köpfiger Tross knüpft auf und neben der Olympia-Bahn von 1976 an alte Traditionen an. Auch perspektivisch ist der 60 Jahre alte Verein gut aufgestellt.
Fürth. Mit ihren Platzierungen beim 44. Europa-Cup der Senioren auf dem Olympia-Eiskanal von 1976 sind die Piloten des Bob-Clubs Fürth einigermaßen zufrieden. Im Gesamtklassement der Zweierbobkonkurrenz landete Peter Hinz mit seinem Anschieber Peer Joechl auf Platz sechs, Martin Fischer wurde mit Alexander Herrmann Zehnter. Es waren an diesem Wochenende in Igls bei Innsbruck aber auch andere Dinge, die zählten. „Fürth hat eine große Tradition im Bobsport, im und neben dem Eiskanal. Beides konnten wir wieder ein Stück weiter am Leben halten“, fasst Fischer rückblickend zusammen.
Lautstarke Unterstützung für alle Starter
Seit 60 Jahren mischen Aktive aus der Weschnitztalgemeinde in dieser Sportart mit und haben Fürth in der Bobszene zu einem Begriff gemacht. Auch weil es regelmäßig gelingt, viele Fans aus dem Odenwald mit zu den Rennen zu bringen, die am Rande der Strecke für Stimmung sorgen. Etwa 60-köpfig war diesmal der Tross des Bob-Clubs (BC), der mit nach Österreich gekommen war. Und auch wenn die Teams aus Fürth natürlich besonders lautstark von der Starttribüne aus angefeuert wurden, ist es ebenso Tradition und guter Brauch, alle Starter mit Beifall zu bedenken. Eine Fairness und ein Miteinander, welche die Bobszene generell auszeichnen.
In einem Starterfeld mit ehemaligen Weltcup-Piloten und aktuellen Trainern von Spitzenathleten behaupteten sich die Fürther Teams gut – und das erstmals komplett mit im Eigenbau erstellten Schlitten.
Bei der parallel ausgeschriebenen Deutschen Meisterschaft der Senioren belegte Peter Hinz Platz zwei, ebenso wie in der Wertung der Altersklasse. Hier stand der zweite Fürther Schlitten nicht auf dem Tableau, da Anschieber Alexander Herrmann noch zu jung ist. Für den Ober-Mumbacher war es der erste Einsatz in einem Wettbewerb. Der ehemalige Handballer sprang kurzfristig ein, weil Fischers etatmäßiger Teampartner passen musste.
Anschubbahn zeigt Wirkung
„Alexander ist über das Training auf unserer Anschubbahn beim KSV-Gelände in Fürth in die Gruppe gestoßen“, berichtet Fischer. Diese Anlage im Tiefertswinkel ist für die Fürther Bobfahrer eine Art Alleinstellungsmerkmal mit hoher Strahlkraft. Sie zieht nicht nur Interessierte und Athleten aus weitem Umkreis – zuletzt sogar aus dem schwäbischen Rottweil – an, sondern erlaubt auch einen ganzjährigen Trainingsbetrieb. Das zeigte im traditionsreichen Eiskanal von Igls Wirkung: Die Fürther glänzten wieder mit guten Startzeiten. „Auf diese Art können wir auch in etwas gesetzterem Alter noch unserem Sport nachgehen und mithalten“, erklärt der 59-jährige Bobpilot.
Es ist ein erklärtes Ziel, die Tradition des Bobfahrens in Fürth am Leben zu erhalten. Und die Perspektiven sind nicht schlecht, denn aktuell trainieren und fahren unter dem Dach des BC Fürth ein Pilot (Aaron Hinz) und fünf Anschieber zwischen 20 uns 26 Jahren. Die Chancen, dass die stimmungsvolle Bobgemeinde aus dem Odenwald ihre Fahrer auch in Zukunft bei internationalen Wettbewerben lautstark unterstützen kann, ist also groß.
Party zum Abschluss
Es wäre auch schade, wenn solche Partys wie diese, die in diesem Jahr wieder in Igls gefeiert wurde, künftig nicht mehr stattfinden könnten. Eine Band aus befreundeten Musikern spielte am Abschlussabend im Hotel für die Sportler und ihre Fans aus Fürth auf – und sorgte für Riesenstimmung. Auch diese Events haben – neben dem sportlichen Aspekt – Tradition in der Bobszene der Weschnitztalgemeinde.
Diese bereitet sich jetzt auf den Saisonabschluss in zwei Wochen auf der Natureisbahn in St. Moritz vor, ehe der Blick sich auf den kommenden Winter fokussiert. Dank der Anschubbahn kann schließlich über das ganze Jahr trainiert werden.